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10.04.2026 10:07

APA ots news: Iran-Krieg gefährdet die Konjunkturerholung

    Prognose für 2026 und 2027 

Wien (APA-ots) - Infolge des Iran-Krieges haben sich Rohöl und Erdgas  
stark verteuert. 
Zudem trübt die Unsicherheit über die Dauer und den weiteren Verlauf 
des Konfliktes das Investitionsklima in der EU. Dies wird auch die 
österreichische Industrie, die seit Jahren unter der schwachen 
Investitionsgüternachfrage leidet, in Mitleidenschaft ziehen. Die 
Inflationsrate dürfte trotz des Iran-Krieges weiter zurückgehen, 
jedoch verlangsamt der jüngste Energiepreisanstieg den Rückgang. Die 
Arbeitslosenquote verharrt 2026 auf dem hohen Niveau des Vorjahres 
und wird erst 2027 sinken. 

"Die Entwicklung der Rohöl- und Erdgaspreise ist sowohl für die 
Inflationsprognose als auch für den von den Unternehmen erwarteten 
Kostendruck entscheidend. Da der Iran-Krieg nicht prognostizierbare 
Preissprünge auslöst, hat sich das WIFO entschlossen, von 
unterschiedlichen Preisszenarien auszugehen", so Marcus Scheiblecker, 
einer der Autoren der aktuellen WIFO-Prognose. 

Abbildung 1: Energiepreisentwicklung seit 2021 - auf der WIFO- 
Website 

Nach zwei Jahren der Rezession stieg Österreichs BIP 2025 wieder 
leicht um 0,6%. Vor allem um die Jahresmitte war eine deutliche 
Konjunkturbelebung festzustellen, die zum Jahresende allerdings 
wieder verebbte. Im IV. Quartal stagnierte die heimische 
Wirtschaftsleistung. 

Die derzeit unsicheren internationalen Rahmenbedingungen 
erschweren eine Prognose. Die weitere Entwicklung der 
österreichischen Wirtschaft wird wesentlich davon abhängen, wie weit 
die Preise für Rohöl und Erdgas steigen werden und wie lange sie auf 
hohem Niveau verharren. Dies hängt wiederum vom nicht abschätzbaren 
Kriegsverlauf ab. Das WIFO hat sich daher dazu entschlossen, seine 
Prognose des BIP und anderer wichtiger Kennzahlen auf Basis dreier 
Szenarien zu erstellen: 

- Im optimistischen Szenario dauert der Iran-Krieg nur wenige Wochen. 
Die Infrastruktur der Golfstaaten für die Förderung, Verarbeitung, 
Verladung und den Transport von Erdöl wird nicht nachhaltig 
beschädigt. Der Rohölpreis liegt bis Juni bei durchschnittlich 80 $ 
je Barrel und sinkt im III. Quartal 2026 auf 75 $. Der für die 
europäische Stromerzeugung relevante Erdgaspreis liegt bis Juni 2026 
bei durchschnittlich 45  je MWh und verringert sich nach Kriegsende 
stetig. 

- Im Hauptszenario ist der Iran-Krieg ebenfalls von kurzer Dauer, 
allerdings verteuern sich fossile Brennstoffe kräftiger als im 
optimistischen Szenario. Nach Kriegsende bilden sich die Preise 
kontinuierlich zurück. 

- Im pessimistischen Szenario dauern die Kampfhandlungen im Mittleren 
Osten noch bis Ende des Sommers an und zerstören wichtige 
Infrastruktur, die erst wieder instandgesetzt werden muss. Der 
Rohölpreis steigt auf 120 $ je Barrel, verharrt bis September 2026 
auf diesem hohen Niveau und unterschreitet erst Anfang 2027 wieder 
die Marke von 90 $. Der Erdgaspreis liegt bis Februar 2027 bei 70  
je MWh, da wichtige Produktionsanlagen zerstört sind, und bildet sich 
bis Jahresende langsam zurück. 

Abbildung 2: Energiepreisszenarien - auf der WIFO-Website 

Sowohl im optimistischen als auch im Hauptszenario setzt sich die 
Konjunkturerholung im laufenden Jahr fort. Im optimistischen Szenario 
ist 2026 mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um 1,1% zu 
rechnen, im Hauptszenario um 0,9%. 2027 beschleunigt sich der Zuwachs 
auf 1,3% bzw. 1,5%. Damit bleibt das Wachstumstempo hinter jenem 
vergangener Aufschwungsphasen zurück. 

Im pessimistischen Szenario wird der bislang beobachtete moderate 
Aufschwung jäh unterbrochen, wodurch das BIP 2026 um lediglich 0,2% 
zulegt (2027 +0,4%). Die in diesem Szenario unterstellten hohen 
Energiepreise belasten nicht nur die Produktion und die real 
verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte, sondern trüben auch die 
Stimmung in den Unternehmen und das Verbrauchervertrauen. Dies hat 
eine über reine Preiseffekte hinausreichende Dämpfung der Konjunktur 
zur Folge. 

