Märkte & Kurse

Konjunktur
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Konjunkturnachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten vierzehn Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Konjunkturnachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
07.05.2026 17:16

ROUNDUP 3: Weniger Steuereinnahmen für den Staat als erwartet

(neu: Steuermindereinnahmen für 2026 im 3. Absatz ergänzt.)

BERLIN (dpa-AFX) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) kann angesichts schwächerer Konjunkturaussichten wegen des Iran-Kriegs in den nächsten Jahren mit weniger Steuereinnahmen rechnen als noch im Herbst angenommen - wie der gesamte Staat auch mit Ländern und Kommunen. Für 2027 ergibt die aktuelle Steuerschätzung allein für den Bund 10,1 Milliarden Euro weniger als bisher erwartet, wie das Finanzministerium mitteilte. Auch in den folgenden Jahren bis 2030 dürfte weniger Steuergeld hereinkommen als gedacht.

Klingbeil sagte, die Schätzung zeige, "wie sehr uns der Iran-Krieg wirtschaftlich schadet". US-Präsident Donald Trumps "verantwortungsloser Krieg" und der daraus resultierende Energiepreis-Schock bremsten die Wirtschaftsdynamik vorerst aus. Die Lage bleibe von großen Unsicherheiten geprägt und erfordere permanentes Krisenmanagement. Klingbeil betonte zugleich, man müsse weiter daran arbeiten, krisenfester und unabhängiger zu werden. "Wir setzen deshalb auf Investitionen und Reformen, um Deutschland stärker zu machen."

Prognose bis 2030

Konkret sagen die Schätzer für das laufende Jahr 2026 für den gesamten Staat nun 17,8 Milliarden Euro weniger an Steuereinnahmen voraus, als noch im Herbst angenommen. Für 2027 sagte die Schätzung beim Bund Steuereinnahmen von 394,6 Milliarden Euro voraus. Für den gesamten Staat - also auch mit Ländern und Kommunen - ist mit einer Billion Euro zu rechnen. Es wären aber 17,7 Milliarden Euro weniger als noch in der Schätzung von Oktober 2025 erwartet. Auch für die Folge-Jahre bis 2030 ergibt die Prognose nun jeweils rund 17 Milliarden Euro weniger an Steuereinnahmen als noch im Herbst angenommen.

Dem Arbeitskreis für die Steuerschätzungen gehören Experten der Bundesregierung, der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, des Statistischen Bundesamts, der Bundesbank, des Sachverständigenrats für die wirtschaftliche Entwicklung sowie von Ländern und Kommunen an. Das Gremium kommt zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, zusammen.

Die Ergebnisse bilden jetzt eine wichtige Grundlage für die nächsten Schritte für den Bundesetat 2027. Dafür hatte das schwarz-rote Kabinett Ende April bereits Eckwerte beschlossen. Seinen Regierungsentwurf will Klingbeil Anfang Juli ins Kabinett bringen. An mehrere Ministerkollegen hat er dafür schon in der Koalition verabredete Aufträge vergeben, um verbliebene Lücken zu schließen - von Kürzungen bei Bundeszuschüssen für Sozialversicherungen über Reformen bei Elterngeld und Wohngeld bis zu neuen Abgaben auf Plastik und Limonaden. Abgabe der Entwürfe: spätestens am 20. Mai. Auch Subventionsabbau steht an.

Getrübte Konjunkturaussichten

Grundlage der Steuerschätzung ist jeweils die jüngste Wirtschaftsentwicklung. Und ihre Konjunkturprognose hatte die Bundesregierung erst im April halbiert und erwartet in diesem Jahr für Deutschland nur noch ein Mini-Wachstum von 0,5 Prozent. Für 2027 werden 0,9 Prozent Wachstum veranschlagt. Klingbeil betonte, Treiber der Entwicklung sei der Iran-Krieg. Es sei auch nicht der Fall, dass der Staat durch höhere Steuereinnahmen profitiere - im Gegenteil: "Der Staat ist kein Krisengewinner. Der Iran-Krieg kostet Deutschland Geld."

Die Vorbereitungen für den Bundesetat 2027 erleichtert das nicht, auch wenn das Ministerium für die Eckwerte schon eine erste "interne Aktualisierung" der Steuerschätzung von Oktober vorgenommen hatte. Die neue Steuerschätzung schaffe nun einen zusätzliche Einsparbedarf von etwa einer Milliarde Euro, sagte Klingbeil. Schon berücksichtigt wurde auch eine Palette teurer Vorhaben der Koalition, die 2027 zu Buche schlagen - etwa die Mehrwertsteuersenkung für Speisen in der Gastronomie oder die Anhebung der Pendlerpauschale.

