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29.04.2026 19:27

Porsche meldet fast ein Viertel weniger Gewinn

Sportwagenhersteller

Stuttgart (dpa) - Der Abwärtsspirale beim Sport- und Geländewagenhersteller Porsche dauert an. Von Januar bis März ging der Gewinn nach Steuern um fast 25 Prozent auf 391 Millionen Euro zurück, wie das Unternehmen aus Stuttgart mitteilte. Analysten hatten mit einem Wert in dieser Größenordnung gerechnet. Im ersten Quartal 2025 hatten die Schwaben einen Überschuss von 518 Millionen Euro erwirtschaftet. 

Nach dem massiven Gewinneinbruch 2025 verlor der Rückgang zu Beginn des Jahres aber an Tempo: In den Quartalen zuvor hatten Porsche deutliche höhere Einbrüche verzeichnet - und einmal rote Zahlen geschrieben. Der Umsatz ging von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zurück.

Finanzchef: Zahlen liegen im Rahmen der Erwartungen

«2026 steht für Porsche im Zeichen der Neuausrichtung», teilte der seit Anfang Januar amtierende Vorstandschef Michael Leiters mit. Mit klaren Maßnahmen mache man die Sportwagenschmiede schlanker und schneller. Die Transformation sei anspruchsvoll und erfordere konsequentes Handeln und Disziplin. Der MDax-Konzern will unter anderem die Gewinnschwelle senken.

Finanzchef Jochen Breckner zufolge liegt das erste Quartal im Rahmen der Erwartungen und stützt die Jahresprognose. Porsche gab in den erste drei Monaten des Jahres rund 100 Millionen Euro für den Strategieschwenk aus, wie der Manager in einer Telefonkonferenz sagte. Im Gesamtjahr dürfte sich der Betrag auf rund 900 Millionen Euro aufsummieren. Die US-Zölle kosteten im ersten Quartal rund 200 Millionen Euro, hieß es.

Trotz eines wirtschaftlich schwierigen Umfelds und geopolitischer Unsicherheit rechnet Porsche für das laufende Jahr mit einer etwas besseren Lage. Die Ziele sind aber verhalten. Das Management peilt einen Umsatz von rund 35 bis 36 Milliarden Euro. Davon soll auch wieder etwas mehr operativer Gewinn übrig bleiben. Potenzielle Folgen des Iran-Kriegs sind darin noch nicht eingepreist.

Verkäufe sinken weiter - besonders in China

Porsche hatte zu Jahresbeginn, wie bereits bekannt, auch weniger Fahrzeuge verkauft. Weltweit waren es 60.991 - und damit 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Als Gründe nannte die VW-Tochter unter anderem das Auslaufen der Produktion der Modelle Cayman und Boxster mit Verbrenner sowie entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA. In China ging der Absatz um 21 Prozent auf 7.519 Sport- und Geländewagen zurück.

Strategieschwenk kostete Milliarden

Aus Porsche - früher erfolgsverwöhnt und Gewinnperle der Konzernmutter Volkswagen - ist im vergangenen Jahr ein Unternehmen im Krisenmodus geworden. Der Konzernüberschuss betrug nur noch 310 Millionen Euro, und damit 91 Prozent unter dem Wert aus dem bereits schwächeren Jahr 2024. Zugleich sank der Umsatz um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro. 

Ursachen für die Lage gibt es viele: Die Geschäfte in China stocken deutlich, die US-Zollpolitik kostete Hunderte Millionen Euro und die Elektro-Modelle von Porsche finden deutlich weniger Anklang als erwartet. Ex-Vorstandschef Oliver Blume hatte vor seinem Abgang daher noch die Strategie umgekrempelt - mehr Verbrenner im Angebot sollen künftig wieder Schub geben. Allein dieser Schritt kostete die Zuffenhausener rund 2,4 Milliarden Euro.

Mitarbeiterprämie für 2025 gestrichen

Die Krise hatte zuletzt auch spürbare Folgen für die Beschäftigten von Porsche. Erstmals seit Jahren erhalten sie keine Prämie. Diese hatte der Vorstand wegen der wirtschaftlichen Lage gestrichen. 2023 hatten die Mitarbeiter an deutschen Standorten, die fest bei der Porsche AG und Tochtergesellschaften angestellt sind, noch bis zu 9.690 Euro erhalten. 2024 später waren es bis zu 5.250 Euro. Auch die Vorstandsmitglieder erhalten für 2025 keinen Jahresbonus.

Für viele Beschäftigte dürfte die gestrichene Prämie aktuell aber die geringste Sorge sein: Denn angesichts der Verkaufsflaute muss Porsche seine Strukturen schrumpfen. Leiters hatte im März einen weiteren Stellenabbau angekündigt - zusätzlich zu einem ersten Paket. Denn bis 2029 sollen in der Region Stuttgart bereits rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Zusätzlich sind die Verträge von rund 2.000 befristeten Angestellten ausgelaufen. Über ein zweites Sparpaket wird bereits länger verhandelt. Bisher ergebnislos.



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