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18.05.2026 19:00

Berlin und Ankara setzen auf diplomatische Lösung im Iran

BERLIN (dpa-AFX) - Deutschland und die Türkei setzen trotz jüngster Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit einer Wiederaufnahme der Angriffe auf den Iran weiterhin auf eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg. Eine militärische Lösung werde zu keinem Ergebnis führen, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Hakan Fidan in Berlin. Wenn es eine Bereitschaft des Iran gebe, auf sein nukleares Anreicherungsprogramm zu verzichten, "haben wir eine Grundlage dafür, Verhandlungen zu führen".

Fidan sagte, es liege "im Interesse der ganzen Welt, die großen Krisen auf diplomatischem Wege so schnell wie möglich zu lösen". Die Fortsetzung des Krieges hätte große politische und wirtschaftliche Folgen. Wadephul sagte mit Blick auf Washington und Teheran, er sehe nicht, "dass die Verhandlungen festgefahren sind, sondern dass sie fortgeführt sind". Die iranische Antwort auf den jüngsten US-Vorschlag müsse in Washington nun sehr sorgfältig geprüft werden.

Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social, für den Iran "tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben". Israel stellt sich unterdessen auf eine mögliche Wiederaufnahme der Angriffe im Iran ein. Ein iranischer Militärsprecher warnte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, jede neue "Torheit" der USA werde "noch vernichtendere und schwerere Schläge" zur Folge haben.

Fidan fordert von EU Verstärkung der Beziehungen zur Türkei

Auf die Frage, ob die Türkei im Falle eines Abkommens weiter bereit wäre, hoch angereichertes Uran aus dem Iran aufzunehmen, sagte Fidan, nach den Angriffen auf die Atomanlagen im Juni 2025 gebe es für niemanden praktisch die Möglichkeit, an dieses Uran heranzukommen. Akut bestehe deshalb keine Bedrohung. Damit dies so bleibe, müssten die Parteien in der Nuklearfrage zu einer Verhandlungslösung kommen.

Der türkische Außenminister forderte die EU angesichts der Kriege im Iran und in der Ukraine zur Verstärkung ihrer Beziehungen zur Türkei auf - etwa bei der Bekämpfung irregulärer Migration, der regionalen Sicherheit, der Sicherung von Energiekorridoren und der Terrorismusbekämpfung. Es sei offensichtlich, dass eine Architektur Europas, in der die Türkei ihren berechtigten Platz nicht einnehme, unvollständig wäre. Dies würde die Krisenbewältigungsstrategie der EU schwächen.

Strategischer Dialogmechanismus wiederbelebt

Der Besuch Fidans fand in einem besonderen bilateralen Rahmen statt: Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei seinem Antrittsbesuch in der Türkei im Oktober erklärt, er habe gemeinsam mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan entschieden, den "strategischen Dialog der Außenminister" wieder aufzunehmen. Das Format war 2013 ins Leben gerufen worden, fand aber seitdem nur zweimal statt./bk/shu/DP/jha



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