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05.05.2025 10:42



FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Extrem starke drei Wochen haben den DAX über die 23.000 Punkte-Marke gehievt, die "Liberation Day"-Delle ist wieder wettgemacht. Allerdings bleibt die Unsicherheit hoch.

5. Mai 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Über 4.000 Punkte in nicht einmal vier Wochen - eine rasante Erholungsrally hat den DAX wieder in die Nähe des Allzeithochs von 23.476 Punkten aus dem März gebracht. "Die Wochenbilanz zeugt davon, dass die Anleger wieder Vertrauen fassen", erklärt Helaba-Analystin Claudia Windt. Es werde darauf gesetzt, dass US-Präsident Trump kein Interesse an einer Eskalation des globalen Handelskonfliktes habe. Allerdings zeigten die aktuelle Unternehmensberichterstattung und Daten zum Wirtschaftswachstum, dass sich Unternehmen wie auch Konsumenten auf höhere Preise und gestörte Lieferketten einstellten. "Der Geist, der bereits aus der Flasche ist, dürfte sich wohl nicht einfach innerhalb der Frist von 90 Tagen wieder einfangen lassen."

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Online-Session heute 12 Uhr: Quellensteuer erstatten lassen - so geht es einfacher. Mit Thomas Rappold, Divizend #253

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"Verunsicherung wird konjunkturell belasten"

Das sieht auch Ulrich Kater von der DekaBank so. Zwar habe die US-Regierung schon kurz nach Ankündigung der umfassenden Zollerhöhungen am 2. April ("Liberation Day") einen Großteil der Zölle wieder ausgesetzt und Verhandlungsbereitschaft gezeigt. "Doch die Verunsicherung bei den privaten Haushalten und bei den Unternehmen bleibt hoch, was in den kommenden Monaten konjunkturell belasten dürfte."

Der DAX steht am Montagmorgen bei rund 23.140 nach knapp 23.087 Punkten am Freitag zu Handelsschluss. Auch für den Stoxx Europe 600 ging es zuletzt steil nach oben, ebenso für die US-Märkte. Für S&P 500 und Nasdaq 100 sind die Kursrückgänge von Anfang April jetzt ausgeglichen.

Hoffen auf Infrastrukturprogramm

Sören Hettler von der DZ Bank erwartet, dass das Weiße Haus weiter im Fokus der Marktteilnehmer stehen wird, zumindest vorerst. "Für die Aktienmärkte dürfte es demnach holprig bleiben, genügt doch eine Kurznachricht Trumps, um die Stimmung in die ein oder andere Richtung zu kippen." Erst auf mittlere bis längere Frist könnten andere Themen in den Fokus rücken. "Zu nennen sind sowohl Steuersenkungen in den USA als auch das Infrastrukturprogramm der künftigen Bundesregierung", erklärt Hettler. Letzteres habe das Potenzial, das Wirtschaftswachstum in Deutschland nachhaltig anzukurbeln. "Diese Gemengelage dürfte den Boden für eine Aufwärtsbewegung bis hin zu neuen Rekorden der Aktienindizes bereiten."

Quartalsberichte "insgesamt überzeugend"

Nach einer extrem terminreichen Vorwoche geht es in den kommenden Tage eher ruhig zu. Höhepunkt dürfte die US-Notenbanksitzung am Mittwoch sein. Außerdem läuft die Berichtssaison weiter. DZ-Analyst Hettler zufolge haben etwas mehr als zwei Drittel der im S&P 500 gelisteten Unternehmen ihre Zahlen schon vorgelegt. Sie hätten bei Umsätzen und Gewinnen insgesamt überzeugt. "Vor allem die Gewinne lagen deutlich oberhalb der vorherrschenden Erwartungen der Marktteilnehmer." In Europa steht die Berichtssaison noch am Anfang. "Allerdings lesen sich die bereits vorgelegten Berichte gerade mit Blick auf die Gewinnentwicklung gut, liegen diese doch moderat oberhalb des Marktkonsens", meint Hettler.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Montag, 5. Mai.

Viele asiatische Börsen sind geschlossen, auch in London wird wegen eines Bankfeiertags nicht gehandelt.

Mittwoch, 7. Mai

8.00 Uhr. Deutschland: Auftragseingänge Industrie März.Die Commerzbank geht davon aus, dass die Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent gestiegen sind und es auch bei der aussagekräftigeren Kerngröße ohne Großaufträge ein nennenswertes Plus gab.

20.00 Uhr. USA: Zinsentscheid der US-Notenbank. Die US-Notenbank dürfte ihren Leitzins unverändert bei 4,25 bis 4,5 Prozent belassen, erklärt die Deutsche Bank - trotz des anhaltenden Drucks aus dem Weißen Haus, die Zinsen zu senken.

Donnerstag, 8. Mai

8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion/Exporte März. Die DekaBank weist darauf hin, dass sich das deutsche Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal überraschend gut entwickelt hat, unter anderem wegen vorgezogener US-Importe zur Umgehung von Zöllen. Diese hätten wohl auch die deutsche Warenausfuhr im März beflügelt.

13.00 Uhr. Großbritannien: Zinsentscheid Bank of England. Die Bank of England hat der DekaBank zufolge bisher an quartalsweisen Leitzinssenkungen festgehalten. Bei ihrem Zinsentscheid im Mai werde sie den Leitzins wohl zum vierten Mal auf nunmehr 4,25 Prozent senken.

Freitag, 9. Mai und Samstag, 10. Mai.

Gantägig: Finanzkongress Invest in Stuttgart

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von: Anna-Maria Borse, 5. Mai 2025, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



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