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29.04.2026 13:53

OTS: Allianz Trade / Allianz Trade: Deutschem Luftverkehr droht stressiger ...

    Allianz Trade: Deutschem Luftverkehr droht stressiger Sommer wegen
Kerosinknappheit und steigenden Preisen
Hamburg (ots) -

- Kerosinknappheit: kombinierte Importe aus den USA und dem Nahen Osten lagen im
  April 82 % unter dem Vormonat
- Teure Sommerferien: Ticketpreise steigen, Zusatzgebühren kehren zurück;
  internationale Flugpreise bereits um 5-15 % gestiegen
- Keine kurzfristige Entspannung in Sicht: Preise bleiben auch nach Ferien hoch
- Angekündigte Kapazitätskürzungen bleiben in Europa bislang moderat bei 2-5 %
- Profiteure: Spanien, Portugal, Italien und Griechenland mit höherer Nachfrage
- Drastischer Einbruch für Tourismus im Nahen Osten: In 2026 Einnahmen von 60
  Mrd. USD gefährdet; Auswirkungen auch auf Ziele in Asien und Afrika

Der Konflikt im Nahen Osten droht, den europäischen Luftverkehr in der
Hauptreisezeit erheblich zu belasten. Engpässe bei Kerosin führen bereits zu
deutlich höheren Treibstoffkosten, steigenden Flugpreisen und ersten
Kapazitätskürzungen auf Kurzstrecken. Obwohl die Reiselust angesichts der
schwachen Konsumneigung in ganz Europa aktuell insgesamt eher gedämpft ist,
könnten einige südwesteuropäische Urlaubsregionen zu den Gewinnern geänderter
Fernreisepläne zählen. Insbesondere in Portugal, Spanien, Italien und
Griechenland sind Buchungen zuletzt gestiegen. Zu diesem Schluss kommt die
aktuelle Analyse des weltweit führenden Kreditversicherers Allianz Trade.

"Deutschland zählt zu den Ländern, die stark von importiertem Kerosin abhängig
sind," sagt Maria Latorre, Branchenexpertin bei Allianz Trade.

Im vergangenen Jahr verzeichnete Deutschland einen Versorgungsengpass von rund
100.000 Barrel Kerosin pro Tag, was bedeutet, dass der Verbrauch in Deutschland
die heimischen Raffineriekapazitäten übersteigt, sodass das Land auf Lieferungen
aus dem Ausland angewiesen ist - nur Großbritannien ist noch stärker abhängig
für Lieferkettenstörungen.

"Europa produziert nur etwa 50-60 % des Kerosinbedarfs selbst. Diese sind durch
den Nahostkonflikt drastisch eingebrochen und können auch durch rasant steigende
Importe aus den USA (+782 % im März im Vergleich zum Vormonat) nicht annähernd
kompensiert werden. Die kombinierten Lieferungen von Flugzeugtreibstoff aus den
USA und dem Nahen Osten im April lagen bisher über 80 % unter dem Vormonat. Die
Folge: Die Vorräte bauen sich schnell ab und das Risiko physischer Knappheit im
Frühsommer steigt."

Seit Beginn der Krise haben sich die Kerosinpreise etwa verdoppelt, während
Raffineriemargen (Crack-Spread: Preisdifferenz zwischen dem Rohöl und den
Endprodukten) zeitweise auf über 100 US Dollar (USD) pro Barrel gestiegen sind.

Teure Sommerferien: Ticketpreise steigen, Zusatzgebühren kehren zurück

"Treibstoff macht etwa ein Drittel der Betriebskosten von Airlines aus", sagt
Latorre. "In der Folge kürzen sie ihr Angebot selektiv und geben Preiserhöhungen
an die Passagiere weiter. In der Folge steigen Flugpreise direkt vor der
Hauptreisezeit deutlich. Für Kurzentschlossene dürften es teure Sommerferien
werden."

