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07.05.2026 17:08

Devisen: Euro legt erneut zum US-Dollar zu

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat am Donnerstag an seine Vortagsgewinne angeknüpft. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1775 US-Dollar. Am Morgen hatte sie noch etwas niedriger notiert. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1770 (Mittwoch: 1,1762) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8496 (0,8501) Euro.

Die weiterhin freundliche Stimmung an den Finanzmärkten stütze den Euro. Es dominiert aktuell die Hoffnung auf einen baldigen Frieden im Nahen Osten. Eine Einigung über ein Ende des Kriegs mit dem Iran ist nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump in den kommenden Tagen möglich. Damit verbunden ist die Aussicht auf deutlich sinkende Ölpreise und folglich auf ein Abflauen der Inflationsängste.

Allerdings drohte Trump dem Iran in einem Interview des Senders PBS erneut: Falls es keinen Deal gebe, müsse man wieder damit anfangen, den Iran "in Grund und Boden zu bombardieren". Der Iran wies Berichte über eine bevorstehende Einigung als überzogen zurück. Ein US-Verhandlungsvorschlag werde geprüft.

Der Euro profitierte von den erneut gesunkenen Ölpreisen. Im Gegensatz zu den USA verfügt die Eurozone kaum über Ölvorkommen. Zudem wird Öl in Dollar gehandelt. Die Nachfrage nach Dollar sinkt also bei fallenden Preisen. Allerdings hat sich der Euro seit Kriegsbeginn Ende Februar vergleichsweise stabil gehalten. Schließlich wird erwartet, dass die EZB bald die Leitzinsen anhebt. In den USA werden zunächst keine Änderungen erwartet.

Zudem gab es für die angeschlagene deutsche Industrie einen kleinen Hoffnungsschimmer: Im März zog der Auftragseingang im Monatsvergleich stark an. "Die deutsche Industrie hat im ersten Kriegsmonat überraschend deutlich mehr Aufträge erhalten, auch wenn man die stark schwankenden Großaufträge herausrechnet", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Doch der Einbruch von Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-Geschäftsklima zeige eine große Verunsicherung der Unternehmen. "Der Nahost-Krieg fordert seinen Tribut, selbst wenn er bald enden sollte."

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,8641 (0,8637) britische Pfund, 184,07 (183,74) japanische Yen und 0,9157 (0,9165) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 4.752 Dollar. Das waren gut 62 Dollar mehr als am Vortag./jsl/jha/



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