Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
15.02.2026 15:05

ROUNDUP 4/Europäische Länder: Nawalny starb laut Analyse an Nervengift

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Zwei Jahre nach dem Tod von Alexej Nawalny steht für Deutschland und vier weitere europäische Länder fest, dass Russland den prominenten Kremlkritiker mit einem starken Nervengift umgebracht hat. Außenminister Johann Wadephul erklärte bei einem aufsehenerregenden Auftritt mit Nawalnys Witwe am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz, nach Analysen von Proben sterblicher Überreste sei klar: "Alexej Nawalny wurde in russischer Gefangenschaft vergiftet."

Julia Nawalnaja sagte, nun habe man den Beweis, dass Kremlchef Wladimir Putin ein Mörder sei. Schon vor zwei Jahren hatte sie auf der Konferenz angesichts der damaligen Berichte über den Tod ihres Mannes zum Kampf gegen den russischen Machtapparat aufgerufen. Nun forderten Wadephul, dessen Kolleginnen und Kollegen aus Großbritannien, Frankreich, Schweden sowie den Niederlanden und Nawalnaja erneut Konsequenzen für Putin.

Solche Folgen muss der Kremlchef aber zunächst nicht fürchten. So blieb etwa ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag wegen des von Putin vor fast vier Jahren begonnenen Angriffskriegs auf die Ukraine bislang folgenlos, weil das Gericht keinen Zugriff auf den Kremlchef hat.

Moskau spricht von Ablenkungsmanöver

Für das russische Außenministerium nannte Sprecherin Maria Sacharowa die Veröffentlichung eine "Informationskampagne mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit von den drängenden Problemen des Westens abzulenken".

Wadephul sagte auf eine Journalistenfrage, warum die Analysen so lange gedauert hätten, es habe sich um ein kompliziertes Verfahren gehandelt. Details nannte er nicht. Er betonte: "Es ist heute eine passende Gelegenheit, das der Öffentlichkeit auch zu präsentieren" Dies zeige, dass Putin fürchten müsse, "dass so etwas nicht unter der Decke bleibt".

Hochgiftige Substanz aus Hautdrüsensekret bestimmter Pfeilgiftfrösche

Die sterblichen Überreste Nawalnys hätten ein besonders starkes Nervengift, Epibaditin, enthalten, sagte Wadephul. Die Wirkung des im Hautdrüsensekret von Baumsteigerfröschen in Ecuador, sogenannten Pfeilgiftfröschen, vorkommenden Giftes sei 200 Mal so stark wie Morphium. Das Nervengift lässt sich inzwischen auch im Labor herstellen. Am effektivsten wirkt Epibaditin bei Injektion ins Blut, ist aber auch bei Verschlucken wirksam. Der Tod tritt durch Atemstillstand ein.

Tod in Strafkolonie nördlich des Polarkreises

Nawalny galt als prominentester Gegner Putins, auch weil er Korruptionsfälle aufdeckte und dessen nach außen getragenen konservativen Werte als hohl entlarvte. Damit schuf er sich in Putin einen Todfeind. Selbst den Namen seines Kontrahenten sprach der Präsident nicht aus.

Dass Nawalny eine echte Gefahr für das System darstellte, zeigt die Moskauer Oberbürgermeister-Wahl von 2013, wo er trotz Hindernissen 27 Prozent der Stimmen gegen den Amtsinhaber und Putin-Vertrauten Sergej Sobjanin holte.

2020 wurde Nawalny vergiftet und im Koma liegend nach Deutschland geflogen, wo er in der Berliner Charité behandelt wurde. Russlands Behörden nahmen ihn im Januar 2021 bei seiner Rückkehr noch auf dem Flughafen fest - wegen des angeblichen Verstoßes gegen frühere Bewährungsauflagen.

Später verurteilten russische Gerichte Nawalny zu langen Haftstrafen

- unter anderem wegen Extremismus. Am 16. Februar 2024 starb er in

einer Strafkolonie nördlich des Polarkreises. Damals war er 47 Jahre alt - die russischen Behörden sprachen von einer natürlichen Todesursache.

