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28.04.2026 15:15

APA ots news: OeNB: Nahost-Krieg dämpft Erwartungen für das Kreditgeschäft...

APA ots news: OeNB: Nahost-Krieg dämpft Erwartungen für das Kreditgeschäft mit Unternehmen

Österreich-Ergebnisse der euroraumweiten Umfrage über das  
Kreditgeschäft (Bank Lending Survey), erstes Quartal 2026 

Wien (APA-ots) - Die Kreditnachfrage der österreichischen Unternehmen ist  
nach 
Einschätzung der heimischen Banken infolge der verstärkten 
Investitionstätigkeit im ersten Quartal 2026 weiter gestiegen. Die 
Unsicherheit und die direkten Auswirkungen des Krieges im Nahen und 
Mittleren Osten belasten jedoch den Ausblick für das Kreditgeschäft. 
Für das zweite Quartal 2026 erwarten die heimischen Banken einen 
Rückgang der Kreditnachfrage der Unternehmen. Im Gegensatz dazu 
erwarten die Banken, dass die Kreditnachfrage privater Haushalte 
weiter steigt - ein Trend, der gemäß den Antworten der Banken bereits 
seit zwei Jahren anhält und hauptsächlich mit dem niedrigeren 
Zinsniveau begründet wird. 

"Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten ist im ersten Quartal 
2026 erneut gestiegen, gleichzeitig zeigt sich zunehmend ein 
differenziertes Bild im Kreditgeschäft: Geopolitische Unsicherheiten 
belasten den Ausblick für Unternehmen, während die Kreditnachfrage 
der privaten Haushalte robust bleibt; vor allem aufgrund der 
gesunkenen Zinsen. Entscheidend wird sein, wie stark sich die 
anhaltende Unsicherheit in den kommenden Monaten auf die 
Investitionstätigkeit auswirkt" , so OeNB-Gouverneur Martin Kocher. 

Zwtl.: Unternehmenskredite: Folgen des Krieges im Nahen und Mittleren 
Osten trüben Ausblick für das zweite Quartal 2026 

Die gestiegene Kreditnachfrage von Unternehmen ist laut 
Rückmeldungen der Banken im ersten Quartal 2026 abermals gestiegen, 
nachdem sie bereits im dritten und vierten Quartal 2025 zugelegt 
hatte. Hintergrund ist die moderate wirtschaftliche Erholung seit 
2025 - und dabei insbesondere die verstärkte Investitionstätigkeit 
der Unternehmen, die auch zu einem Mehrbedarf an Kreditfinanzierung 
geführt hat. 

Der Anstieg der Kreditnachfrage dürfte sich aber zumindest 
vorerst nicht fortsetzen. Für das zweite Quartal 2026 erwarten die 
befragten Banken einen Rückgang der Nachfrage nach Krediten, 
insbesondere nach langfristigen Krediten. Kurzfristige Kredite sollen 
hingegen stärker gefragt sein. Das ist nach den Ergebnissen der 
Umfrage auf die Folgen des Krieges im Nahen und Mittleren Osten 
zurückzuführen, auf erhöhte Unsicherheit und steigende Preise: 
Unternehmen werden einerseits bei langfristigen Investitionen 
zurückhaltender und benötigen andererseits mehr kurzfristige 
Liquidität zur Finanzierung des laufenden Betriebs. 

Angebotsseitig belastet laut den Umfrageergebnissen die 
angespannte Risikosituation seit 2022 das Kreditgeschäft der Banken 
mit Unternehmen (allgemeine Wirtschaftslage, Kreditwürdigkeit der 
Unternehmen). Das hat zu einer laufenden Verschärfung der 
Kreditangebotspolitik der Banken geführt. Aufgrund des Krieges im 
Nahen und Mittleren Osten haben die Banken einige ihrer 
Vergaberichtlinien gezielt angepasst. Das spiegelt sich 
beispielsweise in der Vermeidung von Finanzierungen mit Bezug zur 
Kriegsregion und genaueren Prüfungen von Abhängigkeiten der 
Unternehmen hinsichtlich Energiepreisen und Lieferketten wider und 
betrifft nur einen kleinen Teil der Unternehmen. Der Krieg im Nahen 
und Mittleren Osten hat bisher aber gemäß den Antworten der Banken zu 
keinen generellen weiteren Verschärfungen beim Kreditangebot geführt. 

Es gab zuletzt Erleicherungen bei der Kreditfinanzierung für 
Unternehmen. Im ersten Quartal 2026 wurden laut Antworten der Banken 
die Margen für Kredite, die nicht überdurchschnittlich riskant sind, 
erneut gesenkt. Als wesentlicher Grund dafür wurde eine 
Intensivierung des Wettbewerbs zwischen den Banken gemeldet. 

