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16.03.2025 14:12

Schlechte Tulpen-Ernte treibt die Preise

AALSMEER/NORDERSTEDT (dpa-AFX) - Viele Menschen gönnen sich zum Frühlingsstart gern einen bunten Tulpenstrauß. Dass die Preise in den Geschäften gestiegen sind, dürfte jedoch nicht für Entzücken sorgen. Ein 10er-Bund Tulpen sei im Einkauf etwa einen Euro teurer als im Vorjahr, bei einigen Sorten auch noch mehr, sagte eine Sprecherin des Unternehmens Blume 2000. Die Preise liegen demnach 30 bis 50 Prozent höher, die Qualität der Tulpen sei allerdings schlechter. Die Supermarktkette Rewe berichtet von ähnlichen Problemen.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Ernten nicht gut ausgefallen sind. Branchenexperten zufolge waren die vergangenen beiden Jahre zu nass. Weil es viel geregnet hat und Frost gab, konnten die Tulpenzwiebeln nicht richtig wachsen. Deshalb liegen lediglich 70 bis 80 Prozent der üblichen Mengen vor. Ein kleineres Angebot hat zu den höheren Preisen geführt.

Ein Vergleich zeigt: In Geschäften von Händlern wie Blume 2000 oder Blumen Risse in Nordrhein-Westfalen und Hamburg gibt es einen Bund Tulpen aktuell ab 4,99 Euro. Papageien-Tulpen, die Premium-Variante, kosten 7,99 Euro. In einem Rewe-Supermarkt in Düsseldorf sind 4,79 Euro fällig. Die Preise schwanken regional und je nach Sorte. Auch die Mengen sind unterschiedlich: Mal besteht ein Bund aus 10 Blumen, mal nur aus 7 oder 8. Einige Händler geben an, die höheren Einkaufspreise nicht 1:1 an die Kunden weiterzugeben.

Die meisten Tulpen kommen aus den Niederlanden

Tulpen sind in der Regel ab Mitte Januar und bis Juli erhältlich. Die meisten Tulpenzwiebeln und fertigen Tulpen, die in Deutschland verkauft werden, stammen aus den Niederlanden. Dort machen Tulpen den größten Teil der Blumen- und Blumenzwiebelzucht aus. Mehr als die Hälfte der rund 28.000 Hektar Felder werden mit Tulpenzwiebeln bepflanzt. Die niederländischen Händler verkaufen im Jahr weltweit etwa zehn Milliarden Tulpen - sowohl Zwiebeln als auch Blumen.

Die Züchter haben deutlich weniger Tulpen und Tulpenzwiebeln geerntet als im Vorjahr, sagte der Direktor vom Dachverband des Blumenzwiebelhandels "Royal Anthos", Mark-Jan Terwindt. Einen Einbruch fürchten die Händler aber nicht. Im Januar 2025 lag der Export von Blumen und Pflanzen aus den Niederlanden um sieben Prozent höher als ein Jahr zuvor. Deutschland ist der größte Absatzmarkt.

Warum Tulpen so beliebt sind

Tulpen seien das Symbol für den Frühling, dafür stünden sie wie kaum eine andere Blume, sagte Nicola Fink vom Fachverband Deutscher Floristen. "In den dunklen Wintermonaten und mit Beginn des neuen Jahres wünschen sich die Menschen Farbe. Deshalb sind Tulpen so beliebt."

Schlechte Ernten gab es zuletzt auch bei anderen Frühlingsblumen wie Narzissen oder Hyazinthen. Diese Sorten gelten jedoch als nicht so empfindlich. In Deutschland sind die Preise für Schnittblumen in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen. Verbraucher zahlten 2024 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 31,3 Prozent mehr als 2020./cr/DP/he



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