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21.01.2026 15:53

ROUNDUP 3: Netflix enttäuscht mit Ausblick und setzt Rückkäufe aus - Aktie fällt

(Neu: Kurs aktualisiert)

LOS GATOS (dpa-AFX) - Der US-Streamingriese Netflix strapaziert im Übernahmekampf um das Hollywood-Urgestein Warner Brothers Discovery die Geduld seiner Anleger. Weil das Netflix-Management den dutzende Milliarden schweren Kauf des Streaming- und Studiogeschäfts von Warner inzwischen komplett bar stemmen will, setzte der Konzern nun seine laufenden Aktienrückkäufe aus.

Auch der Ausblick auf den Gewinn je Aktie im gerade begonnenen Quartal ließ bei den Investoren zu wünschen übrig. Da konnten frische Nutzerzahlen sowie deutlich gestiegene Umsatz- und Gewinnkennziffern aus dem Schlussquartal nicht mehr überzeugen - die Aktie fiel kurz nach dem Börsenstartam Mittwoch um rund vier Prozent auf 83,78 US-Dollar. Für 2026 steht nun ein Kursminus von fast elf Prozent auf dem Zettel.

Seit dem ersten Bekanntwerden der Warner-Übernahmepläne hat das Papier mehr als 30 Prozent an Wert verloren. Netflix musste wegen des in den vergangenen Wochen absackenden Kurses bereits einschwenken und auf eine Aktienkomponente bei dem Deal verzichten, weil der Gegenwert des Gebots für die Warner-Aktionäre schwand. Zur Finanzierung braucht Netflix dementsprechend mehr Bares - und legt daher die bei US-Investoren so beliebten Aktienrückkäufe auf Eis.

Im Bericht gebe es etwas sowohl für Bullen als auch Bären an der Börse, schrieb Jefferies-Analyst James Heaney. Sowohl bei der in Aussicht gestellten Profitabilität als auch den jüngsten Sehzeiten der Nutzer habe Netflix etwas enttäuscht. Dafür sehe aber die Umsatzprognose etwas besser als erwartet aus und die bestätigten Ziele für 2030 seien ebenfalls auf der positiven Seite zu sehen.

Mehr als 325 Millionen Kunden

Netflix knackte im vergangenen Vierteljahr die Marke von 325 Millionen Kunden, wie das Unternehmen am Vorabend nach US-Börsenschluss mitteilte. Eine genaue Zahl wurde nicht genannt - aber das jetzige Update zur Nutzerzahl ist das erste seit einem Jahr. 2024 hatte Netflix das Jahr mit 301,6 Millionen zahlenden Kunden abgeschlossen. Da in Haushalten oft mehr als eine Person wohnt und der Netflix-Account geteilt wird, sieht sich der Branchenriese auf dem Weg zu einer Milliarde Zuschauer.

Im Schlussquartal steigerte Netflix den Umsatz im Jahresvergleich um 17,6 Prozent auf gut zwölf Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 2,42 Milliarden Dollar (rund zwei Milliarden Euro) in den Kassen - etwa 29 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und etwas mehr als von Experten erwartet. Im ersten Quartal geht Netflix nun von 76 US-Cent Gewinn je Aktie aus - hier hatten Analysten im Schnitt aber mit 82 Cent mehr auf dem Zettel.

Teure Übernahmepläne

Netflix versucht gerade, das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Brothers zu übernehmen. Für den inklusive Schulden rund 83 Milliarden Dollar schweren Deal werde man die Aktienrückkäufe aussetzen, teilte Netflix bei Vorlage der Quartalszahlen mit. US-Unternehmen stützen oft die Kurse ihrer Papiere mit Aktienrückkäufen.

Der Streaming-Riese ist in einem Bieterwettstreit mit dem Hollywood-Konzern Paramount Skydance , der Warner Bros. Discovery für 108,4 Milliarden Dollar komplett übernehmen will, samt der TV-Sender wie unter anderem CNN. Das Warner-Management entschied sich für das Netflix-Gebot, Paramount wandte sich danach direkt an die Aktionäre. Der Ausgang des Bieterwettstreits ist noch offen.

Charme-Offensive bei Kinobranche

Netflix setzt unterdessen die Charme-Offensive bei Kino-Betreibern fort, bei denen die Warner-Übernahmepläne auf Skepsis treffen. Man habe über die Jahre immer wieder erwogen, ein eigenes Filmtheater-Geschäft aufzubauen, sei aber angesichts anderer Prioritäten nicht dazu gekommen, betonten Co-Chef Greg Peters und der andere Co-Chef Ted Sarandos in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Mit Warner Bros. werde man aber ein bereits gut laufendes Kino-Geschäft bekommen und es stärken.

Netflix hatte in der Vergangenheit wenig Begeisterung fürs Kino gezeigt. Auf Fragen dazu antworteten Manager stets, dass es für die Firma wichtiger sei, Filme für hunderte Millionen Streaming-Kunden zu veröffentlichen, als sie auf die Leinwand zu bringen. Sarandos betonte jetzt, seine früheren Äußerungen stammten aus einer Zeit, in der Netflix noch nicht im Filmtheater-Geschäft aktiv gewesen sei.

Hochformat-Videos im Auge

Bei Netflix denkt man zwar vor allem ans TV-Format - aber der Streaming-Marktführer will auch Hochkant-Videos auf dem Smartphone nicht komplett Rivalen wie Tiktok oder Instagram überlassen. Manager Peters verwies darauf, dass der Dienst bereits seit Monaten einen Feed mit Senkrecht-Clips aus seinen Filmen und Serien teste. In Zukunft könnten Ausschnitte aus Video-Podcasts dazukommen. Das Format solle Teil einer Erneuerung der Smartphone-App von Netflix in diesem Jahr werden.

Der Vertikal-Feed soll Nutzern helfen, Netflix-Sendungen zu entdecken, die sie sich ansehen möchten. Aktuell werden Ausschnitte aus Netflix-Serien im Senkrecht-Format oft zum Beispiel bei Tiktok verbreitet - dem Dienst wäre aber lieber, wenn das auf seiner eigenen Plattform stattfinden würde./men/so/err/stk/mis



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