Märkte & Kurse

Konjunktur
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Konjunkturnachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten vierzehn Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Konjunkturnachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
17.07.2026 14:48

ROUNDUP 2/Der neue Labour-Chef: Was Burnham besser machen muss

(neu: Aktualisiert.)

LONDON (dpa-AFX) - Großbritannien geht es nicht gut. Die Menschen in dem Sehnsuchtsort vieler deutscher Touristinnen und Touristen leiden unter sozialer Ungleichheit, hohen Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot, einem überlasteten Gesundheitssystem - und politischer Instabilität. Wartet auf den künftigen Premierminister Andy Burnham ein "impossible job", eine nahezu unlösbare Aufgabe?

Der frühere Bürgermeister von Greater Manchester wurde am Freitagmittag zum Vorsitzenden der Regierungspartei Labour ernannt. Am kommenden Montag wird er von König Charles III. mit der Regierungsbildung beauftragt. Labour werde den Menschen die Hoffnung zurückgegeben, sagte Burnham. Es sei "die letzte Chance", Änderungen herbeizuführen. Der 56-Jährige wird als Nachfolger von Keir Starmer der siebte Premier binnen zehn Jahren.

Ist die britische Politik noch zu retten?

Der Rücktritt von Starmer nur zwei Jahre nach dessen Erdrutschsieg mit Labour bei der Parlamentswahl werfe die Frage auf, ob die ständigen Wechsel in der berühmten 10 Downing Street auf politische Fehlleistungen zurückzuführen seien - oder auf ein nur schwer regierbares Land, schrieb die Nachrichtenagentur PA. Die sechs Premiers bis 2016 waren zusammengerechnet 30 Jahre im Amt.

Starmer war nicht an dem einen Skandal gescheitert, sondern an mehreren Fehlentscheidungen, die sich aufsummierten. Zudem schaffte es der 63-Jährige mit seiner biederen Art nicht, die Menschen mitzureißen. Zugutegehalten werden muss ihm aber, dass in der aktuellen Welt- und Wirtschaftslage kaum alles richtig gemacht werden kann. An den Kriegen in der Ukraine, in Nahost sowie an der Politik von US-Präsident Donald Trump trägt Starmer keine Schuld.

Die große Labour-Hoffnung ist deshalb, dass Burnham mit dieser Gemengelage einfach besser umgeht. Der 56-Jährige ist mehr der Typ Menschenfischer, dem zugetraut wird, unpopuläre Entscheidungen sowohl in der eigenen Fraktion als auch in der britischen Bevölkerung überzeugender verkaufen zu können. Die großen Probleme wegzaubern kann aber auch der sogenannte "König des Nordens" nicht.

Er werde eine Regierung bilden, die den Mut habe, die großen Dinge in Ordnung zu bringen, die die Politik vernachlässigt habe, sagte Burnham nach seiner Ernennung zum Parteichef. Labour könne die Partei sein, "die mehr Macht in die Hände der Menschen legt, Wachstum in jeder Postleitzahl vorantreibt und jedes Herz mit Hoffnung erfüllt".

Welche Lösungsansätze hat Burnham angekündigt?

Eine der auffälligsten Aussagen des künftigen Premierministers, der bislang nur wenige Interviews gegeben hat, war die Bekräftigung, der Regierungschef aller Briten sein zu wollen - im Kontrast zur häufig sehr London-zentrierten bisherigen Politik. Burnham möchte eine Dezentralisierung vorantreiben und mehr Kompetenzen in die Regionen übertragen, etwa beim Wohnungsbau und der Verkehrsinfrastruktur.

Im Verlauf seiner Rede kündigte Burnham an, Labour unter seiner Führung geeinter aufzustellen, den Fokus auf praktische Lösungen statt auf interne Spaltungen zu legen und offener für die Zusammenarbeit mit anderen Parteien zu sein. Er werde sich verpflichten, ein Premier "für den Norden und den Süden, den Osten, den Westen, für Schottland, für Wales und für Nordirland" zu sein. Bereits im August werde in allen Teilen des Vereinigten Königreichs unterwegs sein.

