Märkte & Kurse

Konjunktur
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Konjunkturnachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten vierzehn Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Konjunkturnachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
27.02.2026 14:04

ROUNDUP 2: EU-Kommission kündigt Anwendung von Mercosur-Abkommen an

(neu: Frühestmögliches Datum der Anwendung und Reaktionen)

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und südamerikanischen Mercosur-Staaten wird trotz einer noch ausstehenden Überprüfung durch den Gerichtshof der Europäischen Union in Kürze angewendet. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel an. Zuvor hatten am Donnerstag die beiden Mercosur-Staaten Uruguay und Argentinien das Abkommen ratifiziert und damit den Weg für diesen Schritt geebnet.

Das Mercosur-Abkommen schaffe einen Markt mit 720 Millionen Menschen und senke Zölle in Milliardenhöhe, sagte von der Leyen. Für Unternehmen öffneten sich Märkte in einer Größenordnung, von denen sie zuvor nur hätten träumen können.

Termin ist noch nicht fix

Einen konkreten Termin für die vorläufige Anwendung nannte die Kommission zunächst nicht. Frühestens wäre nach den Regeln der 1. April möglich, wenn die Formalitäten bis Ende Februar abgeschlossen werden können. Sonst wäre es vermutlich der 1. Mai.

Die vorläufige Anwendung wird es Unternehmen in der EU und aus Uruguay und Argentinien schon vor dem formellen Inkrafttreten des Abkommens ermöglichen, von attraktiven neuen Zollregeln und anderen Vorteilen zu profitieren. Dies ist vor allem deswegen relevant, weil das formelle Inkrafttreten wegen des Europäischen Parlaments noch Monate oder länger auf sich warten lassen könnte. Dieses hatte im Januar mit knapper Mehrheit beschlossen, das Abkommen vor einer endgültigen Abstimmung vom Europäischen Gerichtshof überprüfen zu lassen.

Richter prüfen Abkommen

Wie lange es dauert, bis die Luxemburger Richterinnen und Richter ihre Einschätzung vorlegen, ist unklar. Es gibt keine Frist. Aus Luxemburg hieß es, dass die letzten Gutachtenverfahren zwischen 16 und 26 Monaten gedauert hätten.

Gegner des Abkommens kritisieren, es sei so angelegt, dass die Freihandelsabsprachen von Mitgliedstaaten nicht nach dem Einstimmigkeitsprinzip angenommen werden mussten. Zudem wird befürchtet, dass EU-Standards bei Verbraucherschutz, Umwelt und Tierwohl beeinträchtigt werden könnten - was die EU-Kommission allerdings kategorisch zurückweist.

Chancen für europäische Auto- und Pharmahersteller

Der Mercosur-Deal war zu Jahresbeginn in Paraguay nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen gegen den Willen von Staaten wie Frankreich und Polen unterzeichnet worden. Durch den Abbau von Handelsbarrieren und Zöllen soll der Austausch von Waren und Dienstleistungen angekurbelt werden. Besonders große Chancen werden für die Autoindustrie, den Maschinenbau und die Pharmabranche gesehen. Auf Autoimporte in die Mercosur-Länder wird beispielsweise derzeit ein Zoll in Höhe von 35 Prozent fällig.

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, zeigte sich am Freitag entsprechend zufrieden. "Die vorläufige Anwendung des Handelsteils des EU-Mercosur-Abkommens ist eine gute Nachricht für die Wirtschaft in Europa und für die deutsche Automobilindustrie", kommentierte sie. Die EU-Kommission sende damit in Zeiten des erstarkenden Protektionismus weltweit ein richtiges Signal für den weltweiten und fairen Handel.

Symbol gegen Trumps Protektionismus

Müller spielte damit darauf an, dass das Freihandelsabkommen auch als ein Zeichen gegen die protektionistische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gilt. Von der Leyen sagte dazu, der Deal sei "eine Plattform für tiefes politisches Engagement mit Partnern, die die Welt so sehen wie wir und die an Offenheit, Partnerschaft und guten Glauben glauben - Partnern, die verstehen, dass offener und regelbasierter Handel positive Ergebnisse für alle liefert". Mercosur verkörpere den Geist, in dem Europa auf der globalen Bühne handele. "Europa wird stärker und unabhängiger", ergänzte sie.

