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15.04.2026 10:06

APA ots news: Aktueller Budgetausblick 2026 und 2027

    Defizitziel 2027 benötigt Konsolidierungsvolumen von 4,4 Mrd  
Euro 

Wien (APA-ots) - Zwtl.: Defizitziel 2027 benötigt Konsolidierungsvolumen  
von 4,4 Mrd 
Euro 

- 

Bisherige Konsolidierungsschritte zeigen Wirkung: Budgetdefizit 2025 
sinkt auf 4,2% des BIP, bleibt aber weiterhin deutlich über der 3%- 
Obergrenze. 

- 

Weitere Rückführung des Budgetdefizits ist unumgänglich. Nahezu 
unveränderte Defizitprognosen 2026 (4,0% des BIP) und 2027 (4,1% des 
BIP) machen rasches und ambitioniertes Vorgehen nötig. 

- 

Ausgabenwachstum bleibt weiterhin hoch. 

- 

Bereits 2027 besteht eine Lücke zu den Budgetzielen der 
Bundesregierung (3,5% des BIP) im Umfang von 4,4 Mrd Euro. Rasch 
wirksame zusätzliche Konsolidierungsschritte sind daher nötig. 

- 

Fiskalratsbüro erwartet Fortsetzung des rasanten Anstiegs der 
Staatsschuldenquote seit Beginn der multiplen Krisen 2019 von 71% auf 
85% des BIP bis 2027. 

Das Fiskalratsbüro erwartet für 2026 und 2027 gesamtstaatliche 
Budgetdefizite von 4,0% bzw. 4,1% des Bruttoinlandsprodukts (BIP). 
Damit bleibt die Einschätzung gegenüber der Herbstprognose des 
Fiskalrats nahezu unverändert. Ausschlaggebend dafür sind 
gegenläufige Entwicklungen bei Konjunktur, Inflation und 
Konsolidierungsmaßnahmen, die sich weitgehend ausgleichen. (Die 
Schnelleinschätzung basiert auf der aktuellen WIFO-Konjunkturprognose 
vom 10.4.2026.) Die niedrigeren Gehaltsabschlüsse für den 
öffentlichen Dienst und die weitere Rücknahme von Förderungen tragen 
zwar zur leichten Verbesserung des Budgetsaldos gegenüber 2025 bei, 
sind aber nicht in der Lage, die hohe Ausgabendynamik aufgrund 
erhöhter Inflation, dem dynamischen Anstieg der Gesundheitsausgaben 
und der deutlichen Erhöhung der Transfers an die EU zu durchbrechen. 
Eine nachhaltige und ausreichende Rückführung der Defizitquote bleibt 
aus. Bis 2027 nähert sich die Schuldenquote mit 85,0% des BIP ihrem 
historischen Höchststand, der im Zuge der Verstaatlichung von 
Geschäftsbanken im Rahmen des Bankenpakets erreicht wurde. Im 
Gegensatz zu damals ist der Anstieg der Verschuldung aber großteils 
nicht mit dem Erwerb von Vermögenswerten verbunden. Eine automatische 
Rückführung der Verschuldung ist damit ausgeschlossen. Eine 
Stabilisierung der Schuldenquote - dafür wären bis 2027 Defizite 
unter 2,5% des BIP nötig - ist derzeit außer Reichweite. 

Hohes Wachstum der Sozial- und Gesundheitsausgaben verhindern 
stärkeren Defizitrückgang 2025 

Der moderate Anstieg der Staatsausgaben im Jahr 2025 um 3,6% 
gegenüber dem Vorjahr (2024: +9,3%) spiegelt den Rückgang der 
Inflation und die bisherige gesamtstaatliche 
Konsolidierungsanstrengung wider, die u. a. die Streichung des 
Klimabonus, einen deutlichen Rückgang der Subventionen, aber auch 
geringere Investitionen in die Schieneninfrastruktur umfasste. Das 
strukturell zugrundeliegende Ausgabenwachstum blieb hingegen 
weiterhin hoch. Hierfür waren vor allem die starke Ausgabendynamik 
bei sozialen Sachleistungen im Gesundheitsbereich (v. a. Ausgaben für 
niedergelassene Ärzte und Medikamente) und bei Pensionsausgaben 
verantwortlich. Konjunkturbedingt stiegen die Arbeitslosenzahlungen 
deutlich an. Der Zuwachs der Staatseinnahmen schwächte sich zwar mit 
4,5% gegenüber dem Vorjahr etwas ab (2024: +5,3%), blieb aber trotz 
einiger Einnahmenverzichte der Vergangenheit (z. B. ökosoziale 
Steuerreform) dennoch klar über dem Ausgabenzuwachs und dem BIP- 
Wachstum. Die Konjunkturerholung, der deutliche Anstieg der 
Sozialversicherungsbeiträge u. a. aufgrund der weiterhin hohen Lohn- 
und Gehaltsabschlüsse und die Rücknahme von Steuererleichterungen aus 
den Vorjahren im Zusammenhang mit der Energiekrise waren für den 
deutlichen Einnahmenzuwachs verantwortlich. Das Budgetdefizit ging 
2025 ausgehend von 4,6% 2024 auf 4,2% des BIP zurück. Die 
Schuldenquote erhöhte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 81,5% des BIP. 

