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01.07.2026 09:03

OTS: KfW / KfW Research: Unternehmen vermelden hohe Investitionsbedarfe, aber ...

    KfW Research: Unternehmen vermelden hohe Investitionsbedarfe, aber
niedrige Investitionsplanungen
Frankfurt am Main (ots) -

- 92 Prozent der befragten Unternehmen müssten nach eigenem Bekunden
  investieren, aber nur 61 Prozent planen es für die kommenden Monate
- KfW-Chef Stefan Wintels: "Zu viele Projekte bleiben seit Jahren in der
  Warteschleife"
- Fast die Hälfte der Unternehmen verzeichnete in den vorangegangenen zwölf
  Monaten einen Nachfragerückgang
- Mehr als ein Viertel der Unternehmen bewertet den Kreditzugang derzeit als
  schwierig

Die deutschen Unternehmen nehmen bei sich große Investitionsrückstände wahr. In
einer Unternehmensbefragung, die KfW Research gemeinsam mit 19 Spitzen-, Fach-,
und Regionalverbänden der deutschen Wirtschaft durchgeführt hat, gaben 92
Prozent der Unternehmen an, dass sie grundsätzlich Investitionsbedarf haben. Am
häufigsten sehen sie diesen im Bereich Digitalisierung, wo 53 Prozent Bedarf
melden. Demgegenüber planen allerdings lediglich 61 Prozent der Unternehmen, in
den kommenden zwölf Monaten auch Investitionsprojekte durchzuführen.

Das ist nur wenig mehr als die Quote der Unternehmen, die im vergangenen Jahr
Investitionen getätigt haben, nämlich 57 Prozent. Dieser Wert lag sogar unter
dem Niveau des Krisenjahres 2009, als noch 68 Prozent investierten. Als
Hauptgrund für ihre Zurückhaltung gaben die Unternehmen, die 2025 nicht
investiert haben, das gesamtwirtschaftliche Umfeld an, gefolgt von den hohen
Kosten für Energie, Material und Löhne.

Insbesondere beim Zugang zu Finanzierungen hakt es bei den Unternehmen derzeit.
Die Unternehmensbefragung 2026 zeigt, dass sich das Finanzierungsklima im
Vergleich zur Vorerhebung 2024 noch weiter eingetrübt hat. Der Anteil der
Unternehmen, die die Aufnahme eines Kredits als leicht einschätzten, lag bei nur
24 Prozent - acht Prozentpunkte weniger als 2024. Etwa 26 Prozent schätzten die
Aufnahme eines Kredits als schwierig ein. Je kleiner die befragten Unternehmen
waren, umso schwieriger gestaltete es sich für sie, eine Finanzierung zu
bekommen.

Darüber hinaus befinden sich viele Unternehmen in Deutschland derzeit in einer
schwierigen wirtschaftlichen Lage. Laut Befragung verzeichneten 46 Prozent der
Unternehmen in den vorangegangen zwölf Monaten Nachfragerückgänge. Nur 20
Prozent berichteten über Zuwächse. Auch für die kommenden zwölf Monate zeichnet
sich keine Wende ab: 40 Prozent erwarten weitere Einbußen bei der Nachfrage nach
ihren Produkten und Dienstleistungen. Dabei schauen größere Unternehmen
optimistischer in die Zukunft als Kleinstunternehmen.

Die konjunkturelle Schwäche setzt auch die Kapitalstruktur der Unternehmen unter
Druck. Rund 31 Prozent von ihnen meldeten im Frühjahr 2026, dass ihre
Eigenkapitalquote in den zurückliegenden zwölf Monate gesunken ist. Nur 23
Prozent berichteten über eine Verbesserung. Auch bei den Ratingnoten zeigt sich
eine Verschlechterung: Für 2025 meldeten 25 Prozent der Unternehmen eine
Verschlechterung und nur 14 Prozent eine Verbesserung ihrer Ratingnote.

"Die Zahlen zeigen: Deutschland steht vor einer großen Investitionsaufgabe -
staatlich wie privat. Unsere Unternehmen wissen dabei sehr genau, wo sie
investieren müssen - in Digitalisierung, Dekarbonisierung, Innovation. Doch zu
viele Projekte bleiben seit Jahren in der Warteschleife", sagt Stefan Wintels,
Vorstandsvorsitzender der KfW. "Wenn wir Bürokratie abbauen, Planungssicherheit
stärken, qualifizierte Einwanderung ermöglichen und Finanzierung verlässlich
verfügbar machen, kann sich diese Zurückhaltung schnell in eine neue Dynamik
verwandeln. Als Förderbank des Bundes stehen wir bereit, tragfähige Vorhaben zu
finanzieren und Risiken zu teilen. Jetzt geht es darum, den Mut zur Erneuerung
in konkrete Investitionen zu übersetzen - gemeinsam mit Politik, Banken und
Verbänden, damit aus Vorsicht wieder Zuversicht und aus Überlegungen konkrete
Investitionen werden."

Die Studie ist zu finden unter Unternehmensbefragung | KfW
(https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/KfW-Research/Unternehmensbefragung.html)

Über die Unternehmensbefragung: Die Befragung wurde zum 23. Mal unter
Unternehmen aller Größenklassen, Wirtschaftszweige, Rechtsformen und Regionen
durchgeführt. An der Erhebung nahmen 1.567 Unternehmen aus 19 Spitzen-, Fach-
und Regionalverbänden der Wirtschaft teil. Sie erfolgte im Zeitraum zwischen
Anfang März und Ende April 2026 und bildet im Wesentlichen die Situation und
Stimmungslage im Jahr 2025 sowie zu Beginn des Jahres 2026 ab.

Die KfW unterstützt im Auftrag des Bundes den Mittelstand mit zahlreichen
Förderprogrammen. Weitere Informationen unter Wir stärken den Mittelstand (https
://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Mittelstand-st%C3%A4rken.html
?kfwmc=kk.o.kfwon.presse.na.na.na.allgemein-sonstiges.mittelstand-staerken.press
emitteilung.na.na.journalisten.na)

Pressekontakt:

KfW, Palmengartenstr. 5 - 9, 60325 Frankfurt
Konzernkommunikation und Markensteuerung (KK), Nina Luttmer,
Tel. +49 69 7431 41336
E-Mail: mailto:nina.luttmer@kfw.de, Internet: http://www.kfw.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/41193/6305709
OTS:               KfW


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