Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
10.02.2026 11:01

Pleiten, Konsumflaute und Rabattspirale: Modebranche in Not

Einzelhandel

Berlin (dpa) - Das kalte Januarwetter in Deutschland hat nicht jeden gestört. Viele Menschen kauften Jacken, Schals und Mützen. Das stimmte zumindest einige Modehändler versöhnlich. Über die Probleme der Branche kann dies jedoch nicht hinwegtäuschen. Sparsame Kunden, hohe Kosten, Bürokratie und die zunehmende Konkurrenz durch asiatische Händler: Die Liste ist lang. 

Der Handelsverband Textil Schuhe und Lederwaren (BTE) zieht eine negative Bilanz für 2025 - und blickt kaum zuversichtlich nach vorn. Besonders angespannt ist die Lage im stationären Geschäft. Wie aus einer Verbandsumfrage hervorgeht, landete im vergangenen Jahr jeder zweite Bekleidungshändler operativ in den roten Zahlen. 

BTE-Präsident Mark Rauschen nennt die Entwicklung «dramatisch». Es bestehe die Gefahr, dass bestehende stationäre Handels- und Versorgungsstrukturen vollends wegbrechen. «Der Exitus unserer Branchen muss gestoppt werden.» Er spricht von einem «Horrorszenario». 

Onlineanteil von über 40 Prozent 

Stationäre Geschäfte, Warenhäuser, Lebensmittel- und Onlinehändler setzten 2025 mit Bekleidung hierzulande laut BTE gut 57,1 Milliarden Euro um. Nominal entspricht das einem Zuwachs von rund einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Preisbereinigt ergibt sich jedoch ein Minus von etwa zwei Prozent. Noch stärker fiel der Rückgang im Schuhhandel aus, der knapp 11,5 Milliarden Euro umsetzte. 

Deutlich besser als stationär lief es zuletzt im Onlinegeschäft. Der Verkauf von Mode und Accessoires hat sich stark ins Internet verlagert. Mehr als 40 Prozent der Umsätze entfallen bereits auf den Onlinehandel. Keine andere Branche erzielt im Netz höhere Umsätze. 

Zu den Treibern zählen Onlinehändler wie Temu und Shein. Der BTE schätzt, dass der Branche in Deutschland durch die asiatischen Portale im vergangenen Jahr etwa drei Milliarden Euro Umsatz entgangen sind. Die Anbieter sind umstritten. Handelsvertreter und Verbraucherschützer kritisieren unter anderem geringe Produktqualität, mangelnde Kontrollen und unfaire Wettbewerbsbedingungen. Viele Verbraucher kaufen dennoch regelmäßig bei Temu und Shein, vor allem wegen der niedrigen Preise. 

Insbesondere der stationäre Handel gerät dadurch unter Druck. Um Kunden zu ködern und konkurrenzfähig zu sein, setzen viele Unternehmen auf Rabattaktionen - auch wenn sie dafür auf Gewinn verzichten müssen. Die Folge war zuletzt vielerorts ein scheinbar nicht endender Dauer-Sale im wichtigen Jahresendgeschäft, bis hinein in den Januar. Ein Grund dafür waren auch volle Lager. Die Händler brauchen Platz für die neuen Kollektionen. 

Lieber Urlaub als neue Jacke

Ein Problem begleitet die Branche auch 2026. Viele Kunden kaufen zurückhaltend und sparsam ein - besonders bei Bekleidung. Laut einer repräsentativen Umfrage des Handelsforschungsinstituts IFH Köln wollen 45 Prozent in nächster Zeit weniger Geld für Mode und Accessoires ausgeben. In anderen Bereichen wie Wohnen und Einrichten oder Freizeit und Hobby liegen die Werte niedriger. 

«Mode wird aus Konsumentensicht zunehmend als klassisches Sparsortiment wahrgenommen», sagt IFH-Branchenexpertin Carina Habke. Wenn Geld bewusster eingesetzt werde, dann eher für Erlebnisse, Freizeit oder Sport. Grund dafür sei ein wachsendes Nachhaltigkeits- und Gesundheitsbewusstsein. Viele investierten ihr Geld lieber in Bio-Lebensmittel, regionale Produkte oder langlebige Anschaffungen, statt regelmäßig neue Kleidung zu kaufen. 

Auch BTE-Hauptgeschäftsführer Rolf Pangels geht davon aus, dass Konsumenten eher bei Kleidung sparen als etwa bei Reisen. «Urlaub bietet eine Auszeit von Alltag und Sorgen. Das suchen viele Menschen derzeit verstärkt.» 

