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30.04.2026 10:21

ROUNDUP: VW-Tochter Porsche schneidet wie erwartet ab - Gewinnrückgang

STUTTGART (dpa-AFX) - Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche AG hat im ersten Quartal angesichts der Probleme in China und Zollkosten in den USA einen weiteren Gewinnrückgang eingefahren. Das operative Ergebnis des mehrheitlich zum VW-Konzern gehörenden Unternehmens lag mit 595 Millionen Euro gut ein Fünftel unter dem Vorjahreswert, wie Porsche am Mittwoch nach Börsenschluss in Stuttgart mitteilte. Analysten hatten mit einem Wert in dieser Größenordnung gerechnet. Die im MDax notierte Aktie gewann am Donnerstag nach Handelsbeginn.

In einem schwachen Gesamtmarkt legte das Papier um 1,6 Prozent auf 41,17 Euro zu. Die operative Marge im eigentlichen Geschäft ohne Sonderkosten stabilisiere sich auf dem Niveau von um die 8 Prozent, schrieb Citi-Analyst Harald Henrikse. Bei dem derzeitigen Absatzniveau sei das beeindruckend. Das gebe auch Zuversicht, dass die Talsohle erreicht sei. Womöglich dürften vor dem Kapitalmarkttag im Oktober aber noch strategische Entscheidungen des neuen Chefs Michael Leiters kommen.

Der Umsatz ging im ersten Quartal um rund 5 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zurück. Die operative Marge lag bei 7,1 Prozent und damit 1,5 Prozentpunkte niedriger als ein Jahr zuvor. Unter dem Strich fiel das Ergebnis nach Steuern um rund ein Viertel auf 391 Millionen Euro.

Porsche gab nach Angaben von Finanzchef Jochen Breckner in einer Telefonkonferenz rund 100 Millionen Euro an Sonderkosten für den Strategieschwenk aus - im Gesamtjahr dürfte der Betrag sich auf rund 900 Millionen Euro aufsummieren. Das wird die operative Marge im weiteren Jahresverlauf dann stärker belasten, weswegen das Management die Jahresprognose von 5,5 bis 7,5 Prozent bestätigte. Die US-Zölle kosteten im ersten Quartal rund 200 Millionen Euro, hieß es von Breckner.

Auch beim Umsatzziel von 35 bis 36 Milliarden Euro bleibt der Konzern. Potenzielle Folgen des Iran-Kriegs sind aber noch nicht einkalkuliert.

Neuer Chef treibt Neuausrichtung voran

Aus Porsche - früher erfolgsverwöhnt und Gewinnperle der Konzernmutter Volkswagen - ist im vergangenen Jahr ein Unternehmen im Krisenmodus geworden. Der Konzernüberschuss betrug nur noch 310 Millionen Euro, und lag 91,4 Prozent unter dem Wert aus dem bereits schwächeren Jahr 2024. Zugleich sank der Umsatz um fast ein Zehntel.

Ursachen für die Lage gibt es viele: Die Geschäfte in China stocken deutlich, die US-Zollpolitik kostete Hunderte Millionen Euro und die Elektro-Modelle von Porsche finden deutlich weniger Anklang als erwartet. Ex-Vorstandschef Oliver Blume hatte vor seinem Abgang daher noch die Strategie umgekrempelt - mehr Verbrenner im Angebot sollen künftig wieder Schub geben. Allein dieser Schritt kostete die Zuffenhausener mehrere Milliarden Euro.

"2026 steht für Porsche im Zeichen der Neuausrichtung", sagte der seit Jahresbeginn amtierende neue Konzernchef Leiters laut Mitteilung. Mit klaren Maßnahmen mache man Porsche schlanker und schneller. Die Transformation sei anspruchsvoll und erfordere konsequentes Handeln und Disziplin. Der Konzern will die Gewinnschwelle senken und verhandelt mit den Arbeitnehmern über ein weiteres Sparpaket.

Kürzlich hatte das Unternehmen zudem den Ausstieg aus der Luxusmarke Bugatti bekanntgegeben. Finanzielle Details nannte Breckner weiter keine. Allerdings rechne er für den Verkauf der restlichen Anteile an Bugatti selbst und an einem Gemeinschaftsunternehmen mit einem materiellen Zahlungsmittelzufluss. Abgeschlossen werden soll das Geschäft in den kommenden zwölf Monaten.

Verkäufe sinken weiter - besonders in China

Porsche hatte zu Jahresbeginn wie bereits bekannt weniger Fahrzeuge verkauft. Weltweit waren es 60.991 Auslieferungen - und damit 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Als Gründe nannte Porsche unter anderem das Auslaufen der Produktion der Modelle Cayman und Boxster mit Verbrenner sowie entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA.

Die Krise hatte zuletzt auch spürbare Folgen für die Beschäftigten von Porsche. Erstmals seit Jahren erhalten sie keine Prämie. Diese hatte der Vorstand wegen der wirtschaftlichen Lage gestrichen. 2023 hatten die Mitarbeiter an deutschen Standorten, die fest bei der Porsche AG und Tochtergesellschaften angestellt sind, noch bis zu 9.690 Euro erhalten. 2024 waren es bis zu 5.250 Euro. Auch die Vorstandsmitglieder erhalten für 2025 keinen Jahresbonus.

Für viele Beschäftigte dürfte die gestrichene Prämie aber die geringste Sorge sein: Denn angesichts der Verkaufsflaute muss Porsche seine Strukturen schrumpfen. Leiters hatte im März einen weiteren Stellenabbau angekündigt - zusätzlich zu einem ersten Paket. Denn bis 2029 sollen in der Region Stuttgart bereits rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Zusätzlich sind bereits die Verträge von rund 2.000 befristeten Angestellten ausgelaufen. Über ein zweites Sparpaket wird bereits länger verhandelt. Bisher ergebnislos./men/jwe/mne/stk



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