Märkte & Kurse

Konjunktur
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Konjunkturnachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten vierzehn Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Konjunkturnachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
09.04.2025 16:34

ROUNDUP 3: Handelsstreit eskaliert - Gegenzölle von EU und China

(neu: Details und Hintergrund.)

BRÜSSEL/PEKING/WASHINGTON (dpa-AFX) - Die EU-Staaten haben den Weg für erste Gegenzölle zwischen 10 und 25 Prozent als Reaktion auf die von US-Präsident Donald Trump angeordneten Zölle freigemacht. Kommende Woche treten unter anderem Sonderabgaben für Jeans und Motorräder aus den USA in Kraft, wie aus einer Mitteilung der EU-Kommission hervorgeht.

Weitere Gegenzölle sollen dann Mitte Mai und Ende des Jahres folgen - das betrifft unter anderem Lebensmittel wie Rindfleisch, Geflügel oder Zitrusfrüchte wie Orangen oder Grapefruits. Anfang Dezember sind dann noch Nüsse und Sojabohnen an der Reihe.

Die ersten Zölle treffen nach EU-Angaben ein Handelsvolumen von 3,9 Milliarden Euro. Am 15. Mai sollen dann Zölle auf Waren im Wert von 13,5 Milliarden erhoben werden und die dritte Welle trifft ein Volumen von 3,5 Milliarden.

Kein Whiskey von Gegenzöllen betroffen

Entgegen ursprünglicher Planungen gibt es vorerst keine Zusatzzölle auf amerikanischen Whiskey und andere alkoholische Getränke. Als Grund gilt vor allem die Lobbyarbeit von Ländern wie Frankreich und Italien. Trump hatte nach Bekanntwerden der EU-Planungen mit Gegenzöllen von 200 Prozent auf Wein, Champagner und andere alkoholischen Getränke aus EU-Staaten gedroht, sollte die EU das Vorhaben umsetzen.

Bei den geplanten EU-Sonderzöllen handelt es sich nicht um die Reaktion auf die am Mittwochmorgen in Kraft getretenen sogenannten wechselseitigen Zölle, sondern auf bereits vor rund einem Monat verhängte neue US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte.

Diese US-Maßnahmen treffen nach EU-Angaben Exporte im Wert von 26 Milliarden Euro und könnten den USA damit theoretisch zusätzliche Zolleinnahmen von rund 6,5 Milliarden Euro bescheren.

Heftige Reaktion aus China

Im Vergleich zur Reaktion aus China ist das EU-Vorgehen sehr überschaubar. Zunächst hatte Peking auf Trumps Ankündigung zu den am Mittwochmorgen in Kraft getretenen Sonderabgaben mit Gegenzöllen in Höhe von 34 Prozent reagiert. Daraufhin erhöhte Washington die Abgaben auf chinesische Produkte nochmals deutlich: auf insgesamt 104 Prozent.

Auf diese weiteren US-Zölle in Höhe von 50 Prozent will die Regierung in Peking Gegenzölle im gleichen Umfang einführen und die zunächst auf 34 Prozent angelegten Sonderzölle auf alle US-Einfuhren nun auf 84 Prozent erhöhen. Sie sollen am Donnerstag in Kraft treten, teilte die chinesische Führung mit.

Damit erreicht der Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften der Welt eine weitere Eskalationsstufe. China ist verglichen mit anderen Ländern, die mit den USA Handel betreiben, von besonders hohen Zöllen betroffen.

Der US-Präsident will mit Zöllen angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und Produktion in die USA verlagern. Zugleich sollen die Zolleinnahmen dazu dienen, im Wahlkampf versprochene Steuersenkungen zumindest teilweise gegenzufinanzieren.

EU setzt auch auf Verhandlungen

Bei der Verkündung der ersten Gegenzölle betonte die EU-Kommission: "Diese Gegenmaßnahmen können jederzeit ausgesetzt werden, wenn die USA einem fairen und ausgewogenen Verhandlungsergebnis zustimmen." Anfang der Woche hatte EU-Handelskommissar Maros Sefcovic noch gesagt, Plan A sei es, auf Verhandlungen zu setzen - eine entschlossene Reaktion sei Plan B. Ziel sei es, zu verhandeln, betonte Sefcovic am Montag.

Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Montag noch betont, die Europäische Union sei trotz der Zollentscheidungen von US-Präsident Donald Trump bereit zu Gesprächen. Das Angebot an die USA: eine Vereinbarung zur gegenseitigen Aufhebung aller Zölle auf Industriegüter - was die US-Amerikaner bereits abgelehnt haben. Im Falle eines Scheiterns von Verhandlungen würden mögliche Gegenmaßnahmen vorbereitet werden, so von der Leyen.