Internationale Flugpreise wurden bereits um 5-15 % erhöht. Zusätzlich führen
viele Gesellschaften wieder separate Kerosinzuschläge ein - zwischen 20 und 60
USD auf Kurz- und Mittelstrecken sowie 80 bis 150 USD auf Langstrecken. Auch
Nebenkosten steigen: Gepäckgebühren und Preise für Sitzplatzreservierungen
wurden zuletzt ebenfalls erhöht.

Ferienverkehr: Weniger Auswahl auf Kurzstrecken durch Streckenstreichungen

Angekündigte Kapazitätskürzungen bleiben in Europa - auch mit Blick auf den
deutschen Markt - bislang moderat bei 2-5 %. Bisher findet eher eine Optimierung
des Streckennetzes als eine systematische Kürzung statt. Die Streichungen
konzentrieren sich insbesondere auf Randzeiten, kurze Strecken und kleinere
Flughäfen.

Besonders betroffen sind Billigfluggesellschaften, die mit niedrigen Margen
arbeiten und in Ländern wie Deutschland auf Kurzstrecken zunehmend mit der Bahn
konkurrieren.

Gewinner: Urlaub lieber in Südeuropa - Nachfrage nach Nahreisen steigt

Teile der Nachfrage verlagern sich in der aktuellen Situation weg von teuren
Fernreisen. Davon dürften vor allem beliebte Tourismusziele in Südwesteuropa
profitieren.

"Gewinner von geänderten Fernreiseplänen dürfte der mediterrane Süden sein:
Buchungsdaten deuten aktuell auf einen Nachfrageanstieg von 32 % im
Jahresvergleich für Spanien und von rund 20 % für Italien, Griechenland und
Portugal hin", sagt Latorre. "Aber während ein Teil der Fernreisenden auf
Nahreisen und regionale Ziele umschwenkt, vergeht einigen angesichts steigender
Energiepreise, Inflation und schwacher Konsumstimmung auch die Reiselust. Einige
Haushalte dürften dieses Jahr insgesamt weniger für Reisen ausgeben. Deshalb
bleiben viele auch auf Balkonien. Der deutsche Inlandstourismus dürfte
infolgedessen nicht automatisch von einem Schub profitieren."

Keine kurzfristige Entspannung in Sicht: Preise bleiben auch nach Ferien hoch

Selbst bei einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus würde es nach
Schätzungen von Allianz Trade drei bis sechs Monate dauern, bis Förderung und
Raffinerieauslastung im mittleren Osten wieder weitgehend normalisiert sind.

"Für Reisende in Deutschland wird Fliegen erst einmal spürbar teurer," sagt
Latorre. "Selbst wenn sich die Lage im Nahen Osten rasch entspannt, bleiben die
Effekte auf Preise und Angebot über die Ferienzeit hinaus bestehen."

Drastischer Einbruch für Tourismus in Nahost: Einnahmen von 60 Mrd. USD
gefährdet

Insbesondere der Luxustourismus nach der Pandemie hat den Nahen Osten zu einem
wachstumsstarken Reiseziel gemacht, Nun steht der Tourismus in der Region vor
einem drastischen Einbruch. Vor dem Konflikt wurde für die Region im Jahr 2026
ein Wachstum der internationalen Ankünfte um13 % im Jahresvergleich erwartet,
nachdem diese 2025 gegenüber 2019 dank Visareformen und umfangreicher
Investitionen in den Tourismus um 51 % gestiegen waren.

"Sollte der Konflikt noch einen weiteren Monat andauern, könnten die
Touristenzahlen stattdessen um ein Viertel bis zu fast einem Drittel (25-30 %)
im Jahresvergleich zurückgehen", sagt Latorre. Das bedeutet einen Verlust an
Tourismuseinnahmen von etwa 60 Mrd. USD im Jahr 2026."

Am härtesten trifft es kleinere, vom Tourismus abhängige Länder: Der Tourismus
macht 9,1 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Libanon, 7,1 % in Bahrain, 6,2 %
in den Vereinigten Arabischen Emiraten und 5,9 % in Jordanien aus. Diese
Volkswirtschaften sind am stärksten von plötzlichen Einbrüchen bei den
Ankunftszahlen, den Deviseneinnahmen und der Nachfrage im Gastgewerbe betroffen.

