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18.02.2026 11:07

ROUNDUP: Trendwende im Wohnungsbau in Deutschland? Wieder mehr Baugenehmigungen

WIESBADEN/BERLIN (dpa-AFX) - Es ist ein Hoffnungsschimmer im seit Jahren kriselnden Wohnungsbau in Deutschland, aber ist es auch schon die Trendwende? Nach drei Jahren mit rückläufigen Zahlen genehmigten die Behörden 2025 wieder mehr neue Wohnungen. 238.500 Einheiten zählte das Statistische Bundesamt. Das ist ein Plus von 10,8 Prozent zum Vorjahr, das den niedrigsten Stand seit 2010 gebracht hatte. Erstmals seit 2021 stieg damit die Zahl der Genehmigungen für Neubau und Umbau von Wohnraum wieder.

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) wertet dies als Beleg dafür, "dass die Trendwende im Wohnungsbau begonnen hat". Insbesondere das zweite Halbjahr mit einem Plus von 17,8 Prozent unterstreiche, "dass sich im Wohnungsbau vieles in die richtige Richtung bewegt", erklärte die Ministerin. "Die Stimmung in der Branche hat sich verbessert und auch die Investitionen steigen. Das ist auch das Ergebnis klarer politischer Entscheidungen."

Nicht alles, was genehmigt ist, wird auch gebaut

Bis die genehmigten Bauvorhaben umgesetzt werden, dauert es jedoch. "Der leicht steigende Trend bei den genehmigten Bauanträgen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein erheblicher Teil der Vorhaben sich verzögern oder gar nicht realisiert wird", ordnet der Präsident des Immobilienverbandes Deutschland (IVD), Dirk Wohltorf, ein.

Auch die Bauindustrie dämpft die Euphorie: "Der politische Erfolg der Bundesregierung muss sich an den Zahlen der Baufertigstellungen messen lassen", sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. "Denn nur dann münden die positiven Meldungen auch in Aufträge für die Wohnungsbauunternehmen und in bezahlbarem Wohnraum."

Knappes Angebot in vielen Städten

Nach Schätzungen der Immobilienbranche werden im laufenden Jahr 215.000 Wohnungen fertiggestellt werden. Das wären etwa 20.000 weniger als 2025 und deutlich weniger als benötigt. Das Pestel-Institut hatte vorgerechnet, dass Ende 2024 bundesweit 1,4 Millionen Wohnungen fehlten.

"Wir schieben ein riesiges Defizit vor uns her, was den Wohnungsmarkt in den Städten unter enormen Druck setzt", sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe. "Und 2026 wird nicht besser: Die Fertigstellungszahlen werden weiter sinken, weil eine genehmigte Wohnung erst in zwei bis drei Jahren fertig ist."

Seit Jahren ist bezahlbarer Wohnraum vor allem in Ballungsräumen knapp. In Städten wie München, Frankfurt oder Berlin, aber auch in anderen Regionen sind hohe Kosten fürs Wohnen für viele Menschen eine erhebliche Last.

Wann zündet der "Bau-Turbo"?

Mehr neue Wohnungen sind erklärtes Ziel der schwarz-roten Bundesregierung. Die SPD-geführte Vorgängerregierung hatte 400.000 neue Wohnungen in Deutschland pro Jahr versprochen, dieses Ziel aber nie erreicht. Im Jahr 2024 waren 251.900 Wohnungen hierzulande fertiggestellt worden und damit so wenig wie seit 2015 nicht mehr.

Die amtierende Bundesregierung will mit einem "Bau-Turbo" über schnellere Genehmigungen den schleppenden Wohnungsbau voranbringen. Fachleute halten das für einen richtigen Impuls. Bauministerin Hubertz äußerte sich zuversichtlich, dass die Regierung mit diesem und weiteren Schritten dafür sorgt, "dass sich der positive Trend auch im Jahr 2026 weiter fortsetzt". Doch die meisten Hochbau-Unternehmen rechnen erst für die Jahre 2027 und 2028 mit spürbaren Effekten des "Bau-Turbos".

Den vorläufigen Zahlen der Wiesbadener Statistiker zufolge wurden im vergangenen Jahr in neu zu errichtenden Wohngebäuden 194.200 Wohnungen genehmigt und damit 13,2 Prozent mehr als 2024. Während es bei Einfamilienhäusern um 17,2 Prozent auf 44.500 nach oben ging, blieb die Zahl neuer Zweifamilienhäuser fast unverändert bei 12.600. In neuen Mehrfamilienhäusern, der zahlenmäßig stärksten Gebäudeart, genehmigten die Behörden 128.100 Wohnungen und damit 12,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor./ben/DP/jha



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