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11.03.2026 11:38

Irans Sportminister lehnt WM-Teilnahme ab

Fußball

Miami (dpa) - Irans Sportminister hat eine Teilnahme seines Landes an der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA angesichts des Krieges im Nahen Osten ausgeschlossen. Mit Blick auf die USA, die Ende Februar gemeinsam mit Israel den Iran angegriffen hatten, sagte Ahmad Donjamali in einem TV-Interview: «Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.»

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump noch FIFA-Präsident Gianni Infantino zugesichert, dass die iranische Nationalmannschaft bei der WM im Sommer in seinem Land antreten dürfe. «Während der Gespräche bekräftigte Präsident Trump, dass die iranische Mannschaft natürlich herzlich eingeladen sei, an dem Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen», sagte Infantino nach einem Treffen mit Trump.

Donjamali betonte derweil, dass «angesichts der bösartigen Maßnahmen, die gegen Iran durchgeführt wurden», sein Land «definitiv keine Möglichkeit zu einer solchen Teilnahme» habe. Ob die Entscheidung des Ministers final ist und der Iran die Teilnahme wirklich boykottiert, blieb zunächst unklar. 

Iran hätte drei Gruppenspiele in den USA

Der Iran würde bei dem am 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko beginnenden Turnier alle drei Gruppenspiele in den USA austragen. Die Vereinigten Staaten und Israel greifen den Iran seit Ende Februar an. Das Land führt Gegenschläge in der Region aus.

Zuvor hatte auch Mehdi Tadsch, der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes (FFI), bei der Nachrichtenagentur Isna erneut einen Verzicht angedeutet: «Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien.»

Dramatische Szenen in Australien 

Tadsch nahm Bezug auf das iranische Frauen-Team. Fünf Spielerinnen hatten während des Asien-Cups in Sydney humanitäre Visa erhalten, nachdem sie von der australischen Polizei aus ihrem Hotel gebracht worden waren. Zwei weitere Teammitglieder erklärten später, auch nicht zurückkehren zu wollen. Eine der Frauen entschied sich laut Innenminister Tony Burke in letzter Minute aber doch für die Rückreise in den Iran. Somit sind sechs Iranerinnen in Australien geblieben. 

Burke betonte, allen Spielerinnen sei vor der Abreise Asyl angeboten worden. Viele hätten aus Sorge um ihre Familien im Iran darauf verzichtet. 

Beim Abflug weinten viele Spielerinnen, andere lagen sich lange in dem Armen, wie Journalisten der Zeitung «Sydney Morning Herald», die den Nachtflug von Sydney nach Kuala Lumpur begleiteten, berichteten. Beobachter befürchten, dass den Frauen und ihren Familien nach ihrer Rückkehr Konsequenzen drohen. 

Nach der Landung am Morgen (Ortszeit) in Kuala Lumpur wartete Irans Botschafter in Malaysia bereits am Ausgang des Flugzeugstegs. Während einige Offizielle ihn begrüßten, wirkten viele Spielerinnen still und angespannt und starrten auf ihre Handys. Von Malaysia aus soll die Mannschaft über die Türkei weiter in den Iran reisen.

Die «Löwinnen» hatten wegen ihres stillen Protests beim Asien-Cup für internationales Aufsehen gesorgt. Beim ersten Gruppenspiel hatten die Spielerinnen während der Nationalhymne geschwiegen – im Iran wurde das als Zeichen gegen die Führung in Teheran gewertet. Staatsmedien bezeichneten sie später als «Verräterinnen», auch wenn sie bei den folgenden Partien wieder mitsangen.



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