"Momentaufnahme in hoher Unsicherheit"

Unions-Chefhaushälter Christian Haase mahnte direkt zur Vorsicht und nannte auch die frische Steuerschätzung nur eine "Momentaufnahme in Zeiten hoher Unsicherheit". Der Iran-Krieg habe Energie und Rohstoffe drastisch verteuert. Der CDU-Politiker forderte: "Statt neuer kostenwirksamer Ausgabenprogramme oder etwaiger Umverteilungsphantasien gilt es, eine Dynamik zu entfachen für wirtschaftliches Wachstum." Es brauche eine kluge, aktivierende Steuerpolitik flankiert von Strukturreformen, um wirtschaftliche Impulse zu setzen.

Grünen-Haushaltsexperte Sebastian Schäfer sagte, die neue Steuerschätzung müsse ein Warnsignal für Klingbeil und Kanzler Friedrich Merz (CDU) sein. "Der Haushalt und die Finanzpolitik dieser Koalition sind auf Sand gebaut." Das sei auch Resultat von "Steuersenkungen ohne Wachstumswirkungen", die auf Druck der CSU gekommen seien. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) mahnte: "Ohne Wachstum bleiben dem Staat die Hände gebunden." Hemmnisse für Unternehmen müssten zügig abgebaut werden.

Für den Etat 2027 veranschlagt Klingbeil laut den Eckwerten bisher Ausgaben von 543,3 Milliarden Euro - nach 524,5 Milliarden Euro in diesem Jahr. Der Bund plant im Kernhaushalt mit neuen Schulden von 110,8 Milliarden Euro. Dazu kommen schuldenfinanzierte Ausgaben im Sondervermögen zur Modernisierung der Infrastruktur sowie für Verteidigung. Der Bundestag soll den Haushalt voraussichtlich Ende November beschließen./sam/DP/jha



Weitere Konjunkturnachrichten
 
Weitere Konjunkturnachrichten der letzten 14 Tage 
Seiten:   1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 431     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
29.05.2026 18:26 Wüst sagt Merz volle Unterstützung zu
29.05.2026 18:18 ROUNDUP: Trump kündigt 'endgültige Entscheidung' zu Iran an
29.05.2026 17:50 Bas dringt auf Einstimmigkeit in Rentenkommission
29.05.2026 17:35 Trump kündigt 'endgültige Entscheidung' zu Iran an
29.05.2026 17:20 ROUNDUP 2: EU-Kommission will Milliarden für Ungarn freigeb...
29.05.2026 17:19 WDH/ROUNDUP: EU-Kommission will Milliarden für Ungarn freig...
29.05.2026 17:07 dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 29.05.2026 - 17.00 Uhr
29.05.2026 16:43 Geld für Trump-Anhänger? Gericht pausiert umstrittenen Fonds
29.05.2026 16:35 Selenskyj warnt vor neuem schweren russischen Angriff
29.05.2026 15:55 Wadephul zu Drohnen-Vorfall: Lassen uns nicht einschüchtern
29.05.2026 15:54 ROUNDUP 2: USA und Iran nähern sich vorläufiger Einigung
29.05.2026 15:51 POLITIK/ROUNDUP: EU-Kommission will Milliarden für Ungarn f...
29.05.2026 15:51 ROUNDUP: Deutsche wird Chefin von Sicherheitsmission in der ...
29.05.2026 15:50 EU-Kommission will Milliarden für Ungarn freigeben
29.05.2026 15:48 ROUNDUP 2: Viele Arbeitslose - und dennoch kein Personal
29.05.2026 15:48 ROUNDUP: Vorbehalte bei Einbeziehen von Vermögen in Pflegef...
29.05.2026 15:37 ROUNDUP 2: Inflation sinkt deutlich - 'Tankrabatt hat Zweck ...
29.05.2026 15:00 Iran: Gewinnen Zugeständnisse durch Raketen, nicht Gespräche
29.05.2026 14:59 ROUNDUP: Kassenärzte warnen vor Problemen bei Teilkrankschr...
29.05.2026 14:44 Griechenland plant harte Schritte gegen Migration auf Kreta
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.



 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
31.05.2026

SEMIFIVE INC
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

MOBVISTA INC
Geschäftsbericht

Ägypten
Börsenfeiertage

Kuwait
Börsenfeiertage

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services