Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
10.04.2025 14:05

ROUNDUP 2: Wegen Trumps Zöllen droht weitere Rezession

(Neu: Ergänzungen um 6. und 10. Absatz)

BERLIN (dpa-AFX) - Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump wird Deutschland nach Einschätzung führender Wirtschaftsforschungsinstitute in der Rezession halten. Zwar prognostizieren die fünf Institute für das laufende Jahr ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Davon müssten aber wegen der US-Zollpolitik mindestens 0,1 Prozentpunkte abgezogen werden, hieß es in der in Berlin vorgestellten sogenannten Gemeinschaftsdiagnose.

Deutschland droht damit ein drittes Jahr der Rezession, also anhaltend schrumpfender Wirtschaftsleistung. "Die geopolitischen Spannungen und die protektionistische Handelspolitik der USA verschärfen die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland", erklärte Torsten Schmidt, Konjunkturchef des RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung.

Der Trump-Effekt

So erwarten die Ökonomen, dass die US-Zölle auf Aluminium, Stahl und Autos in Höhe von 25 Prozent inklusive Gegenzöllen der EU das BIP in diesem und dem kommenden Jahr um jeweils 0,1 Prozentpunkte drücken. Wenn Trumps jüngste Zollerhöhungen von Anfang April sowie Gegenzölle hinzukommen, dürften sich die Einbußen auf jeweils 0,2 Prozentpunkte in beiden Jahren verdoppeln, so die Fachleute. Die konkreten Auswirkungen ließen sich aber schlecht benennen.

"So hohe Zollsätze gab es in den USA seit der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre nicht", schreiben die Experten - und die Auswirkungen der Einfuhrabgaben ließen sich nur schwer beziffern. Das bremst den Welthandel aus: Produktion wird teuer, hinzu kommt die Unberechenbarkeit. Investoren dürften deshalb Entscheidungen aufschieben. Bei ihrer vorherigen Prognose im Herbst hatten die Institute noch 0,8 Prozent Wachstum erwartet.

Hoffnung auf Aufwind im nächsten Jahr

Für das kommende Jahr erwarten die Institute wie schon im Herbst ein Wachstum von 1,3 Prozent - allerdings von einem niedrigeren Niveau ausgehend. 0,3 Prozentpunkte gehen dabei auf eine höhere Zahl an Arbeitstagen zurück. Hier sind die jüngsten US-Zölle allerdings nicht eingerechnet.

Es ist nicht nur die Wirtschaftslage

"Was unsere Exportindustrie in den letzten Jahren eigentlich massiv geschwächt hat, war die zunehmende Konkurrenz aus China", sagt Timo Wollmershäuser vom Münchner ifo Institut. Einerseits seien die Exporte nach China zurückgegangen, andererseits konkurriere das Land mit Deutschland auf Weltmärkten bei Produkten, die Deutschland dort lange abgesetzt habe. Außerdem gebe es Verlagerungen von Deutschland dorthin, etwa in der Autobranche. Und mit den neuen US-Zöllen sei wahrscheinlich, dass hier mehr chinesische Produkte auf den Markt drängten.

Deutschland hat strukturelle Probleme. Ein Teil der energieintensiven Industrie scheint dauerhaft weggebrochen, schreiben die Fachleute. Demnach schrumpft die Erwerbsbevölkerung, und die Bürokratie drückt.

Der Rat der Institute: Die sozialen Sicherungssysteme in einer alternden Gesellschaft absichern, mehr Anreize zum Arbeiten und qualifizierte Zuwanderung. Energiepreise müssten sinken, Treibhausgas-Einsparungen vorrangig über einen CO2-Preis erzielt werden. Auch eine "durchgreifende Entbürokratisierung" sei nötig.

Was bringt Schwarz-Rot?

Die werdende Koalition aus CDU/CSU und SPD hat sich mit Hilfe der Grünen finanziell Luft verschafft. Die Schuldenbremse ist für Verteidigungsausgaben gelockert worden, zudem stehen 500 Milliarden aus einem Sondervermögen vor allem für Investitionen in die Infrastruktur zur Verfügung. Die Ökonomen gehen davon aus, dass die Politik sich damit weniger um Einsparungen bemüht.

Für das laufende Jahr dürften der Prognose zufolge kaum zusätzliche Mittel fließen. Für 2026 rechnen die Institute hingegen mit Mehrausgaben von knapp 24 Milliarden Euro und einem um 0,5 Prozentpunkte höheren BIP-Wachstum, das sie in ihren Wachstumserwartungen bereits einkalkuliert haben.

