Märkte & Kurse

Konjunktur
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Konjunkturnachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten vierzehn Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Konjunkturnachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
19.07.2026 09:05

ROUNDUP: Gesundheits-Sparpaket - Wie gesichert sind stabile Beiträge?

BERLIN (dpa-AFX) - Das umkämpfte Sparpaket der schwarz-roten Koalition bei den Gesundheitsausgaben ist beschlossene Sache - doch wie gesichert ist jetzt auch der Schutz vor höheren Beiträgen? Die gesetzlichen Krankenkassen sehen eine Stabilisierung erreicht, aber keinen Spielraum mehr für Abschwächungen. "Wir haben jetzt eine solide Grundlage dafür, dass die Krankenkassenbeiträge in den kommenden zwei Jahren insgesamt stabil bleiben können", sagte der Chef des Spitzenverbands, Oliver Blatt, der Deutschen Presse-Agentur. "Luft ist da allerdings nicht." Es sei wichtig, alle Maßnahmen konsequent umzusetzen.

Bundestag und Bundesrat hatten den Weg für das Sparpaket freigemacht. Es soll die Kassen 2027 von stark steigenden Ausgaben entlasten, um erneute Beitragserhöhungen zu verhindern. Dafür kommen Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen für Medikamente und Einschränkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Laut Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wird eine auf 18,8 Milliarden Euro angewachsene Lücke geschlossen.

Finanzlücke für 2027 geschlossen

Nach einem Bericht des Haushaltsausschusses, der zur Abstimmung im Bundestag vorgelegt wurde, ist dabei für 2027 rechnerisch kein zusätzliches Polster für Unwägbarkeiten eingeplant. Die Entlastung wird mit 18,8 Milliarden Euro gerade so hoch veranschlagt wie das Defizit. Für 2028 ergibt sich ein Mini-Puffer mit einer Entlastungswirkung von 25,3 Milliarden Euro bei einer Lücke von 25,0 Milliarden Euro. Für 2029 und 2030 werden jeweils mehr als 30 Milliarden Euro Entlastung geplant, was die erwarteten Lücken aber nicht deckt.

Die Frage eines Sicherheitspolsters war schon akut geworden, während die Beratungen über das Sparpaket noch liefen. Warken hatte bei einem zunächst erwarteten Defizit von 15,3 Milliarden Euro ursprünglich Einsparungen von 19,6 Milliarden Euro angepeilt. Vom Kabinett auf den Weg gebracht wurde ein Paket mit einem Puffer von nur noch einer Milliarde Euro. Wegen rasant steigender Kassen-Ausgaben reichte das aber schon wenige Wochen später nicht mehr aus, so dass das Sparziel am Ende auf 18,8 Milliarden Euro herauf musste.

Pufferwirkung durch ehrgeizigere Zielmarke?

Ob das Volumen jetzt trägt und ausreicht, um Beitragsanhebungen Anfang 2027 zu vermeiden, muss sich zeigen. Viele Kassen müssen weiter auch Rücklagen auf vorgeschriebene Mindestwerte auffüllen. Verbandschef Blatt sagte: "Sollte in den kommenden Monaten irgendwo die Finanzwirkung des Gesetzes wieder aufgeweicht werden, wäre auch das Ziel stabiler Beiträge gefährdet."

Zielmarke des Sparpakets ist allerdings auch ein niedrigeres Beitragsniveau als aktuell tatsächlich der Fall. Sie lautet, den durchschnittlichen Zusatzbeitrag bei 2,9 Prozent stabil zu halten. Auf diesen Wert hatte das Ministerium die übliche Marke für 2026 festgelegt, an der sich die Kassen bei den Entscheidungen über ihren jeweiligen Zusatzbeitrag orientieren. Tatsächlich liegen die Zusatzbeiträge nach Kassendaten aber bereits höher, nämlich im Schnitt bei 3,1 Prozent. Zum Gesamtbeitrag, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen, gehört außerdem der allgemeine Satz von einheitlich 14,6 Prozent des Bruttolohns.

Honorare können weiter steigen

Der Kassen-Spitzenverband betonte, mit dem Spargesetz werde der Anstieg der Honorare, Arzneimittelpreise und Zahlungen an die Kliniken gedrosselt, nicht gekürzt. "Im nächsten Jahr wird mehr Geld zur Verfügung stehen als in diesem Jahr", sagte Blatt. Laut Ministerium sind 2027 Steigerungen bis zu 3,5 Prozent möglich. "Das ist alles andere als eine Nullrunde", sagte Warken.

