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14.06.2026 11:04

Käfigkampf vor dem Weißen Haus - Trump feiert 80. Geburtstag

WASHINGTON (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump wird heute 80 Jahre alt und will an seinem Geburtstag ein umstrittenes Kampfsportspektakel direkt vor dem Weißen Haus verfolgen. In einer Arena auf dem Südrasen seines Amtssitzes sollen ab 20.00 Uhr Ortszeit (2.00 Uhr MESZ am Montag) martialische Käfigkämpfe der Profiliga Ultimate Fighting Championship (UFC) ausgetragen werden. Kritiker versuchten das Event mit einer Klage zu verhindern, hatten damit aber keinen Erfolg.

Schon im Jahr zuvor, an Trumps 79. Geburtstag, hatte in der Hauptstadt eine Großveranstaltung stattgefunden, die auf reichlich Kritik stieß: Vor den Augen des Präsidenten wurde eine Militärparade zelebriert - mit schweren Panzern, Fallschirmspringern und Helikoptern. Offizieller Anlass war damals ein Festakt zum 250. Gründungsjubiläum des US-Heeres. Für viele im Land wirkte die Inszenierung jedoch eher wie ein persönliches Geschenk für den Präsidenten. Ein Eindruck, der nun erneut aufkommt.

Auch beim Kampfspektakel in diesem Jahr ist der offizielle Anlass nicht Trumps Geburtstag. Stattdessen werden als Begründung die Feierlichkeiten rund um den 250. Unabhängigkeitstag der USA angeführt. Der ist allerdings auf den 4. Juli datiert.

Was es mit den Käfigkämpfen auf sich hat

Ausgerichtet werden sie von der UFC, einer Kampfsportliga für Mixed Martial Arts (MMA). Dabei kommen Techniken aus verschiedenen Disziplinen wie dem Boxen, Ringen, Kickboxen sowie Karate und Jiu-Jitsu zum Einsatz. Anders als etwa beim Wrestling sind die Kämpfe nicht gestellt. Ganz im Gegenteil: Nicht selten wird Blut vergossen, Knochen brechen oder Kombattanten werden von ihren Gegnern bewusstlos geprügelt. Gegenseitige Provokationen und Demütigungen der Kämpfer im Ring und auf Pressekonferenzen sind üblich.

In Deutschland galten die Events zu Beginn des Jahrtausends als Schmuddelsport, es gab sogar ein TV-Verbot für die Kämpfe. Inzwischen ist MMA aber massentauglicher geworden. Der Kampfsport ist in den USA populär - vor allem unter Männern.

Auch Trump saß schon mehrfach als Zuschauer im Publikum. Er gilt als Fan des Kampfsports - und als Freund von UFC-Boss Dana White, der ihn im Wahlkampf unterstützte.

Wie das Event Washington verändert

Dass sich ein Großevent vor dem Machtzentrum der US-Regierung anbahnt, ist in Washington kaum zu übersehen. Schon Wochen bevor dort Topstars der Kampfsport-Szene die ersten Schläge austauschen, begann auf dem Gelände des Weißen Hauses der Bau einer riesigen Arena. Die achteckige, käfigartige Konstruktion ist umgeben von Tribünen für mehr als 4.000 Zuschauer - und überspannt von einer gewaltigen Kuppelkonstruktion namens "The Claw" (die Kralle), die sogar das Weiße Haus klein wirken lässt.

Im nahegelegenen Ellipse-Park findet zudem ein Fan-Fest statt. Am Samstag ging es los - zur Übertragung des Kampfevents am Sonntag werden dort mehr als 120.000 Schaulustige erwartet. Straßen rings herum sind wegen der Sicherheitsvorkehrungen großflächig abgesperrt.

Bereits am Freitag liefen einige Fans in UFC-Shirts durch Washington, so auch der 18-jährige Jordan aus dem benachbarten Bundesstaat Virginia. Dass die Kämpfe auf dem Gelände des Weißen Hauses stattfinden, findet er "etwas seltsam". Der beste Ort für blutige Kämpfe sei das sicherlich nicht. "Aber mal abgesehen vom Politischen: Ich genieße alle Kämpfe, die stattfinden, und freue mich schon riesig darauf."

Was an dem Spektakel kritisiert wird

Diese Vorfreude teilen längst nicht alle im Land. Einige Kritiker reichten sogar Klage gegen das Event vor Gericht ein. Sie werfen Trump vor, UFC-Boss White und dessen Unternehmen Zugang zum Weißen Haus zu gewähren, "um ein privates, gewinnorientiertes Sportevent zu veranstalten - mit all den Werbe- und Branding-Möglichkeiten, die ein solcher Zugang mit sich bringt". Das Gericht wies die Klage jedoch ab - unter anderem mit der Begründung, dass die Einwände zu spät

eingebracht worden seien.

Kritisch gesehen wird zudem, dass Trump Ende März in den Besitz von Aktien des UFC-Mutterkonzerns TKO im Wert von bis zu 50.000 Dollar gelangte. Das geht aus veröffentlichten Transaktionen des Präsidenten hervor. Gegnern des Events stößt auch übel auf, dass das Kampfsportspektakel auf Paramount+ übertragen wird. Ihr Vorwurf: Es werde dafür genutzt, dem Streaminganbieter neue Abos zu bescheren. Hinter Paramount steht die Familie des Software-Milliardärs Larry Ellison, der als Unterstützer Trumps bekannt ist.

Was für Proteste geplant sind

An den Protesten gegen das UFC-Spektakel beteiligt sich auch die Bewegung "No Kings" ("Keine Könige"), die sich in den USA mit der Organisation von Massendemonstrationen gegen Trumps Politik einen Namen machte. Millionen Menschen folgten ihrem Aufruf zu Protesten an Trumps Geburtstag vor genau einem Jahr.

Auch in diesem Jahr rufen die Organisatoren landesweit zu Veranstaltungen auf, die etwa zeitgleich zum Beginn des Kampfspektakels geplant sind - wenn auch nicht als klassische Straßendemonstrationen. Wer das Prügel-Event ablehnt, soll vielmehr bei sogenannten Watch Parties mitmachen und sich in privaten Wohnzimmern, Gemeinschaftszentren oder Geschäften ein Konzert in New York anschauen, "während der Präsident versucht, das Land mit seinem UFC-Käfigkampf-Spektakel abzulenken", wie es in einer Mitteilung heißt.

An dem Konzert wollen nach Angaben des Veranstalters "Committee for the First Amendment" Stars wie die Schauspielerinnen Jane Fonda, Bette Midler und Julia Roberts sowie die Musiker Rufus Wainwright und Patti Smith teilnehmen. Die Aktion soll den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung würdigen, der unter anderem Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Versammlungsfreiheit garantiert - also Grundrechte, die Kritiker Trumps in diesen Zeiten durch autokratische Tendenzen gefährdet sehen./fsp/DP/zb



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