Schmidt warnte, dass die Wirtschaft große Ausgaben für Infrastruktur nicht von heute auf morgen umsetzen könne. Hier sei Augenmaß gefordert, damit die neuen Mittel nicht nur die Inflation anheizten. Von den höheren Verteidigungsausgaben dürfte die Wirtschaft hierzulande nach Einschätzung der Experten nicht stark profitieren. Deutschland werde Rüstungsgüter importieren müssen, wenn es schnell aufrüsten wolle.

Die Deutschen sparen

Auch wenn die Menschen wieder mehr Geld in der Tasche haben, legte der private Konsum im vergangenen Jahr mit 0,3 Prozent nur wenig zu. Viel Geld floss in Ersparnisse, die Sparquote lag 2024 bei 11,4 Prozent - so viel vom verfügbaren Einkommen gaben private Haushalte nicht aus, sondern legen es zurück.

Die lange Zeit hohe Inflation hat sich im vergangenen Jahr auf 2,2 Prozent abgeschwächt. Die Institute erwarten, dass das Niveau der Teuerung im laufenden Jahr so bleibt und im kommenden Jahr leicht sinkt auf 2,1 Prozent.

Die Arbeitslosenquote dürfte dem Gutachten zufolge von 6,0 Prozent im vergangenen auf 6,3 Prozent im laufenden Jahr steigen und im kommenden Jahr wieder auf 6,2 Prozent sinken. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe, am Bau und bei Unternehmensdienstleistern gingen Arbeitsplätze verloren. Im öffentlichen Dienst, in der Erziehung und im Gesundheitsbereich entstünden neue Jobs.

Die "Gemeinschaftsdiagnose" wird im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, dem Ifo Institut, dem Kiel Institut für Weltwirtschaft, dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle und dem RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Essen. Sie fließt ein in die Regierungsprognose, auf deren Basis werden die Steuereinnahmen geschätzt./hrz/DP/ngu



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 598     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
13.01.2026 09:22 Jefferies belässt Nokia auf 'Buy' - Ziel 7,20 Euro
13.01.2026 09:20 EQS-News: Creative Planning erwirbt mit Baseline Wealth Mana...
13.01.2026 09:20 ANALYSE-FLASH: JPMorgan startet Fuchs SE mit 'Overweight' un...
13.01.2026 09:16 Aktien Asien: Japanische Aktien gefragt - Nikkei auf neuem R...
13.01.2026 09:15 EQS-News: Reolink kündigt TrackFlex Floodlight WiFi Marktst...
13.01.2026 09:13 EQS-News: Strategisches Update zum Geschäftsjahr 2026 (deut...
13.01.2026 09:12 Jefferies hebt Ziel für Argenx auf 980 Dollar - 'Buy'
13.01.2026 09:12 China will Interessen nach Trumps Zoll-Ankündigung verteidi...
13.01.2026 09:11 IRW-News: Star Copper Corp. : Star Copper berichtet über di...
13.01.2026 09:11 IRW-News: Plaid Technologies Inc.: Plaid gibt ein Update zum...
13.01.2026 09:11 IRW-News: New Earth Resources Corp. : New Earth Resources gi...
13.01.2026 09:10 Schwuler Fußballer wirft Ex-Club Homophobie vor
13.01.2026 09:07 IRW-News: Sienna Resources: Sienna Resources Inc. plant die ...
13.01.2026 09:07 Zahl der Organspender erreicht höchsten Stand seit 2012
13.01.2026 09:05 EQS-News: THG Nutrition, einschließlich Myprotein, wählt P...
13.01.2026 09:05 EQS-News: n-Lorem und EspeRare kündigen europäische Zusamm...
13.01.2026 09:05 ROUNDUP 2: Merz rechnet mit baldigem Ende der iranischen Sta...
13.01.2026 09:05 ANALYSE-FLASH: Berenberg startet Michelin mit 'Hold' und Zie...
13.01.2026 09:02 AKTIEN IM FOKUS: Lkw-Hersteller von Morgan Stanley bewegt - ...
13.01.2026 09:02 OTS: ORTEC BV / ORTEC erweitert seine Präsenz im deutschen ...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
13.01.2026

GAMES WORKSHOP GROUP PLC
Geschäftsbericht

LIHIT LAB
Geschäftsbericht

SUEDZUCKER AG
Geschäftsbericht

WHITEWATER ACQUISITION CORP.
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services