Nahostkonflikt belastet auch Afrika und Asien als Reiseziele

"Insgesamt macht die direkte Anbindung an die Konfliktzone nur 10 % der
weltweiten Flugkapazität aus", sagt Latorre. "Der Nahe Osten ist jedoch ein
wichtiger globaler Luftverkehrsknotenpunkt, sodass jede Störung
unverhältnismäßig große Ausstrahlungseffekte hat und sich auf die
Langstreckenverbindungen und die Touristenströme in Regionen auswirkt.
Insbesondere die Europa-Asien-Strecken sind betroffen, aber auch viele Ziele in
Afrika und im indischen Ozean spüren die Auswirkungen sehr stark."

Mehrere wichtige Tourismusdestinationen - wie die Seychellen, die Malediven,
Mauritius, Thailand, Indonesien, Australien, Singapur und die Philippinen - sind
in hohem Maße von Langstreckenflugverbindungen abhängig, die über Drehkreuze im
Nahen Osten geführt werden. Die Tourismusnachfrage in diesen Volkswirtschaften
reagiert daher äußerst empfindlich auf die Bedingungen der Fluganbindung, selbst
geringfügige Erhöhungen der Treibstoffkosten oder längere Flugzeiten wirken sich
direkt auf die Besucherströme aus. Diese Dynamik ist besonders relevant für
Inselstaaten wie die Malediven, die Seychellen und Mauritius, die sehr auf
Tourismuseinnahmen angewiesen sind.

Die vollständige Studie finden Sie hier:

https://bit.ly/41Zb3Pw

Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und
anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz
gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100
Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an,
um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.

Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die
Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen
kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen und hat sofortigen Zugriff
auf die Daten von 289 Mio. Unternehmen in mehr als 160 Ländern. Insgesamt
umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen
Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.

Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und
gibt den weltweit über 75.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte
und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating
von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im
Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.

Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900
Mitarbeiter weltweit. 2025 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen
konsolidierten Umsatz von EUR 4 Milliarden und versicherte weltweit
Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.

Weitere Informationen auf http://www.allianz-trade.de

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zukunftsgerichtete Aussage wider. Die tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen
oder Ereignisse können aufgrund verschiedener Faktoren von solchen
zukunftsgerichteten Aussagen beträchtlich abweichen. Zu solchen Faktoren gehören
u.a.: (i) die allgemeine konjunkturelle Lage einschließlich der
branchenspezifischen Lage für das Kerngeschäft bzw. die Kernmärkte der
Allianz-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte einschließlich der
"Emerging Markets" einschließlich Marktvolatilität, Liquidität und
Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der versicherten
Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus Naturkatastrophen
ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv) Stornoraten, (v) Ausmaß
der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii) Wechselkursentwicklungen
einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii) Entwicklung der
Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche Änderungen
einschließlich solcher bezüglich der Währungskonvergenz und der Europäischen
Währungsunion, (x) Änderungen der Geldpolitik der Zentralbanken bzw.
ausländischer Regierungen, (xi) Auswirkungen von Akquisitionen, einschließlich
der damit verbundenen Integrationsthemen, (xii) Umstrukturierungsmaßnahmen,
sowie (xiii) allgemeine Wettbewerbsfaktoren jeweils in einem örtlichen,
regionalen, nationalen oder internationalen Rahmen. Die
Eintrittswahrscheinlichkeit vieler dieser Faktoren kann durch Terroranschläge
und deren Folgen noch weiter steigen. Das Unternehmen übernimmt keine
Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren.

Pressekontakt:

Allianz Trade
Antje Wolters
Pressesprecherin
Telefon: +49 (0)40 8834-1033
Mobil: +49 (0)160 899 2772
mailto:antje.wolters@allianz-trade.com


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OTS:               Allianz Trade


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