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21.04.2026 12:17

OTS: BearingPoint GmbH / Unsicherheit bremst Entscheidungen und entwickelt ...

    Unsicherheit bremst Entscheidungen und entwickelt sich zum
gesamtwirtschaftlichen Risiko (FOTO)
Frankfurt am Main (ots) - Unsicherheit ist für viele Menschen in Deutschland zum
ständigen Begleiter geworden, allerdings mit sehr unterschiedlichen
Schwerpunkten zwischen den älteren und jüngeren Generationen. Eine aktuelle
Umfrage von BearingPoint zeigt, wie stark diese Unterschiede Entscheidungen,
Karrieren und Erwartungen an Führung prägen und wie sich dies auf die
Gesamtwirtschaft auswirkt.

Politische und wirtschaftliche Unsicherheit führt dazu, dass Menschen in
Deutschland Entscheidungen zunehmend vertagen. Zugleich zeigen sich deutliche
Generationsunterschiede in Sorgen und Prioritäten. Eine aktuelle, repräsentative
Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint macht sichtbar:
Während ältere Altersgruppen vor allem Energiepreise und Versorgungssicherheit
beschäftigen, verbinden jüngere Menschen Unsicherheit stärker mit digitaler
Wettbewerbsfähigkeit, KI und ihrer beruflichen Zukunft.

Entscheidungen werden aufgeschoben

Die unsichere politische und wirtschaftliche Lage wirkt sich bereits konkret auf
das Verhalten aus: 17 Prozent der Befragten geben an, in den vergangenen Monaten
größere Anschaffungen (z. B. Auto, Haushaltsgeräte oder Elektronik) aufgeschoben
zu haben. Acht Prozent nennen vertagte Entscheidungen rund um Geldanlagen und
Altersvorsorge, sechs Prozent verschobene Schritte in der Lebensplanung. Jeweils
rund fünf Prozent betreffen aufgeschobene Jobwechsel bzw. Karriereschritte sowie
Immobilienkauf oder -miete. Insgesamt gibt fast jeder dritte Befragte an,
Entscheidungen aufgrund von Unsicherheit aufgeschoben zu haben. Ein Befund, der
laut BearingPoint auch gesamtwirtschaftliche Folgen hat.

"Wenn Entscheidungen systematisch aufgeschoben werden, verliert eine
Volkswirtschaft an Tempo. Das ist ökonomisch relevanter als kurzfristige
konjunkturelle Schwankungen", kommentiert Iris Grewe, Regionalleiterin
Central/East und globale Leiterin Consulting Ecosystem bei BearingPoint. "Was im
Privaten als Zögern beginnt, kann sich in der Folge gesamtwirtschaftlich zu
einem Investitionsstau verdichten."

Pessimistischer Zukunftsblick: Sorge um die nächste Generation als
Standortfaktor

Auch der Blick in die Zukunft ist bei vielen Befragten deutlich pessimistisch:
19 Prozent glauben, dass es der nächsten Generation wirtschaftlich auf jeden
Fall schlechter gehen wird, weitere 38 Prozent halten dies für wahrscheinlich.
Demgegenüber erwarten nur zehn Prozent eine wahrscheinlich bessere und zwei
Prozent eine auf jeden Fall bessere Entwicklung.

"Wenn eine Generation nicht mehr daran glaubt, dass es ihr wirtschaftlich besser
gehen wird, ist das nicht nur ein subjektives Empfinden von
Handlungsunfähigkeit, sondern ein reales Risiko für den Standort", so Iris
Grewe.

KI wird zur Zukunftsfrage einer Generation

Besonders deutlich zeigen sich die Unterschiede zwischen den Generationen beim
Thema Künstliche Intelligenz. Während insgesamt nur ein kleiner Teil der
Bevölkerung den technologischen Rückstand Deutschlands bei KI als größte Sorge
nennt, liegt der Anteil bei den 18- bis 24-Jährigen mit 13 Prozent mehr als
doppelt so hoch wie bei den 45- bis 54-Jährigen (sechs Prozent) und mehr als
viermal so hoch wie bei den über 55-Jährigen (drei Prozent).

Für jüngere Generationen ist digitale Wettbewerbsfähigkeit damit kein abstraktes
Zukunftsthema, sondern eng mit den eigenen Berufs- und Lebensperspektiven
verknüpft. Entsprechend ausgeprägt sind auch Sorgen rund um KI und
Automatisierung: 28 Prozent der unter 25-Jährigen geben an, dass ihnen diese
Entwicklungen mit Blick auf ihren aktuellen oder künftigen Arbeitsplatz
besondere Sorgen bereiten - deutlich mehr als in allen anderen Altersgruppen.

Unsicherheit bremst vor allem junge Karrieren

Die Studie zeigt zudem, dass wirtschaftliche und politische Unsicherheit
insbesondere bei Berufseinsteigern konkrete Auswirkungen auf
Karriereentscheidungen hat. Elf Prozent der 18- bis 24-Jährigen und zehn Prozent
der 25- bis 34-Jährigen geben an, geplante Jobwechsel oder Karriereschritte
aufgeschoben zu haben. Bei den über 55-Jährigen sind es lediglich zwei Prozent.