Zumindest in Grundzügen bedient er sich beim deutschen System des Länderfinanzausgleichs. In Manchester, seiner alten Heimat, soll eine Zweigstelle des Regierungssitzes in London entstehen. Burnham strebe "gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilen Großbritanniens" an

- nach dem Vorbild des deutschen Grundgesetzes, schrieb die Zeitung

"The Times".

Beim Blick auf die Steuern kündigte Burnham an, sich grundsätzlich an das Labour-Versprechen von 2024 halten zu wollen und Einkommensteuer, Mehrwertsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitnehmer nicht zu erhöhen. Er deutete aber einen "gewissen Spielraum" an. Burnham wird das gleiche Problem wie Starmer haben: Für die notwendigen Reformen braucht die Regierung dringend Geld, auch er wird an die Sozialleistungen ranmüssen.

Außenpolitisch hatte sich Burnham seit seinem Einzug ins Parlament im Juni zurückgehalten. Die Ukraine-Politik seines Vorgängers wird er wohl fortführen, Starmer war am Donnerstag noch einmal zum Abschied in Kiew. Auch der britische Kurs, eine Wiederannäherung zur Europäischen Union zu suchen, ohne den Brexit rückgängig machen zu wollen, dürfte fortgeführt werden.

Welche übergeordnete Herausforderung wartet auf Burnham?

Für alle politischen Vorhaben des neuen Premiers gilt: Sie müssen funktionieren - und zwar am besten schnell. Großbritannien erlebte in den vergangenen Monaten einen erheblichen Rechtsruck. Die rechtspopulistische Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage führt in Umfragen teils deutlich und wird Labour auch unter Burnham vor sich hertreiben. Der Reform-Erfolg bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai war einer der großen Kipppunkte, die zum Scheitern Starmers geführt hatten. Die Partei werde Großbritanniens neue Rechte nicht schlagen, "wenn wir von internen Kämpfen aufgezehrt werden und in verschiedene Richtungen ziehen", sagte Burnham./mj/DP/men



Weitere Konjunkturnachrichten
 
Weitere Konjunkturnachrichten der letzten 14 Tage 
Seiten:   1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 273     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
19.07.2026 18:05 Presse: USA verlegen weitere Kampfjets nach Nahost
19.07.2026 17:11 ROUNDUP/Spahn-Nachfolge: Diese Namen werden genannt
19.07.2026 16:39 Trump fordert: Iran ins Russland-Sanktionspaket aufnehmen
19.07.2026 16:23 Mehr als 50 Millionen Euro für E-Auto-Prämien - Tesla vorne
19.07.2026 16:05 ROUNDUP: Iran meldet Angriff auf unfertiges Atomkraftwerk
19.07.2026 16:05 ROUNDUP/Israels Armee: Iran greift Küstenstadt Akaba in Jor...
19.07.2026 15:49 Nach Spahn-Rücktritt: Fraktionsspitze berät am Montag weiter
19.07.2026 15:35 ROUNDUP: Spahn-Beben könnte zu Regierungsumbau führen
19.07.2026 15:05 GESAMT-ROUNDUP 2: USA und Iran verschärfen den Krieg in der...
19.07.2026 15:05 ROUNDUP 2: Massiver russischer Raketenangriff auf Kiew - Opf...
19.07.2026 14:53 Israels Armee: Iran greift Küstenstadt Akaba in Jordanien an
19.07.2026 14:36 Irans Außenminister spricht über Sicherheitslücken
19.07.2026 14:35 Kuwait meldet erneut Beschuss - Kraftwerk getroffen
19.07.2026 14:35 Ukrainische Drohnen setzen Ölanlagen in Russland in Brand
19.07.2026 14:35 Iran meldet Angriff auf unfertiges Atomkraftwerk
19.07.2026 14:33 WDH: Massiver russischer Raketenangriff auf Kiew
19.07.2026 14:31 Merz schließt nach Spahn-Rücktritt Kabinettsumbau nicht aus
19.07.2026 14:31 Spahn-Nachfolge: Diese Namen werden genannt
19.07.2026 14:28 Merz: 'Habe nie jemandem persönliche Faulheit unterstellt'
19.07.2026 14:27 Irak prüft Bau einer neuen Ölpipeline zum Mittelmeer
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.



 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
20.07.2026

KODI CO LTD
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

WISEBIRDS INC
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

PEOPLEBIO INC
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

ULTRATECH CEMENT LTD
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services