Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
07.07.2026 15:24

ROUNDUP 2: 2.150 Drogentote - jeder vierte unter 30 Jahre

(neu Streeck)

BERLIN (dpa-AFX) - Für 2.150 Menschen in Deutschland hatte der Konsum von Drogen im vergangenen Jahr tödliche Folgen - dabei ist jeder vierte Drogentote jünger als 30. Der Drogenbeauftragte Hendrik Streeck sprach von einer Totenzahl auf Rekordniveau. 2024 hatte es 2.137 Drogentote gegeben.

"Besonders erschüttert mich, dass die Opfer immer jünger werden", sagte Streeck. Seit 2021 sind die Todesfälle unter 30 um mehr als die Hälfte gestiegen, bei den unter 20-Jährigen haben sie sich nahezu verdoppelt. 106 der Toten waren unter 20 Jahre, 422 waren 20 bis 29 Jahre alt. Mit 1.777 Opfern war die überwiegende Zahl der Toten männlich.

Streeck machte für die vielen jungen Opfer auch Mischkonsum von Medikamenten, Alkohol und anderen Substanzen verantwortlich - tödliche Kombinationen. "Viele dieser jungen Menschen können die Risiken noch nicht oder nicht vollständig überschauen."

Warum junge Menschen tödliche Drogen nehmen

Der Drogenbeauftragte und Mediziner nannte als Gründe junger Menschen, Drogen zu nehmen: psychische Belastung und Krisen - aber auch Neugier und Übermut. "Sucht und Drogenabhängigkeit entstehen selten aus einer einzigen Ursache und so gut wie nie ausschließlich aus der Substanz." Ursachen seien fehlende Bindung, Sicherheit oder Perspektive, auch wachsende Einsamkeit. Die Verfügbarkeit aller möglichen Drogen sei hoch. Interventionen kämen oft zu spät.

Junge Drogentote hätten insbesondere Medikamente konsumiert. Oft beteiligt: Benzodiazepine, opioidhaltige Schmerzmittel und andere psychoaktive Arzneimittel. Den in den allermeisten Fällen zugrunde liegenden Konsum mehrerer Substanzen nannte Streeck "hochgefährlich".

Aufruf zu mehr Hilfe

Nur rund die Hälfte der Betroffenen bekämen die nötigen Hilfen, sagte der Berliner Substitutionsarzt Thomas Peschel, in dessen Praxis Streeck die Zahlen vorstellte. Es gebe nicht genug ärztlichen Nachwuchs. Grund: Oft sei die Behandlung Abhängiger nach wie vor stigmatisiert.

Für Streeck ist die Frage, "warum wir als Gesellschaft nicht aus diesen Drogentoten-Zahlen lernen." Er sagte: "Die Drogenproblematik wird oft als Problem des Stadtbilds beschrieben, sie wird als Problem des Bahnhofs beschrieben." Für Streeck ist das Kernproblem aber, dass Hilfe "an vielen Stellen schwer erreichbar, zu langsam und sehr unterfinanziert" sei.

Er verlangte: "Wenn fast jeder vierte Drogentote unter 30 ist, dann darf unsere Antwort nicht Betroffenheit sein, sondern es braucht auch Konsequenzen: mehr Prävention, frühere Hilfe und ein Hilfesystem, das Menschen rechtzeitig erreicht." Angesichts der knappen Haushalte beim Bund, aber auch den Kommunen mit ihren Hilfeeinrichtungen forderte Streeck: "Wir haben in Deutschland ein gutes Suchthilfesystem, aber wir dürfen es nicht kaputtsparen."

Gerade Jugendliche bräuchten ausreichend Entzugs- und Therapieplätze. Es müsse Begleitung für Familien geben. Streeck forderte "Angebote, die sie erreichen, bevor aus Risiko ein Todesfall wird".

Die Todesfälle durch Drogen

Vergiftungen in Verbindung mit Opiaten/Opioiden machen mit 1.316 Toten die meisten Todesfälle aus - gefolgt von Vergiftungen mit Kokain/Crack (769), mit Heroin/Morphin (708), psychoaktiven Medikamenten (696) und mit Opiat-Substituten wie Methadon (611). Vergiftungen in Verbindung mit Amphetaminen lagen 602 Mal vor.

Synthetische Opioide hätten sich ausgebreitet: So gab es etwa auch 118 Todesfälle mit Beteiligung von Fentanyl, einem hochpotenten Schmerzmittel, das als Droge in den USA eine tödliche Epidemie ausgelöst hatte.