Das deutet darauf hin, dass jüngere Beschäftigte den Arbeitsmarkt aktuell als
deutlich instabiler wahrnehmen und Risiken stärker abwägen. Bemerkenswert ist
zudem: Die jüngste Altersgruppe sorgt sich im Vergleich weniger um klassische
Wohlstandsthemen wie Lebenshaltungskosten oder Konjunktur, dafür aber
überdurchschnittlich stark um technologische Umbrüche und
Qualifikationsanforderungen.

Führungsqualität wird zum entscheidenden Faktor im Wettbewerb um Talente

Vor diesem Hintergrund gewinnt Führung eine neue strategische Bedeutung. Mehr
als jeder zweite Beschäftigte unter 35 Jahren (54 Prozent) würde den Arbeitgeber
wechseln, wenn er dort bessere Führung erwarten könnte, selbst bei gleichem
Gehalt. In der Altersgruppe über 55 Jahren trifft dies nur auf rund 23 Prozent
zu.

Für junge Talente sind damit Entscheidungsstärke, Transparenz und Orientierung
mindestens genauso wichtig wie monetäre Anreize. Gefragt sind Führungskräfte,
die auch unter Unsicherheit handlungsfähig bleiben und klare
Zukunftsperspektiven aufzeigen.

"Führung ist kein Kulturthema mehr. In der Krise entscheidet sie darüber, ob
Staat, Unternehmen und die Gesellschaft handlungsfähig bleiben", sagt Iris
Grewe. "Insofern ist Führung ein ökonomischer Hebel. Denn sie bestimmt, wie
schnell und wie klar Organisationen unter Unsicherheit Entscheidungen treffen
und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. In diesem Zusammenhang wird
Unsicherheit dann zum wirtschaftlichen Faktor, wenn sie Entscheidungen
verzögert. Denn Wachstum entsteht nicht aus der Vermeidung von Risiken, sondern
durch bewusste und kontrollierte Risikobereitschaft."

Energie und Geopolitik bleiben Sorgen der Älteren

Während sich jüngere Menschen stärker auf KI und Arbeitsmarktentwicklungen
fokussieren, dominieren bei den über 45-Jährigen andere Unsicherheitsfaktoren.
Mehr als 60 Prozent der 45- bis 54-Jährigen und der über 55-Jährigen nennen
Energieversorgung, Energieabhängigkeiten und Energiepreise als größte Sorge. Das
sind deutlich mehr als in den jüngeren Altersgruppen.

Zudem zeigen die Ergebnisse, dass Personen mit höheren Bildungsabschlüssen
stärker durch geopolitische Konflikte beunruhigt sind als Menschen mit
niedrigeren Abschlüssen, während höhere Einkommen und formale Qualifikation die
Sorge um Energiepreise spürbar reduzieren.

Stadt, Land, Ost, West: regionale Muster, aber der größte Bruch verläuft entlang
Lebensphasen und Absicherung

Neben den Generationeneffekten zeigen sich auch Unterschiede entlang des
Lebensumfelds: Im ländlichen Raum sind Sorgen um Energieversorgung und
Verteidigungsfähigkeit stärker ausgeprägt, während in städtischen Regionen
Themen wie digitale Infrastruktur und KI häufiger als relevant genannt werden.

Auch zwischen Ost- und Westdeutschland gibt es Akzentverschiebungen: Menschen in
Ostdeutschland nennen geopolitische Konflikte häufiger als Sorge (55 Prozent vs.
50 Prozent), während in Westdeutschland ein höherer Bedarf an
Verteidigungsfähigkeit gesehen wird (31 Prozent vs. 23 Prozent).

In der Gesamtschau gilt jedoch: Die größten Unterschiede im Erleben von
Unsicherheit verlaufen weniger entlang der Region, sondern vor allem entlang von
Altersgruppen, finanzieller Absicherung sowie Lebens- und Besitzstatus.

Über die Umfrage

Die Ergebnisse basieren auf einer repräsentativen Online-Befragung von
BearingPoint, die durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov durchgeführt
wurde. Im Zeitraum vom 8. bis 10. April 2026 wurden insgesamt 2.096 Personen ab
18 Jahren in Deutschland befragt. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht
und Region quotiert und anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind
repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Über BearingPoint

BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit
europäischen Wurzeln und globaler Reichweite, die Unternehmen mithilfe moderner
Technologien transformiert. Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation,
indem wir fundiertes Branchenwissen mit starken Kompetenzen in Strategie,
Geschäftsprozessen, Technologie und KI kombinieren. Unsere Beraterteams arbeiten
dabei in unterschiedlichsten Industrien - immer nah am Kunden. Spezialisierte
SAP- und Microsoft-Einheiten, ein starker Fokus auf KI sowie ergebnisorientierte
Softwarelösungen ermöglichen maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die
Herausforderungen unserer Kunden.

Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und
Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 15.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und
engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen
Geschäftserfolg.

BearingPoint gehört zu den TIME World's Best Companies und den Forbes World's
Best Employers. Das Unternehmen ist zudem eine zertifizierte B Corporation, die
hohe soziale und ökologische Standards erfüllt.

Pressekontakt:

Alexander Bock
Global Senior Manager Communications
Tel: +49 89 540338029
E-Mail: mailto:alexander.bock@bearingpoint.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/68073/6259722
OTS:               BearingPoint GmbH


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