Neben Wirtschaftsvertretern begrüßte auch die Bundesregierung die Ankündigung der EU-Kommission zur vorläufigen Anwendung des Mercosur-Abkommens. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich in den vergangenen Monaten mehrmals dafür ausgesprochen.

Schutz vor Agrar-Dumpingpreisen

Widerstand gegen das Abkommen hatte es in Europa vor allem aus der Agrarlobby gegeben. Diese sieht die Konkurrenz aus den Mercosur-Staaten als Existenzbedrohung für die europäische Landwirtschaft. In Südamerika können etwa Agrarprodukte wie Rindfleisch günstiger produziert werden als in Europa.

Um ausreichend viele Regierungen der Mitgliedstaaten dennoch zur Unterstützung des Abkommens zu bewegen, wurden in den vergangenen Monaten noch weitreichende zusätzliche Schutzmechanismen für Landwirte geschaffen. Im Fall eines schädlichen Anstiegs der Einfuhren aus den Mercosur-Staaten oder eines übermäßigen Preisverfalls für die EU-Erzeuger sollen damit rasch Gegenmaßnahmen in Gang gesetzt werden können. Diese würden dazu führen, dass Zollvorteile vorübergehend wieder ausgesetzt werden.

Neben Uruguay und Argentinien sind auch Brasilien und Paraguay bei dem Abkommen mit dabei. Sie werden auch von der vorläufigen Anwendung profitieren können, wenn sie den nationalen Zustimmungsprozess abgeschlossen haben./aha/DP/nas



Weitere Konjunkturnachrichten
 
Weitere Konjunkturnachrichten der letzten 14 Tage 
Seiten:   20 21 22 23 24    Berechnete Anzahl Nachrichten: 461     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
27.02.2026 14:51 USA: Erzeugerpreise steigen stärker als erwartet
27.02.2026 14:34 Macron nennt Mercosur-Entscheidung 'böse Überraschung'
27.02.2026 14:28 ROUNDUP/Energie günstiger: Inflation sinkt unter zwei Proze...
27.02.2026 14:09 Deutschland: Inflation sinkt auf 1,9 Prozent im Februar
27.02.2026 14:04 ROUNDUP 2: EU-Kommission kündigt Anwendung von Mercosur-Abk...
27.02.2026 13:30 Ukraine bekommt Milliardenkredit von Währungsfonds
27.02.2026 13:29 Kreml bestätigt Pläne für trilaterale Ukraine-Verhandlungen
27.02.2026 13:03 DGB-Chefin: 'Hände weg vom Arbeitszeitgesetz'
27.02.2026 12:39 Merz am Dienstag bei Trump im Weißen Haus
27.02.2026 12:39 ROUNDUP: Boomer gehen in Rente - Ausländer stützen Arbeits...
27.02.2026 11:56 ROUNDUP: EU-Kommission kündigt Anwendung von Mercosur-Abkom...
27.02.2026 11:42 EU-Kommission kündigt Anwendung von Mercosur-Abkommen an
27.02.2026 11:26 Bundestag beschließt verschärfte EU-Asylregeln
27.02.2026 10:36 ROUNDUP: Weniger Falschgeld - doch Verbraucher müssen wachs...
27.02.2026 10:08 ROUNDUP: Arbeitslosenzahl bleibt oberhalb der Drei-Millionen...
27.02.2026 10:08 Weniger Falschgeld im Umlauf - Risiko für Verbraucher sinkt
27.02.2026 10:01 Deutschland: Arbeitslosenzahl bleibt oberhalb der Drei-Milli...
27.02.2026 09:38 Schweizer Wirtschaft wächst wie erwartet
27.02.2026 09:29 Spanien: Inflation legte überraschend etwas zu
27.02.2026 09:17 Frankreich: Inflation legt deutlich zu - Jahresrate über 1 ...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.



 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
04.03.2026

MUSICMAGPIE PLC
Geschäftsbericht

WELLFULLY
Geschäftsbericht

WEBIS HOLDINGS PLC
Geschäftsbericht

WAM CAPITAL
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services