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01.01.2026 16:35

«Einfach krank»: Prevc düpiert Skisprung-Rivalen an Neujahr

Vierschanzentournee

Garmisch-Partenkirchen (dpa) - Zu den berühmten Klängen von «Angels» von Robbie Williams genoss Domen Prevc seinen nächsten ungefährdeten Skisprung-Triumph. Während der slowenische Dominator auch beim zweiten Wettbewerb der Vierschanzentournee mit gewaltigem Vorsprung siegte, verzweifeln die Deutschen von Tag zu Tag mehr am kaum zu bezwingenden Überflieger. 

«Es ist krass, wenn man sieht, wie groß der Abstand von Domen ist. Das ist einfach krank, der macht brutal gute Sprünge», sagte Philipp Raimund nach dem Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen voller Bewunderung. Prevc liegt in der Gesamtwertung schon knapp 20 Meter vor dem ersten Verfolger Jan Hörl, über 25 Meter vor dem besten Deutschen Felix Hoffmann und knapp 30 Meter vor Raimund. 

Prevc als «schlimmster Albtraum der Schwerkraft»

Im Auslauf der Großen Olympiaschanze verneigte sich der Mann im Gelben Trikot vor den 22.000 Fans im ausverkauften Stadion. Es sind Skisprung-Festtage für Prevc und seine Fans. Ein Plakat im Zuschauerbereich stand symbolisch für die bisherige Dominanz des 26-Jährigen: «Domen Prevc - der schlimmste Albtraum der Schwerkraft».

«Er sorgt einfach dafür, dass es gar nicht so sehr spannend ist», sagte ZDF-Experte Severin Freund treffend zur Gesamtsituation. Die spannende Frage dürfte in Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) nicht mehr sein, ob Prevc den goldenen Adler gewinnt oder nicht. Sondern ob er nach Sven Hannawald, Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi der vierte Athlet der Historie wird, der alle vier Tournee-Springen in einer Saison gewinnt.

Bundestrainer mit Plätzen sechs und sieben zufrieden

Die deutschen Spitzenspringer Hoffmann und Raimund belegten die Plätze sechs und sieben. Zufrieden und grinsend winkten sie nach ihren Sprüngen in die Kameras. Doch für mehr als die erweiterte Weltspitze reicht es im Team von Bundestrainer Stefan Horngacher derzeit nicht. «Mit sechs und sieben können wir zufrieden sein», sagte Horngacher, der nach diesem Winter als Chefcoach beim Deutschen Skiverband abtritt.

Prevc flog an Neujahr auf 143 und 141 Meter und distanzierte Österreichs Hörl und dessen Landsmann Stephan Embacher mit gewaltigem Abstand auf die weiteren Podestplätze.

Hoffmann (134 und 136 Meter) sowie Raimund (134 und 135 Meter) sprangen an der Großen Olympiaschanze so wie in den vergangenen Wochen: stark und ohne große Fehler, aber nicht stark genug für einen Einzelsieg, auf den die Deutschen in Garmisch seit Hannawald im Jahr 2002 warten. 

Geiger und Wellinger ohne Punkte

Erneut einen gebrauchten Tag erwischten Deutschlands Routiniers Andreas Wellinger und Karl Geiger. Zwar erzielten sie zum ausgelassenen Jahresstart bei prächtigem Winterwetter bessere Resultate als beim Debakel in Oberstdorf - doch die Plätze 32 und 33 reichten für die einstigen Weltklasse-Athleten erneut nicht für Weltcup-Punkte.

«Das Fazit ist nicht gut, nicht schlecht. Von der Sprungqualität her habe ich gedacht, dass mehr rauskommt», sagte Wellinger, der auf den Tag genau vor zwei Jahren nach Garmisch noch die Tournee-Gesamtwertung angeführt hatte und am Ende nur hinter dem Japaner Kobayashi landete. 

Wellinger: «Die nüchterne Realität»

«Aktuell haben wir zu viele, die vor dem zweiten Durchgang ausscheiden. Das ist die nüchterne Realität», sagte Wellinger zur schwachen Teambilanz hinter Hoffmann und Raimund. Schon in Oberstdorf hatten nur zwei deutsche Athleten das Finale der besten 30 erreicht. Diesmal waren es immerhin drei.

Mit einer vierfachen Nullnummer aus der Tournee gehen wird der Slowene Timi Zajc, der wie in Oberstdorf für einen nicht regelkonformen Anzug vom Springen ausgeschlossen wurde. 

«Es kann passieren, aber wenn es das zweite Mal in Folge passiert, muss ich sagen: das darf nicht passieren. Das ist für den Athleten natürlich sehr frustrierend», sagte Geiger. Zajc ist damit für die beiden anstehenden Tournee-Wettbewerbe in Österreich gesperrt.

Betrugsvorwürfe wegen Bindung

Rund zehn Monate nach dem Anzugskandal bei der WM in Trondheim gibt es - auch abseits der zahlreichen Disqualifikationen - wieder Anschuldigungen. Norwegische Medien hatten an der Legalität der Bindung von Österreichs Springer Manuel Fettner gezweifelt. Der Weltverband entkräftete die Vorwürfe: «Die Bindung ist seit etwa zehn Jahren in Nutzung und wurde genehmigt», hieß es.

Geiger wirkte davon genervt und sagte: «Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man selbst betrogen hat und das dann anderen unterstellt. Das ist nicht unbedingt die beste menschliche Art. Das gehört sich einfach nicht.» In Trondheim hatten die Norweger selbst für einen Skandal gesorgt, als sie unerlaubt ein steifes Band in den Anzug eingenäht hatten und bei dem Betrug durch ein anonym aufgenommenes Video erwischt wurden.



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