Übersicht 1: Hauptergebnisse der Prognose - Szenarien - auf der 
WIFO-Website 

Auch im Hauptszenario belastet die erneut höhere Inflation die 
verfügbaren Einkommen. Der private Konsum wächst dadurch weiterhin 
nur verhalten (2026 +0,5%, 2027 +0,6%). Im optimistischen Szenario 
ist der Zuwachs im laufenden Jahr etwas lebhafter (+0,7%) und 
verstärkt sich 2027 auf 1%. Im pessimistischen Szenario mündet das 
getrübte Verbrauchervertrauen, vor allem die erhöhten Inflations- und 
Arbeitslosigkeitserwartungen, in einem Wiederanstieg der Sparquote. 
Hierdurch wächst der Konsum 2026 kaum mehr (+0,2%) und stagniert 2027 
nahezu (+0,1%). 

Der Konsum des Staatssektors expandiert 2026 aufgrund der 
angespannten Lage in den öffentlichen Haushalten mit 1,2% nur mehr 
halb so stark wie im Vorjahr und bleibt auch 2027 verhalten (+1%). 
Annahmegemäß versucht der Staat in allen drei Szenarien, trotz 
Sparziels an diesem Ausgabenpfad festzuhalten, um die Konjunktur 
nicht zusätzlich zu belasten. Der gesamtstaatliche Finanzierungssaldo 
verbessert sich im Hauptszenario leicht auf -4,1% (2026) bzw. -4,0% ( 
2027) des BIP (2025 -4,2%). Im pessimistischen Szenario beträgt die 
Neuverschuldung 2026 4,4% und 2027 4,9% der Wirtschaftsleistung (ohne 
weitere Maßnahmen; Annahme "No-Policy-Change"). 

Übersicht 2: Hauptergebnisse der Prognose - auf der WIFO-Website 

Am deutlichsten spiegelt sich die ausgeprägte geopolitische 
Unsicherheit in der heimischen Investitionsnachfrage. Im 
Hauptszenario steigen die Bruttoanlageinvestitionen 2026 nur um 1,0% 
(2025 +1,4%). Erst 2027 wird diese Nachfragekomponente wieder rascher 
zulegen (+2,1%; optimistisches Szenario: 2026 +1,4%, 2027 +2,2%). Im 
pessimistischen Szenario schrumpfen die Bruttoanlageinvestitionen im 
laufenden Jahr um 1% und wachsen erst 2027 wieder (+0,8%). 

Die Inflationsprognose hängt wesentlich von den Annahmen zur 
Energiepreisentwicklung ab. Im Hauptszenario sinkt die Inflationsrate 
2026 auf 2,7% und 2027 weiter auf 2,3%. Im pessimistischen Szenario 
steigt sie dagegen auf 4,1% und schwächt sich erst 2027 auf 3,5% ab. 
Im optimistischen Szenario beträgt die Teuerung 2026 2,5% und 2027 
2,2%. 

Trotz der anhaltend gedämpften Wirtschaftsentwicklung wird die 
Beschäftigungsausweitung an Dynamik gewinnen. Im Hauptszenario 
beschleunigt sich der Anstieg 2026 auf 0,5% und 2027 auf 0,8% ( 
optimistisches Szenario +0,6% bzw. +0,8%, pessimistisches Szenario + 
0,2 bzw. +0,3%). 

Die Arbeitslosenquote sinkt im optimistischen Szenario von 7,4% 
im Vorjahr auf 7,3%, stagniert im Hauptszenario und steigt im 
pessimistischen Szenario geringfügig auf 7,5% (2027: 7,0% bis 7,6%). 

Zwtl.: Mittelfristige Aussichten 

Aufbauend auf der kurzfristigen Vorausschau prognostiziert das 
WIFO die mittelfristige Wirtschaftsentwicklung in den Jahren 2028 bis 
2031. Diese mittelfristige Einschätzung wurde bei der Pressekonferenz 
am 10. April 2026 gemeinsam mit der kurzfristigen Prognose 
vorgestellt. 

Übersicht 3: Hauptergebnisse der mittelfristigen Prognose für 
Österreich - auf der WIFO-Website 

Zu den Definitionen siehe " Methodische Hinweise und Kurzglossar 
. 

Rückfragehinweis: 
   Rückfragen bitte am Freitag, dem 10. April 2026, von 11 bis 14 Uhr, 
   an Mag. Dr. Marcus Scheiblecker, Tel. (1) 798 26 01 - 245, 
   marcus.scheiblecker@wifo.ac.at 

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/235/aom 

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER 
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT *** 

OTS0033    2026-04-10/10:00


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