Makroökonomische Entwicklung unterliegt hoher geopolitischer 
Unsicherheit 

Die sich noch Anfang 2026 abzeichnende Erholung der Konjunktur 
und die damit einhergehenden positiven Effekte für den Staatshaushalt 
durch höhere Abgabeneinnahmen und geringere Leistungen für 
Arbeitslosigkeit schwächen sich ab, da sich die Unsicherheit aufgrund 
der angespannten geopolitischen Lage und der jüngsten 
Kriegshandlungen in Nahost erhöht. Das Risiko einer drastischen 
konjunkturellen Eintrübung und damit Verschlechterung des 
Budgetsaldos steigt mit Fortdauer des Krieges im Iran. Als 
"Faustregel" gilt: Sinkt das reale BIP um 1 Prozent, verschlechtert 
sich der Budgetsaldo um 0,5% des BIP. 

Geplanter Budgetpfad der Bundesregierung erfordert rasche weitere 
Konsolidierung 

Das Büro des Fiskalrates geht von Defiziten in Höhe von 4,0% des 
BIP (2026) und 4,1% des BIP (2027) aus. Daraus resultiert eine Lücke 
in Höhe von 0,6% des BIP zum geplanten Budgetdefizit der 
Bundesregierung von 3,5% des BIP im Jahr 2027. Um diese Lücke 
schließen zu können, ergibt sich unter der Berücksichtigung der 
negativen makroökonomischen Auswirkungen einer Konsolidierung auf die 
Volkswirtschaft Österreichs ein Konsolidierungsbedarf in Höhe von 4,4 
Mrd Euro. Um das laufende Defizitverfahren gegen Österreich wie 
geplant zu beenden, ist bis 2028 darüberhinausgehend zusätzlich zu 
konsolidieren. 

Strukturelles Ausgabenwachstum bleibt weiterhin hoch 

Trotz der Wirkung bzw. dem zusätzlichen Einsetzen von langfristig 
wirkenden Maßnahmen des ersten Konsolidierungspakets der 
Bundesregierung in den Jahren 2026 und 2027 - wie moderate 
Gehaltsabschlüsse im öffentlichen Dienst und Einsparungen bei 
Verwaltungspersonal - bleibt die zugrundeliegende Dynamik der 
Ausgaben hoch. Die voranschreitende Alterung der Gesellschaft, die u. 
a. für die steigenden Gesundheits- und Pflegeausgaben verantwortlich 
ist, der über die nächsten Jahre anhaltende Anstieg der 
Finanzierungskosten durch die Zinsnormalisierung und den laufenden 
Anstieg des Schuldenstandes, aber auch die deutliche Erhöhung des 
österreichischen EU-Beitrags im Rahmen des neuen EU-Budgetrahmens 
bedingen auch mittelfristig ein hohes Wachstum der Staatsausgaben. 
Zudem verschieben einige kurzfristig wirksame Maßnahmen (Aufschub von 
Infrastrukturinvestitionen, Anpassungen im Bereich der 
Korridorpension) die tatsächliche, permanent wirksame 
Konsolidierungslast nur in die Zukunft. Vor diesem Hintergrund ist 
ohne zusätzliche Konsolidierungsanstrengungen auch mittelfristig 
keine Rückführung der hohen Budgetdefizite zu erwarten. 

Staatsschuldenquote steigt ungebrochen weiter 

Die anhaltend hohen Primärdefizite (Maastricht-Defizit ohne 
Zinsausgaben) und die steigenden Zinsausgaben infolge höherer 
Verschuldung führen trotz eines weiterhin negativen Zins- 
Wachstumsdifferentials zu einem laufenden Anstieg der 
Staatsschuldenquote. Ausgehend von 81,5% im Jahr 2025 nähert sich die 
Schuldenquote 2027 mit 85,0% des BIP ihrem historischen Höchststand 
aus dem Jahr 2015 (85,6% des BIP) an. Das Wirtschaftswachstum ist zu 
schwach, um diesen Trend zu stoppen. 

Anmerkung: Die vom Fiskalratsbüro zum Ausdruck gebrachte Meinung 
gibt nicht notwendigerweise die Meinung des Fiskalrates wieder. 

Rückfragehinweis: 
   Büro des Fiskalrates 
   Mag. Bernhard Grossmann 
   Telefon: +43-1-40420-7473 
   E-Mail: office@fiskalrat.at 
   Website: https://www.fiskalrat.at 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/16539/aom 

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER 
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** 

OTS0049    2026-04-15/10:01


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