Zwtl.: Anhaltende Erholung der Nachfrage nach privaten 
Wohnbaukrediten 

Nach einem historischen Tief steigt laut den Umfrageergebnissen 
die Nachfrage privater Haushalte nach Wohnbaukrediten seit dem ersten 
Halbjahr 2024 durchgehend. 2024 war der Anstieg noch moderat, danach 
ist er stärker ausgefallen - vor allem im ersten und zweiten Quartal 
2025. Für das zweite Quartal 2026 wird eine Fortsetzung dieses Trends 
erwartet. Als Hauptgrund für diese Entwicklung melden die Banken die 
gegenüber 2024 deutlich gesunkenen Zinsen. Von Juni 2024 bis Juni 
2025 hat die EZB ihren Leitzins schrittweise von 4 % auf 2 % gesenkt. 

Die laut Umfrageergebnissen gestiegene Nachfrage der privaten 
Haushalte nach Wohnbaukrediten hat folglich auch zu einer gestiegenen 
Neuvergabe von Wohnbaukrediten durch die Banken geführt. 2025 hat 
sich die Neukreditvergabe kräftig erholt. Im Jahresdurchschnitt 
wurden 1,4 Mrd EUR pro Monat an neuen Wohnbaukrediten vergeben. Das 
entspricht einem Zuwachs von fast 50 % gegenüber dem 
Jahresdurchschnitt von 2024. Die gestiegene Nachfrage nach 
Wohnbaukrediten signalisiert eine weiterhin solide Neukreditvergabe 
in den nächsten Monaten. Eine ähnlich expansive Kreditentwicklung wie 
in den Jahren der Niedrigzinsphase bis Mitte 2022 ist aber auf 
absehbare Zeit nicht zu erwarten. Zum Vergleich: 2017 und 2018, vor 
Beginn des ausgeprägten Kreditzyklus, wurden durchschnittlich 1,5 Mrd 
EUR pro Monat an neuen Wohnbaukrediten vergeben - also etwas mehr als 
2025, bei damals um 1,5 Prozentpunkte niedrigeren Kreditzinsen. 2021, 
am Höhepunkt des Kreditzyklus, betrug die Neukreditvergabe für 
privaten Wohnbau durchschnittlich 2,1 Mrd EUR pro Monat, bei damals 
um 2,2 Prozentpunkte niedrigeren Kreditzinsen. 

Die Ergebnisse stammen aus der vierteljährlichen Umfrage der 
Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) über das Kreditgeschäft unter 
den führenden heimischen Banken. Den Umfrageergebnissen sind keine 
Auswirkungen des Krieges im Nahen und Mittleren Osten auf das 
Kreditgeschäft der Banken mit privaten Haushalten zu entnehmen. Die 
aktuelle Umfrage wurde von Mitte März bis Anfang April 2026 
durchgeführt. 

Die Zentralbanken des Euroraums - in Österreich die 
Oesterreichische Nationalbank (OeNB) - führen gemeinsam mit der 
Europäischen Zentralbank (EZB) seit Anfang 2003 viermal jährlich eine 
Umfrage über das Kreditgeschäft im Euroraum durch, um ihren 
Informationsstand über das Kreditvergabeverhalten der Banken, die 
Kreditnachfrage von Unternehmen und privaten Haushalten, sowie 
sonstige die Geldpolitik betreffende Themen zu verbessern. Dabei 
werden rund 160 führende Banken aus allen Ländern des Euroraums 
befragt, darunter acht Institute aus Österreich. 

Ein ausführlicher Bericht über die Österreich-Ergebnisse wird in 
der Publikationsreihe "OeNB Reports" veröffentlicht ( 
https://www.oenb.at/Publikationen/Volkswirtschaft/reports.html ). 

Weitere Informationen und Daten zur Umfrage finden sich auf der 
OeNB-Website unter https://www.oenb.at/Geldpolitik/Erhebungen/umfrage 
-ueber-das-kreditgeschaeft.html . 

Die Resultate für den Euroraum werden von der EZB auf ihrer 
Website publiziert: 
https://www.ecb.europa.eu/stats/ecb_surveys/bank_lending_survey/html- 
/index.en.html 

Rückfragehinweis: 
   Oesterreichische Nationalbank 
   Pressesprecherin 
   Mag.a Marlies Schroeder, MiM 
   Telefon: (+43-1) 404 20-6900 
   E-Mail: marlies.schroeder@oenb.at 
   Website: https://www.oenb.at 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/156/aom 

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER 
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** 

OTS0184    2026-04-28/15:09


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