Blatt erläuterte, was wegfalle, seien Sonderzahlungen, die keine Wirkung gehabt hätten. So hätten die Kassen viel Zusatzhonorar an Ärzte gezahlt, damit Versicherte schneller Termine bekommen. Da Wartezeiten aber länger und nicht kürzer geworden seien, sei die logische Konsequenz, dass die Zusatzhonorare wieder gestrichen wurden. "Da die normalen Honorare weiterfließen und auch weiter steigen, gibt es keinen Grund, jetzt mit weniger Terminen zu drohen."

Kleinerer Spar-Anteil der Patienten

Beim beschlossenen Sparpaket hatte die Koalition Belastungen für Patientinnen und Patienten noch abgemildert. Ihr Anteil liegt dem Ausschussbericht zufolge für 2027 nun bei 13 Prozent des Sparvolumens - nach 15 Prozent im Entwurf des Kabinetts. Hintergrund ist etwa, dass die kostenlose Mitversicherung von Ehepartnern eingeschränkt wird, jetzt aber mit weiter gefassten Ausnahmen.

Laut einer Umfrage gibt es viel Skepsis mit Blick auf die weitere Entwicklung der Beiträge. Ganz allgemein zur Gesundheitsreform gefragt, gaben 75 Prozent an, dass sie mit steigenden Beiträgen in den kommenden Jahren rechnen, wie die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der dpa ergab. Mit stabilen Beiträgen rechnen demnach 14 Prozent, mit sinkenden Beiträgen 2 Prozent. Befragt wurden 2.230 Menschen ab 18 Jahren vom 10. bis 13. Juli.

Kassenverbands-Chef Blatt sagte: "Nach den Einsparmaßnahmen in diesem Jahr brauchen wir im kommenden Jahr grundlegende strukturelle Reformen, um unser Gesundheitswesen finanziell und qualitativ für die Zukunft besser aufzustellen." Dazu gehörten Vorbeugung, Digitalisierung und die Einführung eines Systems, bei dem Patienten in der Regel zuerst, in Hausarztpraxen gehen./sam/DP/zb



Weitere Konjunkturnachrichten
 
Weitere Konjunkturnachrichten der letzten 14 Tage 
Seiten:  1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.041     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
20.07.2026 00:35 ROUNDUP/Medien: USA verlegen weitere Kampfjets nach Nahost
20.07.2026 00:35 ROUNDUP: US-Militär informiert über Tod eines weiteren Sol...
20.07.2026 00:31 Ukraine wirft Russland Angriff auf Schiff vor - fünf Tote
19.07.2026 20:35 dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR - Die wichtigsten Meldungen v...
19.07.2026 20:10 Neuer Premierminister verspricht 'mehr Luft zum Atmen'
19.07.2026 18:05 Presse: USA verlegen weitere Kampfjets nach Nahost
19.07.2026 17:11 ROUNDUP/Spahn-Nachfolge: Diese Namen werden genannt
19.07.2026 16:39 Trump fordert: Iran ins Russland-Sanktionspaket aufnehmen
19.07.2026 16:23 Mehr als 50 Millionen Euro für E-Auto-Prämien - Tesla vorne
19.07.2026 16:05 ROUNDUP: Iran meldet Angriff auf unfertiges Atomkraftwerk
19.07.2026 16:05 ROUNDUP/Israels Armee: Iran greift Küstenstadt Akaba in Jor...
19.07.2026 15:49 Nach Spahn-Rücktritt: Fraktionsspitze berät am Montag weiter
19.07.2026 15:35 ROUNDUP: Spahn-Beben könnte zu Regierungsumbau führen
19.07.2026 15:05 GESAMT-ROUNDUP 2: USA und Iran verschärfen den Krieg in der...
19.07.2026 15:05 ROUNDUP 2: Massiver russischer Raketenangriff auf Kiew - Opf...
19.07.2026 14:53 Israels Armee: Iran greift Küstenstadt Akaba in Jordanien an
19.07.2026 14:36 Irans Außenminister spricht über Sicherheitslücken
19.07.2026 14:35 Kuwait meldet erneut Beschuss - Kraftwerk getroffen
19.07.2026 14:35 Ukrainische Drohnen setzen Ölanlagen in Russland in Brand
19.07.2026 14:35 Iran meldet Angriff auf unfertiges Atomkraftwerk
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.



 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
20.07.2026

KODI CO LTD
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

WISEBIRDS INC
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

PEOPLEBIO INC
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

ULTRATECH CEMENT LTD
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services