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31.05.2023-

Aktien Frankfurt: Chinas Wirtschaft macht Dax zu schaffen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Mittwoch verschnupft auf enttäuschende chinesische Wirtschaftsdaten reagiert. Der Dax notierte am Nachmittag 0,5 Prozent tiefer bei 15 834,05 Punkten. Damit deutet sich für den deutschen Leitindex im Mai ein Minus von rund 0,6 Prozent an. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank am Mittwoch um 0,5 Prozent auf 26 649,76 Zähler. Für den EuroStoxx 50 ging es um 0,7 Prozent nach unten.

Die wirtschaftliche Erholung in China verlangsamt sich: Frühindikatoren fielen im Mai schlechter als erwartet aus. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) des herstellenden Gewerbes ging schon den zweiten Monat in Folge zurück und liegt weiter unter der Schwelle von 50 Punkten, was eine Kontraktion signalisiert. Der Index für das Dienstleistungsgewerbe blieb zwar im expansiven Bereich, fiel aber auch. Beide Stimmungsbarometer lagen unter den Erwartungen.

In Deutschland hat sich die Inflation im Mai auf hohem Niveau deutlich abgeschwächt. Die Verbraucherpreise lagen um 6,1 Prozent über dem Vorjahresmonat - nach 7,2 Prozent im April. "Endlich ein spürbarer Inflationsrückgang und ein Hoffnungsschimmer für die private Konsumaktivität", kommentierte Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust. Zwar liege die Teuerung noch über den Lohnsteigerungen, der Kaufkraftverlust werde aber deutlich geringer.

Im Anlegerfokus steht kurz vor Monatsende zudem immer noch die US-Schuldenfrage. Nach der vorläufigen Einigung am Wochenende nahm ein entsprechender Gesetzesentwurf eine Hürde im US-Repräsentantenhaus. Der zuständige Ausschuss machte Medienberichten zufolge den Weg für eine Abstimmung frei. Über den Entwurf soll wohl an diesem Mittwoch in der Parlamentskammer debattiert werden, im Anschluss steht eine Abstimmung an. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Kevin McCarthy, ist aber mit Widerstand radikaler Mitglieder seiner Partei konfrontiert.

Die Aktien von Morphosys stiegen nach einer Kaufempfehlung der UBS um 3,1 Prozent. Analystin Xian Deng sieht das Papier des Biotech-Unternehmens von einem ungerechtfertigten Vertrauensverlust des Marktes betroffen und als stark unterbewertet an. Sie prognostiziert allein für das in der Entwicklung befindliche Blutkrebsmittel Pelabresib einen Spitzenumsatz von 1,1 Milliarden US-Dollar. Dies entspreche einem Kapitalwert je Aktie von 35 Euro, also mehr als der aktuelle Aktienkurs, betonte Deng.

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen und sein Mehrheitseigner Vonovia bekommen wegen eines Darlehens Druck aus der Anlegerschaft. Der Stimmrechtsberater ISS drängt zusammen mit dem Hedgefonds Elliott auf eine Sonderprüfung eines Kredits von bis zu zwei Milliarden Euro, den die Deutsche Wohnen ihrem Großaktionär gewährt hatte. Beide Aktien verbilligten sich zuletzt um 1,9 Prozent.

Papiere von Eckert & Ziegler sackten zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Anfang November 2022 ab und notierten zuletzt 5,0 Prozent tiefer. Die Aktien des Spezialisten für radioaktive Komponenten verloren seit dem Monatshoch vor gut zwei Wochen inzwischen 24 Prozent. Andre Rain vom Börsendienst Stock3 sprach angesichts zuletzt immer dynamischerer Verkäufe von einer "kritischen Entwicklung".

Der Euro fiel zuletzt auf 1,0682 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0744 (Montag: 1,0715) Dollar festgesetzt, der Dollar hatte damit 0,9308 (0,9333) Euro gekostet.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 2,44 Prozent am Vortag auf 2,31 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,78 Prozent auf 126,41 Punkte. Der Bund-Future gewann zuletzt 0,44 Prozent auf 135,98 Zähler./edh/jha/

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

 
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