Chemiewaffen-Kontrolleure sollen sich mit Analysen beschäftigen

"Niemand außer Putins Schergen wird uns sagen können, wie dieser 16. Februar 2024 in der russischen Strafkolonie im Einzelnen abgelaufen ist", sagte Wadephul. "Klar ist: Die russischen Behörden hatten die Möglichkeit, das Motiv und die Mittel, Nawalny das Gift zu verabreichen."

Vor dem Hintergrund, dass das Gift in Russland in der Natur nicht vorkommt und im Labor hergestellt werden kann, kritisierte Wadephul, Putin seien auch seine Verpflichtungen nach dem Chemiewaffenübereinkommen völlig egal. Deshalb habe man den Generaldirektor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen über die Erkenntnisse informiert. Das Abkommen hat ein weltweites Verbot chemischer Waffen und die Vernichtung von Chemiewaffenbeständen zum Ziel.

"Mühlen der Gerechtigkeit mahlen langsam, aber entschlossen"

Nawalnaja erklärte in einer teils auf russisch gehaltenen Rede, sie hoffe, dass Putin "irgendwann auf der Anklagebank landet und sich für alles, was er getan hat, verantworten muss".

Die britische Außenministerin Yvette Cooper zitierte in München Nawalnys Worte: "Wir müssen das tun, was sie fürchten. Sagt die Wahrheit, verbreitet die Wahrheit. Das ist die mächtigste Waffe." Schwedens Außenministerin Maria Stenergard sprach von einem wichtigen Schritt, um Russland zur Rechenschaft zu ziehen und seine fortwährenden Lügen aufzudecken. Der niederländische Außenminister David van Weel sagte, die Mühlen der Gerechtigkeit mahlten zwar vielleicht langsam, aber entschlossen für Nawalny./bk/DP/zb



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 986     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
05.03.2026 03:35 EQS-News: BYDFi bei der Crypto Expo Europe zur besten All-in...
05.03.2026 03:15 EQS-News: Apacer auf der embedded world 2026: Speicherlösun...
05.03.2026 01:54 US-Gericht: Unternehmen haben Anspruch auf Zoll-Rückzahlung
05.03.2026 01:15 EQS-News: WBBA veröffentlicht globale Bewertungs- und Zerti...
04.03.2026 23:21 Tech-Konzerne sagen Selbstfinanzierung von KI-Strom zu
04.03.2026 23:11 Chipkonzern Broadcom bleibt optimistisch
04.03.2026 22:53 ROUNDUP: Iran dementiert geheime Kontaktaufnahme zur CIA
04.03.2026 22:53 Trump: China verkauft Windräder an 'Dumme drüben in Europa'
04.03.2026 22:52 INDEX-MONITOR: Lufthansa verpasst Dax-Rückkehr - Nur Wechse...
04.03.2026 22:51 EQS-Adhoc: Formycon AG veröffentlicht vorläufige Zahlen f?...
04.03.2026 22:37 POLITIK: US-Außenminister Rubio hält Angriffe auf Türkei ...
04.03.2026 22:37 Selenskyj: Bisher keine Signale für neue Ukraine-Gespräche
04.03.2026 22:36 ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Erholung - Gute Daten und E...
04.03.2026 22:23 Reiche lässt hohe Spritpreise überprüfen
04.03.2026 22:22 Israel zerstört im Iran 300 Raketenwerfer - weniger Angriffe
04.03.2026 22:22 Aktien New York Schluss: Erholung - Robuste Daten und Entspa...
04.03.2026 22:16 Tesla-Betriebsratswahl: Gewerkschaftsunabhängige Liste vorn
04.03.2026 22:12 Reiche lässt hohe Spritpreise überprüfen
04.03.2026 22:08 Drittliga-Eklat: Böller verletzt Essens Torwart
04.03.2026 22:04 Tesla-Betriebsratswahl: Gewerkschaftsunabhängige Liste vorn
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
05.03.2026

TESORO GOLD
Geschäftsbericht

TECHGEN METALS LTD
Geschäftsbericht

GASNET AUSTRALIA
Geschäftsbericht

SPIRENT COMMUNICATIONS PLC
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services