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23.03.2026-

WOCHENAUSBLICK: Iran-Krieg dürfte den Dax weiter belasten - Fokus auf Ifo-Index

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt dürfte wegen des Iran-Kriegs und der deswegen steigenden Ölpreise auch in der neuen Woche unter Druck bleiben. "Die Sorgen an den Kapitalmärkten über die Auswirkungen des Kriegs nehmen zu", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Der Auslöser dafür ist dem Experten zufolge, dass keine Fortschritte bei der Normalisierung der Rohstofflieferungen aus dem Persischen Golf erkennbar seien.

Durch Angriffe auf Ölförderanlagen ist der Ölpreis zuletzt deutlich in die Höhe geschnellt. Sollte dieser für längere Zeit auf hohem Niveau notieren, droht ein deutlicher Anstieg der Inflation.

Am Wochenende verschärfte sich der Ton der Kriegsparteien abermals. Der Iran drohte nach einem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump mit der vollständigen Schließung der Straße von Hormus, falls die USA iranische Kraftwerke angreifen. Die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge werde dann vollständig gesperrt und erst wieder geöffnet, wenn die zerstörten Kraftwerke wieder aufgebaut seien.

Die Börsen in Asien rutschten zum Handelsauftakt am Morgen deutlich ins Minus; der Ölpreis setzte seinen Aufwärtstrend fort. Am deutschen Aktienmarkt könnte der Dax zum Start in die Woche unter die Marke von 22.000 Punkten rutschen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex gut dreieinhalb Stunden vor dem Start des Xetra-Haupthandels auf 22.050 Punkte und damit 1,5 Prozent unter dem Niveau vom Freitag. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar büßte der Dax bereits etwas mehr als elf Prozent ein.

"Je länger sich die Lage hinzieht, desto stärker spüren alle Wirtschaftsteilnehmer die Folgen im Alltag, und desto wahrscheinlicher werden auch gesamtwirtschaftliche Folgen, etwa eine Dämpfung der ohnehin nicht überschwänglichen Konjunktur in den europäischen Volkswirtschaften", fuhr Kater fort. Die ersten Wirtschaftsindikatoren hätten zuletzt bereits in den roten Bereich gedreht.

Etwas optimistischer äußerte sich Analystin Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen. Der Ausverkauf am Aktienmarkt halte sich derzeit noch in Grenzen. So habe der Rutsch des Dax unter die Marke von 23.000 Punkten zwischenzeitlich auch Käufer angelockt. Offensichtlich gebe es noch Investoren, die das aktuelle Niveau eher als Einstiegschance bewerteten.

Etwas Unterstützung für die Märkte kommt Windt zufolge auch von der Geldpolitik, nachdem sich wichtige Zentralbanken zuletzt anlässlich ihrer Zinsentscheidungen zur aktuellen Lage geäußert hatten. So bleibe bei der US-Notenbank eine Lockerung in diesem Jahr auf der Agenda. Und die Chefin der Europäischen Zentralbank, Christin Lagarde, habe es vermieden, ein klares Signal in Richtung Zinserhöhung zu geben und lediglich auf die Inflationsrisiken hingewiesen.

Mit Blick auf die Konjunkturdaten in der neuen Woche richtet sich die Aufmerksamkeit zunächst am Dienstag auf erste Schätzungen für die Einkaufsmanager-Indizes in großen europäischen Ländern und in der Eurozone insgesamt. Die Daten geben wichtige Hinweise auf das aktuelle Stimmungsbild im Verarbeitenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich.

Zur Wochenmitte veröffentlicht das Ifo-Institut seinen Geschäftsklima-Index. Angesichts des Iran-Kriegs und der deshalb kräftig gestiegenen Energiepreise wäre zwar alles andere als ein deutlicher Rückgang insbesondere der Geschäftserwartungen eine große Überraschung, schrieb Analyst Ralph Solveen von der Commerzbank. Für den kurzfristigen Ausblick sei aber wichtiger, wie die Unternehmen die aktuelle Lage beurteilen. Sollte dieses Urteil etwas besser ausfallen, wäre dies ein weiteres kleines Hoffnungszeichen für die deutsche Wirtschaft.

Darüber hinaus dürfte auch die Berichtssaison Aufmerksamkeit auf sich ziehen. In der neuen Woche präsentieren vor allem Unternehmen aus der zweiten und der dritten Reihe ihre Resultate. Dabei handelt es sich oft um detaillierte Geschäftszahlen nach bereits vorgelegten Eckdaten.

So startet die neue Woche mit den detaillierten Zahlen des Stahlkonzerns Salzgitter und des Werbevermarkters Ströer . Am Dienstag folgt der Medizin- und Sicherheitstechnikhersteller Drägerwerk , bevor am Mittwoch der Technologiekonzern Jenoptik und der Baumarkt- und Baustoffkonzern Hornbach Holding den Reigen fortsetzen. Dieser hatte bereits am Freitagabend erste Eckdaten für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt.

Dichter gepackt ist die Agenda am Donnerstag. Dann sind unter anderem der Ticketvermarkter und Konzertveranstalter CTS Eventim sowie der Fotodienstleister Cewe an der Reihe. Hinzu kommt mit der VW-Eigentümerholding Porsche SE auch ein Unternehmen aus dem Dax./la/jkr/nas

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

Name Kurs Währung Datum Zeit HP*
CEWE STIFTUNG & CO. KGAA 99,400 EUR 17.04.26 11:26 Societe ...
CTS EVENTIM AG & CO. KGAA 59,800 EUR 17.04.26 11:27 Societe ...
DRAEGERWERK AG & CO. KGAA VZ 96,700 EUR 17.04.26 11:28 Societe ...
HORNBACH HOLDING AG & CO. KGAA 82,600 EUR 17.04.26 10:40 Societe ...
JENOPTIK AG 32,280 EUR 17.04.26 11:28 Societe ...
PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE V... 32,890 EUR 17.04.26 11:28 Societe ...
SALZGITTER AG 48,100 EUR 17.04.26 11:28 Societe ...
STROEER SE & CO KGAA 37,650 EUR 17.04.26 11:22 Societe ...
VOLKSWAGEN AG VZ 89,380 EUR 17.04.26 11:28 Societe ...
 
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