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28.03.2025 09:55

ROUNDUP: Unwetter zerfleddern Gewinn von Finanzkonzern W&W

KORNWESTHEIM (dpa-AFX) - Die schweren Unwetter im Südwesten haben dem Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) 2024 einen weiteren Gewinneinbruch eingebrockt. Der Überschuss lag mit 36 Millionen Euro über 100 Millionen niedriger als ein Jahr zuvor, wie der Konzern aus der Bausparkasse Wüstenrot und dem Versicherer Württembergische am Freitag in Kornwestheim mitteilte. Das Versicherungsgeschäft schrieb sogar rote Zahlen. Trotzdem soll die Dividende stabil bleiben.

An der Börse kamen die Neuigkeiten schlecht an: Die W&W-Aktie verlor kurz nach Handelsbeginn rund eineinhalb Prozent auf 14,16 Euro und gehörte zu den schwächeren Titeln im Nebenwerte-Index SDax . Damit wurde das Papier noch knapp 22 Prozent höher gehandelt als zum Jahreswechsel. Mit Blick auf die vergangenen drei Jahre hat es jedoch mehr als 23 Prozent eingebüßt.

Vor allem die Unwetter im zweiten und dritten Quartal hätten die Schaden- und Ergebnisplanung des Konzerns zunichtegemacht, schrieb Vorstandschef Jürgen Junker im Geschäftsbericht. "Solche Schäden in Häufigkeit und Ausmaß sind beispiellos." So hatte Starkregen besonders im Rems-Murr-Kreis und teilweise in Oberschwaben immense Schäden angerichtet. Der Vorstand hatte daraufhin im Juli die Gewinnprognose gekappt.

In der Schaden- und Unfallversicherung reichte der Umsatz im vergangenen Jahr nicht aus, um die Aufwendungen für Schäden, Verwaltung und Vertrieb zu decken: Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote überschritt mit 104,3 Prozent deutlich die kritische 100-Prozent-Marke. Im Vorjahr hatte sie mit 99,3 Prozent noch im grünen Bereich gelegen. Die Aktionäre sollen trotzdem eine unveränderte Dividende von 65 Cent je Aktie erhalten.

Es war das zweite Jahr in Folge, dass heftige Wetterereignisse die Gewinnpläne des Unternehmens durchkreuzten. Schon 2023 hatten Unwetter und gestiegene Kfz-Schäden den Gewinn des Konzerns auf rund 141 Millionen Euro einbrechen lassen. 2022 hatte W&W noch rund 238 Millionen verdient und damit etwa 200 Millionen mehr als im vergangenen Jahr.

Für 2025 stellte Junker erneut einen deutlichen Anstieg in Aussicht - vor allem für den Fall, dass W&W nicht so teure Schäden schultern muss wie im Vorjahr. Zahlen nannte er nicht. "Der starke Jahresauftakt im Neugeschäft bestärkt uns in unserem grundsätzlichen Optimismus für das Jahr 2025, auch wenn die Rahmenbedingungen schwierig bleiben dürften", erklärte er. Schon für 2024 hatte der Manager zunächst einen Gewinnanstieg angekündigt, musste seine Pläne jedoch im Sommer begraben.

Dabei machten dem Versicherer auch die weiter gestiegenen Reparaturkosten für Autos zu schaffen. Junker berichtete von der anhaltenden Schadeninflation, vor allem im Kfz-Bereich. Die einzelnen Schäden seien erheblich teurer geworden. "Wir reagierten im Geschäftsfeld Versichern schnell und erfolgreich", schrieb er.

Angesichts der hohen Schäden sackte W&W in der Schaden- und Unfallversicherung mit 91 Millionen Euro tief in die Verlustzone. Schon im Vorjahr war der Gewinn der Sparte von 130 Millionen auf nur noch 8 Millionen Euro eingebrochen. Mit Lebens- und Krankenversicherungen verdiente W&W 2024 zwar 44 Millionen Euro und damit etwas mehr als im Vorjahr, doch dieser Gewinn konnte den Verlust aus dem Schaden- und Unfallgeschäft nicht ausgleichen.

Im Bauspargeschäft lief es nur wenig besser: Der Gewinn brach von 55 auf 16 Millionen Euro ein. Dass W&W insgesamt überhaupt schwarze Zahlen schrieb, lag an den sonstigen Segmenten wie der W&W AG und ihren weiteren Beteiligungen wie Wüstenrot Immobilien, W&W Asset Management und Wüstenrot Haus- und Städtebau, die ihren Gewinn steigern konnten./stw/niw/jha/



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