Prominente Insolvenzen 

Entsprechend gedämpft fallen die Erwartungen für 2026 aus. Laut einer BTE-Umfrage unter gut 200 Modehändlern befürchtet ein Drittel ein Umsatz-Minus von einem Prozent oder mehr. In der Bekleidungsbranche rechnet nur knapp jedes dritte Unternehmen mit einem nennenswerten Plus, im Schuhhandel nur etwa jedes sechste. Die Lage ist für viele Firmen angespannt. Für Aufsehen sorgte zuletzt die Ankündigung von Zalando, ein Logistikzentrum in Erfurt mit 2.700 Beschäftigten zu schließen. Der Textildiscounter Kik teilte im September mit, unrentable Filialen zu schließen. Wie viele, ist noch unklar. 

Für andere ist die Situation existenzbedrohend. «Das Insolvenzgeschehen im Mode- und Bekleidungshandel hat sich 2025 weiter zugespitzt», sagt der Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, Patrik-Ludwig Hantzsch. Zu den prominenten Fällen zählten zuletzt der Modehersteller Gerry Weber, der Schuhhändler Görtz und die Modemarke Closed. Auch der Hemdenhersteller Eterna stellte einen Insolvenzantrag. Im Januar scheiterte die Rettung des insolventen Herrenausstatters Wormland. 

Für 2026 rechnet Hantzsch nicht mit einer Trendwende. Insolvenzen blieben wahrscheinlich, insbesondere bei Unternehmen mit hoher Filialdichte, knappen Liquiditätsreserven und fehlender oder veralteter Profilierung. Bereits seit Jahren schrumpft die Zahl der Bekleidungshändler. 2010 gab es bundesweit noch knapp 22.900 Unternehmen, 2025 waren es nur noch rund 12.050. Die Zahl der Schuhhändler fiel im selben Zeitraum von mehr als 5.000 auf etwa 2.450. Ein Händler kann ein einzelner Selbstständiger sein oder ein größeres Unternehmen mit zahlreichen Filialen.



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   50 51 52 53 54    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.284     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
10.02.2026 12:52 6:0, 5:1 - und im Pokal? Bayern kontra Leipzig zum Dritten
10.02.2026 12:48 Signale der Kompromissbereitschaft im Länder-Tarifkonflikt
10.02.2026 12:45 DZ Bank hebt fairen Wert für Vodafone auf 130 Pence - 'Kauf...
10.02.2026 12:44 Bernstein belässt Richemont auf 'Outperform' - Ziel 200 Fra...
10.02.2026 12:39 Goldman hebt Ziel für ING auf 29 Euro - 'Buy'
10.02.2026 12:35 Reisekonzern Tui plant Comeback im Massengeschäft
10.02.2026 12:34 Bernstein belässt Aumovio auf 'Market-Perform' - Ziel 38 Eu...
10.02.2026 12:33 Bernstein belässt L'Oreal auf 'Market-Perform' - Ziel 405 E...
10.02.2026 12:31 ROUNDUP: Ölkonzern BP verschärft Sparmaßnahmen - Streicht...
10.02.2026 12:27 Bernstein belässt Scout24 auf 'Outperform' - Ziel 105 Euro
10.02.2026 12:25 Tchibo verliert Rechtsstreit gegen Aldi Süd
10.02.2026 12:24 Goldman senkt Ziel für Merck KGaA auf 150 Euro - 'Buy'
10.02.2026 12:22 Goldman belässt Teamviewer auf 'Neutral' - Ziel 6,50 Euro
10.02.2026 12:20 Weniger als nötig: Branche erwartet 215.000 neue Wohnungen ...
10.02.2026 12:16 Macron will Dialog mit Putin - Kreml ist bereit
10.02.2026 12:15 Aktien Europa: Quartalszahlen liefern Impulse - Indizes aber...
10.02.2026 12:14 Deutsche Bank belässt Unicredit auf 'Hold' - Ziel 64 Euro
10.02.2026 12:14 Deutsche Bank Research belässt UBS auf 'Buy' - Ziel 39 Fran...
10.02.2026 12:13 Deutsche Bank Research hebt Ziel für Aumovio auf 55 Euro - ...
10.02.2026 12:08 Fokus Iran: Netanjahu fliegt zu Gesprächen mit Trump
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
12.02.2026

ABRDN CHINA INVESTMENT CO. LTD.
Geschäftsbericht

VERSES TECHNOLOGIES INC.
Geschäftsbericht

REDCASTLE RESOURCES
Geschäftsbericht

PI2
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services