"Wir sehen auf dem Markt Tabletten, die aussehen wie bekannte Medikamente, aber mit hochpotenten synthetischen Opioiden wie Nitazenen versetzt sind", sagte Streeck zudem. Dabei handelt es sich um hochwirksame synthetische Opioide, viel stärker als Morphin und hochgradig gefährlich. "Schon kleinste Mengen können tödlich sein."

Trends über die Jahre

Bereits seit Jahren fordern die Drogenbeauftragten entschlossenes Handeln gegen steigende Opferzahlen. "Wir müssen schneller, systematischer und konsequenter reagieren auf neue, immer gefährlichere Drogen", hatte Streeck im vergangenen Jahr gesagt.

Streeck kündigte Maßnahmen zur Eindämmung neuer Drogenprobleme an, die die Bundesregierung derzeit ressortübergreifend erarbeite. Ein Teil davon sollen ausgebaute Frühwarnsysteme für synthetische Opioide sein.

Der Beauftragte wies aber auch darauf hin, dass die Entwicklung kein rein deutsches Problem sei. Weltweit sei der Drogenkonsum zuletzt weiter gestiegen, besonders bei Kokain und synthetischen Drogen. "Drogen, gefälschte Medikamente und hochriskante Mischungen sind heute oft nur wenige Klicks entfernt". Der "Dealer an der Straßenecke" sei längst nicht das einzige Problem.

Tendenziell steigen die Opferzahlen seit einigen Jahren bis auf Ausnahmen an. Vor zehn Jahren, 2016, gab es beispielsweise 1.333 Drogentote in Deutschland. Die Experten hatten damals von einer Zunahme des Konsums von neuen psychoaktiven Substanzen berichtet. Die meisten Todesfälle waren auf Heroinkonsum zurückzuführen, mit immer älteren Heroin-Konsumenten. Dadurch steige die Gefahr, die Droge körperlich nicht zu verkraften, hieß es damals. Bis 2012 war die Opferzahl zurückgegangen./bw/DP/jha



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   42 43 44 45 46    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.171     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
07.07.2026 15:51 DZ Bank hebt fairen Wert für Henkel auf 83 Euro - 'Kaufen'
07.07.2026 15:50 ROUNDUP: Verleger und Verbände laufen Sturm gegen Reformplan
07.07.2026 15:49 WDH/ROUNDUP/Nato-Gipfel mit Trump: Mehr Europa, trotzdem tra...
07.07.2026 15:48 Digitalbranche trotzt Flaute - KI und Cloud boomen weiter
07.07.2026 15:44 ROUNDUP: Salutschüsse und Jets - Erdogan gibt Trump pompös...
07.07.2026 15:44 Schaffen soziale Medien Verbindung oder Einsamkeit?
07.07.2026 15:43 ROUNDUP/Priens Plan: Elterngeld nur noch ein Jahr - dafür e...
07.07.2026 15:39 Britischer Rechtspopulist Nigel Farage legt Mandat nieder
07.07.2026 15:39 Post erhöht Prognose - Expressgeschäft brummt
07.07.2026 15:35 IRW-News: RAPID DOSE THERAPEUTICS: Rapid Dose Therapeutics e...
07.07.2026 15:33 DHL erhöht Ausblick nach starkem Quartal
07.07.2026 15:32 Trump erwägt Verkauf von F-35-Jets an die Türkei
07.07.2026 15:31 JPMorgan belässt Air France-KLM auf 'Overweight' - Ziel 16 ...
07.07.2026 15:29 Salutschüsse und Jets - Erdogan gibt Trump pompösen Empfang
07.07.2026 15:28 Trump äußert auch bei Nato-Gipfel Unmut über Europäer
07.07.2026 15:24 ROUNDUP 2: 2.150 Drogentote - jeder vierte unter 30 Jahre
07.07.2026 15:23
07.07.2026 15:22 Jefferies belässt Ottobock auf 'Buy' - Ziel 83 Euro
07.07.2026 15:20 Wachsender Protest gegen Reformplan für Informationsanfragen
07.07.2026 15:20 'Economist': Kopenhagen ist lebenswerteste Stadt der Welt
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
09.07.2026

Argentinien
Börsenfeiertage

HEG
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

SUPREME INFRASTRUCTURE INDIA LTD
Geschäftsbericht

G M BREWERIES
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services