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01.04.2026-

Amprion: Neue Stromautobahnen werden Engpasskosten senken

DÜSSELDORF/DORTMUND (dpa-AFX) - Die neuen Stromautobahnen A-Nord und Ultranet werden von 2027 an die Netzengpasskosten um jährlich rund 700 Millionen Euro senken. Dies teilte der Übertragungsnetzbetreiber Amprion bei der Vorlage der Jahreszahlen in Dortmund mit. Amprion ist für den größten Teil der beiden Leitungsprojekte zuständig.

Netzengpasskosten werden über die Gebühren für den Stromtransport, die sogenannten Netzentgelte, letztlich auf alle Stromkunden umgelegt. Im vergangenen Jahr lagen sie bei knapp 3,1 Milliarden Euro. Amprion-Chef Christoph Müller sieht durch die Senkung der Engpasskosten mittel- bis langfristig auch eine Entlastung der Stromkundinnen und -kunden.

Die beiden neuen Höchstspannungsleitungen sollen im Westen Deutschlands Windstrom aus Norddeutschland in die Verbrauchszentren im Süden und Westen bringen. A-Nord wird über 300 Kilometer als Erdkabel von Emden (Niedersachsen) nach Meerbusch bei Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) verlegt.

Ultranet führt von dort aus rund 340 Kilometer weiter ins baden-württembergische Philippsburg. Die Leitungen dieses Projekts verlaufen nicht im Boden, sondern auf Masten bereits bestehender Stromtrassen. Ultranet soll bis zum Jahresende 2026 fertiggestellt werden. A-Nord soll 2027 in Betrieb gehen.

Vier Unternehmen kümmern sich um die Stromautobahnen

Amprion ist einer der vier Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland neben Tennet, 50Hertz und TransnetBW. Die Unternehmen kümmern sich in vier Zuständigkeitsregionen ausschließlich um das Höchstspannungsnetz, also die Überlandleitungen mit Spannungen von 220.000 Volt und mehr. Eine zentrale Aufgabe der Unternehmen ist der Netzausbau für den Transport von immer mehr klimaneutral erzeugtem Strom. Alle anderen Stromleitungen zusammen bilden das sogenannte Verteilnetz. Betrieben wird es von 866 Unternehmen.

Amprion-Chef Müller zog eine positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres. "2025 war für Amprion erneut ein Jahr des starken Wachstums. Wir haben so viel in die Energiewende investiert wie nie zuvor", sagte er. Mit 5,4 Milliarden Euro hätten die Investitionen ein Rekordniveau erreicht.

2026 will Amprion sieben Milliarden Euro investieren

Laut Finanzvorstand Peter Rüth werden im laufenden Jahr rund 7 Milliarden Euro investiert. In den fünf Jahren 2026 bis 2030 will Amprion jetzt insgesamt rund 42 Milliarden Euro investieren, das sind rund 6 Milliarden Euro mehr als bislang für den Zeitraum 2025 bis 2029 geplant.

Der Umsatz lag mit 6,1 Milliarden Euro rund 9 Prozent über dem Vorjahreswert. Das bereinigte Konzernergebnis nach Steuern stieg auch wegen Steuereffekten um gut 72 Prozent auf 672 Millionen Euro. Etwa die Hälfte davon will Amprion an die Eigentümer ausschütten, die andere Hälfte soll im Unternehmen verbleiben.

Auch Energiekonzern RWE ist an Amprion beteiligt

Amprion gehört zu 74,9 Prozent einem Konsortium von Finanzinvestoren aus der Versicherungswirtschaft und von Versorgungswerken. Die übrigen 25,1 Prozent gehören einem Gemeinschaftsunternehmen des Energiekonzerns RWE und der US-Investmentgesellschaft Apollo Global Management.

Am Jahresende beschäftigte Amprion etwa 3.400 Menschen, das waren 11 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Im Zusammenhang mit dem Unternehmenswachstum sprach Rüth von weiterem Stellenaufbau: "Wir planen, unsere Belegschaft strategisch mit hochqualifiziertem Personal auf mehr als 3.900 Mitarbeitende zu erweitern", sagte er./tob/DP/jha

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