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29.03.2026 11:35

GESAMT-ROUNDUP: Huthi greifen erneut Israel an - Iran droht US-Universitäten

ISLAMABAD/TEHERAN (dpa-AFX) - Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach ihrem Eintritt in den Iran-Krieg an der Seite Teherans Israel innerhalb kurzer Zeit zum zweiten Mal angegriffen. Am Abend seien eine Drohne über der südlichen Stadt Eilat und ein Marschflugkörper vor Erreichen israelischen Territoriums abgefangen worden, berichtete die "Times of Israel" unter Berufung auf das Militär. Am Samstagmorgen hatte die Miliz bereits eine Rakete auf den jüdischen Staat gefeuert. Der Iran drohte unterdessen mit Angriffen gegen US-Universitäten in der Region als Vergeltung für die mutmaßliche Bombardierung iranischer Universitäten.

Wenn die US-Regierung wolle, dass ihre Universitäten in der Region von Vergeltungsmaßnahmen verschont bleiben, müsse sie bis Montag 12 Uhr mittags Teheraner Zeit die Bombardierung von Universitäten verurteilen, zitierte die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars auf der Plattform X eine Erklärung der iranischen Elitestreitmacht. Nach iranischen Angaben waren zuvor die Technische Universität Isfahan und die Universität für Wissenschaft und Technologie in Teheran Ziel von Bombardierungen geworden. Über mögliche Opfer gab es zunächst keine Angaben.

Pakistan bemüht sich um Deeskalation

Derweil kommen heute auf Einladung Pakistans die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei in Islamabad zu zweitägigen Gesprächen zusammen, um über eine mögliche Deeskalation des seit einem Monat andauernden Krieges zu beraten. Pakistan teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit dem Iran und hat sich seit der Ausweitung des Krieges auf die Golfstaaten als Vermittler für eine mögliche Beendigung des Krieges angeboten.

Die Außenminister sollen auch Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif treffen. Dieser hatte nach eigenen Angaben in einem Telefonat mit Irans Präsidenten Massud Peseschkian "Pakistans starke Verurteilung der anhaltenden Angriffe Israels auf den Iran" bekräftigt. Zudem habe er ihn über Pakistans Bemühungen informiert, mit den USA, befreundeten Golfstaaten und weiteren islamischen Ländern einen Dialog und eine Deeskalation zu erleichtern. So tauscht Islambad Botschaften zwischen den USA und dem Iran aus.

Nach Aussagen von Bundesaußenminister Johann Wadephul gibt es Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und Irans. "Das soll wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden", sagte er im Deutschlandfunk. Es habe nach seinen Informationen indirekte Kontakte gegeben. Er nannte das "erste Zeichen der Hoffnung, der Zuversicht".

Iran lässt pakistanische Schiffe durch Straße von Hormus

Der Iran lockert derweil nach pakistanischen Angaben für bestimmte Schiffe seine Blockade der für die Energieversorgung wichtigen Straße von Hormus. "Die iranische Regierung hat zugestimmt, 20 weiteren Schiffen unter pakistanischer Flagge die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu gestatten", teilte Pakistans Vize-Premierminister und Außenminister Ishaq Dar auf X mit. Nach seinen Worten werden täglich zwei dieser Schiffe die Meerenge passieren. Dar sprach von einem bedeutenden Schritt in Richtung Frieden.

Der Schritt wird von Beobachtern als vertrauensbildende Maßnahme im Rahmen der Vermittlungen zur Deeskalation im Nahen Osten gesehen. Der Iran blockiert seit Beginn der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf das Land vor vier Wochen die Meerenge, über die große Teile des Öl- und Gastransports laufen. Die Preise für diese Energieträger sind in der Folge stark gestiegen.

Weitere US-Marines im Nahen Osten eingetroffen

Derweil sind weitere US-Marinekräfte im Nahen Osten eingetroffen. Das amphibische Angriffsschiff "USS Tripoli" erreichte nach Angaben des zuständigen US-Regionalkommandos am Freitag sein Einsatzgebiet. US-Außenminister Marco Rubio sagte nach den jüngsten G7-Gesprächen, der Einsatz im Iran könnte "in wenigen Wochen, nicht in Monaten" abgeschlossen werden. Die eigenen Kriegsziele könnten ohne Bodentruppen erreicht werden, hieß es. Kategorisch ausschließen wollte Rubio deren Einsatz aber nicht.

Das israelische Militär wiederum will nach Darstellung eines Sprechers die iranische Waffenproduktion "in wenigen Tagen" weitgehend zerstört haben. Die Streitkräfte würden in diesem Zeitraum "die Angriffe auf alle wichtigen Komponenten der (iranischen) Militärindustrie abschließen", sagte Armeesprecher Effie Defrin am Samstagabend. "Das bedeutet, dass wir den Großteil der militärischen Produktionskapazitäten zerstören haben werden."

Erneut Angriffe auf Golfstaaten

Unterdessen dauern die iranischen Gegenangriffe an. Mehrere Golfstaaten meldeten erneut Schäden nach Angriffen aus dem Iran. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach Angaben des Betreibers bei einem iranischen Raketen- und Drohnenangriff ein Metallwerk schwer beschädigt. Das Werk befindet sich in der Khalifa Industrial Zone Abu Dhabi. Eine nicht näher genannte Anzahl von Mitarbeitern sei verletzt worden, hieß es vom Betreiber.

Aus Katar hieß es am frühen Samstagabend (Ortszeit), das Golfemirat sei im Laufe des Tages Ziel eines Angriffs mit mehreren aus dem Iran gestarteten Drohnen gewesen. Alle Drohnen seien erfolgreich abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium weiter mit. Davor hatte bereits Kuwait von Beschuss durch Drohnen berichtet. Einige der Angriffe hätten auf die Umgebung des internationalen Flughafens von Kuwait gezielt und erhebliche Schäden am Radarsystem verursacht. Verletzte gebe es nicht.

Derweil wurde in der kurdischen Autonomieregion im Norden des Iraks die Residenz des Präsidenten Nechirvan Barsani angegriffen. Barsani sagte dem kurdischen Medienportal "Rudaw", der Angriff in der Stadt Duhok am Samstag stelle "eine gefährliche Eskalation für den gesamten Irak" dar.

Zur selben Zeit wurden in der Region Kurdistan laut "Rudaw" mehr als ein halbes Dutzend Drohnenangriffe registriert. Bislang hat sich niemand zu den Angriffen bekannt. Zuletzt hatten sowohl der Iran als auch proiranische Milizen im Irak Angriffe auf die Kurdenregion für sich reklamiert. Die USA machten "Stellvertreter der iranischen Terror-Milizen im Irak" dafür verantwortlich./ln/DP/zb



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