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22.06.2026 10:30



FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Der Nahostkonflikt hat die Märkte weiter fest im Griff. Im Moment stehen die Zeichen auf Entspannung, die Verhandlungen zwischen USA und Iran gehen weiter. Doch die Lage bleibt fragil.

22. Juni 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Für das Rahmenabkommen mit dem Iran werden die USA zwar stark kritisiert, an den Börsen spielt das aber keine Rolle. "Für die nervösen Anleger, die von Lieferketten- und Benzinpreissteigerungen geschädigten Unternehmen sowie die von Inflation gestressten Verbraucher dürfte die Beurteilung des Rahmenabkommens eher eine untergeordnete Rolle spielen", meint Helaba-Analyst Ulf Kraus. "Hauptsache, der Ölpreis ist wieder deutlich niedriger."

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Der Preis ist zuletzt deutlich gefallen. Für ein Barrel Brent (XC0009677409) liegt er am Montagmorgen bei 79 US-Dollar - weit unter den in der Spitze erreichten 119 US-Dollar. Der DAX (DE0008469008) steht am Montagmorgen bei 25.067 Punkten nach 24.997 am Freitag zu Handelsschluss. Der Stoxx Europe 600 (EU0009658202) hatte schon vergangene Woche ein neues Allzeithoch erreicht. Impulse vom US-Markt fehlen: An den US-Börsen fand am Freitag wegen eines Feiertags kein Handel statt.

"Erhebliche Verbesserung der Risikostimmung"

"Das Rahmenabkommen verbessert die Risikostimmung erheblich", kommentiert Pascal Reichert von der Commerzbank. Nach den deutlichen Kursgewinnen seit Anfang April dürften für die Aktienmärkte allerdings nun zunächst Verschnaufpausen anstehen. "Doch bis zum Jahresende sehen wir weiteres Potenzial, da sich die Unternehmensgewinne weiterhin überzeugend entwickeln dürften."

"Hängepartie in den kommenden Wochen"

Allerdings bleibt die Lage fragil. Über die Straße von Hormus kursieren unterschiedliche Nachrichten. Zudem stellt der anhaltende Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon das Rahmenabkommen auf die Probe. Christoph Geyer ist noch zurückhaltend: "In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie nachhaltig die Vereinbarung im Nahen Osten sein wird und wie die Marktteilnehmer diese bewerten", erklärt der Charttechniker. Setze sich die Überzeugung durch, dass es zu einem dauerhaften Frieden kommen könne, sei die Chance auf einen Ausbruch über die Rekordhochs gegeben. Spitze sich die Lage erneut zu, werde dies zu einem Rückschlag in die alte Widerstandszone führen. "Für die kommenden Wochen ist noch immer mit einer Hängepartie zu rechnen."

"Rentenreform guter Schritt in richtige Richtung"

Überwiegend gut an kommen am Markt die am Wochenende durchgesickerten Vorschläge der Rentenkommission für die Rentenreform in Deutschland, unter anderem mit einer kapitalgedeckten Zusatzrente nach schwedischem Modell. "Die Vorschläge zur Reform des deutschen Rentensystems sind eindeutig ein guter Schritt in die richtige Richtung", kommentiert ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski. Nun sei es an der Regierung, Reformwillen zu zeigen und die Pläne so schnell wie möglich umzusetzen.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 22. Juni

Neue Zusammensetzung der DAX-Indizes: Ab heute gelten die am 5. Juni bekannt gegebenen Indexveränderungen. Unter anderem ist Hochtief jetzt DAX-Mitglied und löst Porsche SE ab, das nun dem MDAX angehört. Im MDAX gibt es drei weitere Neu-Mitglieder, und zwar Suss Microtec, Elmos Semiconductor und Siltronic.

Alle Veränderungen: live.deutsche-boerse.com

Dienstag, 23. Juni

10.00 Uhr. Eurozone: Einkaufsmanagerindex Juni. Das zwischen den USA und dem Iran ausgehandelte Rahmenabkommen dürfte bei vielen Unternehmen im Euroraum für Erleichterung sorgen, meint die Commerzbank. Das werde sich wohl insbesondere bei den Einkaufsmanagerindizes zeigen.

Mittwoch, 24. Juni

10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklimaindex Juni. Da die meisten Antworten wohl bereits vor dem Rahmenabkommen zwischen USA und Iran abgegeben wurden, dürfte sich das ifo-Geschäftsklima der Commerzbank zufolge wohl nur etwas erholt haben.

Donnerstag, 25. Juni

14.30 Uhr. USA: Preisindex Konsumausgaben ohne Nahrungsmittel und Energie Mai. Laut DekaBank dürfte der Index aus geldpolitischer Sicht zum sechsten Mal in Folge zu kräftig gegenüber dem Vormonat angestiegen sein. Zwar sei bei den Gütern mit einem Preisrückgang zu rechnen. Auch die Mieten seien wohl weniger stark angestiegen als im Monat zuvor. Für die weiteren Dienstleistungen sei jedoch ein überaus starker Preisanstieg gegenüber dem Vormonat zu erwarten.

14.30 Uhr. USA: Auftragseingang langlebige Güter Mai. Die DekaBank rechnet mit einem Minus von 5 Prozent gegenüber dem Vormonat, allerdings wegen eines negativen Rückpralleffekts im zivilen Flugzeugbau.

Von Anna-Maria Borse, 22. Juni 2026, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



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