EU rüstet sich für Trumps Handelskampf

An einem weiteren großen Maßnahmenpaket für die zuletzt von Trump angekündigten Zölle auf Autos und fast alle anderen EU-Exporte in die USA wird noch gearbeitet.

Nach Berechnungen der EU würden sich die gesamten Zusatzeinnahmen der USA durch neue Zölle auf EU-Waren bei einem gleichbleibenden Handelsvolumen auf 81 Milliarden Euro belaufen.

Für die EU ist es nicht das erste Mal, dass sie mit Gegenzöllen auf US-Zölle antwortet. Dies war bereits in der ersten Amtszeit von Trump der Fall gewesen, als dieser Sonderzölle auf Stahl- und Aluminium einführen ließ. Die Maßnahmen wurden dann aber nach einer Einigung mit dem von 2021 bis 2025 regierenden US-Präsidenten Joe Biden ausgesetzt.

Dax rutscht weiter

An den Finanzmärkten nahm die Unruhe derweil wieder spürbar zu. Die Reaktion Chinas auf die zusätzlichen US-Zölle sorgte für neuen Druck auf den Dax. Der ohnehin sehr schwache deutsche Leitindex rutschte auf ein Tagestief von rund 19.400 Punkten ab und lag dabei mehr als vier Prozent im Minus. Sein Tageshoch hatte der Dax am Morgen knapp über 20.000 Punkten gefunden, sank dann aber wieder unter diese Marke. Gegen Nachmittag lag der Dax bei unter 19.800 Punkten 2,5 Prozent im Minus.

Auch an den Aktienbörsen in Asien überwogen die Verluste, in den USA versuchten sich die wichtigsten Indizes nach Handelsbeginn an einer Stabilisierung. Die Ölpreise sackten wegen der Furcht vor einer globalen Wirtschaftskrise ab. Der US-Dollar schwächelte weiter und der Kurs des Euro stieg im Gegenzug wieder über die Marke von 1,10 Dollar./axr/DP/men



Weitere Konjunkturnachrichten
 
Weitere Konjunkturnachrichten der letzten 14 Tage 
Seiten:   20 21 22 23 24    Berechnete Anzahl Nachrichten: 461     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
03.01.2026 10:52 Verdi-Chef erhöht in Tarifverhandlungen Druck auf die Arbei...
03.01.2026 10:51 Studie: Ausländerinnen könnten Fachkräftelücke verkleinern
03.01.2026 10:49 Solar Valley: Der nächste Sonnenuntergang
03.01.2026 10:46 EU-Kommissar erwartet 'höchste Abschiebungsrate seit 2019'
03.01.2026 10:45 Familiennachzug: Bisher fast keine Visa für Härtefälle
02.01.2026 17:23 ROUNDUP 3: Proteste den sechsten Tag in Folge - Trump droht ...
02.01.2026 17:05 dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 02.01.2026 - 17.00 Uhr
02.01.2026 16:43 Aktivisten: Zehn Tote und Dutzende Festnahmen bei Protesten ...
02.01.2026 14:00 Selenskyj macht Geheimdienstchef zu neuem Büroleiter
02.01.2026 14:00 Der CO2-Preis steigt - was das für Verbraucher bedeutet
02.01.2026 13:49 Streit um Abschiebungen nach Syrien
02.01.2026 13:19 Vergleich: Inder haben die höchsten Löhne in Deutschland
02.01.2026 12:48 ROUNDUP 2: Proteste den sechsten Tag in Folge - Trump droht ...
02.01.2026 12:30 Bauernpräsident in Sorge über niedrige Agrarpreise
02.01.2026 11:45 Schlechte Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie NRW
02.01.2026 11:31 ROUNDUP/Tagesbefehl an die Truppe: Wehrdienst zum Erfolg fü...
02.01.2026 11:30 ROUNDUP: Trump droht Iran wegen Gewalt gegen Demonstranten
02.01.2026 11:26 Großbritannien: Industriestimmung hellt sich weniger als er...
02.01.2026 10:57 Pistorius und Breuer: Wehrdienst jetzt zum Erfolg führen
02.01.2026 10:40 ROUNDUP/Eurozone: Industriestimmung fällt auf tiefsten Stan...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.



 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
12.01.2026

ANACLE SYSTEMS LTD
Geschäftsbericht

LASER EYE
Geschäftsbericht

VOXX INTERNATIONAL CORP.
Geschäftsbericht

ORIGIN AGRITECH
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services