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28.03.2026 15:35

ROUNDUP: Huthi-Miliz greift Israel an - Hoffnung auf Iran-Gespräche

LONDON (dpa-AFX) - Wenige Stunden nach Ankündigungen aus der US-Regierung über baldige Verhandlungen ist die militant-islamistische Huthi-Miliz in den Iran-Krieg eingetreten. Die Rebellen reklamierten einen Raketenangriff auf Israel in den frühen Morgenstunden für sich. Die Rakete wurde Medienberichten zufolge abgefangen, Verletzte oder Schäden hat es demnach nicht gegeben.

Zuvor hatte der Sondergesandte der US-Regierung, Steve Witkoff, Gespräche mit dem Iran noch in dieser Woche in Aussicht gestellt. Dabei geht es insbesondere um eine Antwort auf einen dem Iran vorliegenden 15-Punkte-Plan der USA für ein Kriegsende. In der Bemühung um eine Deeskalation lud zudem die pakistanische Regierung die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei zu Beratungen am Sonntag und Montag ein.

Details über die Agenda des Treffens in Islamabad wurden zunächst nicht genannt. Das ägyptische Außenministerium teilte mit, im Mittelpunkt der Gespräche stünde unter anderem die jüngste Eskalation in der Region. Pakistan teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit dem Iran und hat sich seit der Ausweitung des Krieges auf die Golfstaaten als Vermittler für eine mögliche Beendigung des Konflikts angeboten.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian drohte am Samstag den Nachbarn mit Vergeltungsschlägen für den Fall, dass die Infrastruktur und Wirtschaftszentren des Landes angegriffen werden. In einer "Botschaft an die Länder der Region" schrieb Peseschkian auf der Plattform X: "Wenn ihr Entwicklung und Sicherheit wollt, lasst nicht zu, dass unsere Feinde den Krieg von eurem Boden aus führen." Die iranischen Angriffe auf die Nachbarn in der Region sowie auf Israel dauerten auch zu Beginn der fünften Kriegswoche an.

Verletzte bei iranischen Raketenangriffen

Das Medienbüro der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi meldete Brände in Folge von herabfallenden Raketenteilen. Es seien insgesamt sechs Menschen verletzt worden. Auch im Oman wurde ein Verletzter gemeldet. Zwei Drohnen hätten den Hafen von Salalah im Westen des Landes attackiert, meldete die omanische Nachrichtenagentur ONA.

Die kuwaitische Nachrichtenagentur Kuna berichtete unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde, dass der Flughafen in der Hauptstadt Kuwait-Stadt von mehreren Drohnen angegriffen worden sei. Es habe keine Verletzten gegeben. Es sei jedoch ein erheblicher Schaden am Radarsystem des Flughafens entstanden. Nach Angaben des saudischen Verteidigungsministeriums wurde in der Nacht eine auf die Region der Hauptstadt Riad gerichtete ballistische Rakete abgefangen und zerstört. Außerdem seien drei Drohnen abgefangen worden.

Einem Bericht des "Wall Street Journals" zufolge waren zuletzt zwölf US-Einsatzkräfte bei einem iranischen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien verletzt worden. Sie befanden sich in einem Gebäude auf der Prince Sultan Airbase, das bei der Bombardierung getroffen wurde, wie die US-Zeitung unter Berufung auf US- und arabische Vertreter berichtete. Beschädigt wurden demnach auch amerikanische Tankflugzeuge.

Israel meldete im Gegenzug, erneut Ziele der iranischen Führung in der Hauptstadt Teheran angegriffen zu haben. Eine weitere Angriffswelle sei abgeschlossen worden, teilte das Militär mit. Details zu den genauen Zielen und möglichen Auswirkungen gab es zunächst nicht. Nach israelischen Angaben wurden zudem erneut Ziele der proiranischen Hisbollah im Libanon angegriffen. Die Hisbollah ihrerseits reklamierte erneut mehrere Raketenangriffe auf Israel für sich.

Rubio: Einsatz von Bodentruppen nicht zwingend nötig

Die USA und Israel hatten den Krieg am 28. Februar begonnen. US-Außenminister Marco Rubio sagte nach Gesprächen der Gruppe wirtschaftsstarker Demokratien (G7) bei Paris, das Militär liege vor dem Zeitplan zur Erreichung der Kriegsziele. "Und wir können sie ohne Bodentruppen erreichen", sagte Rubio. Der Einsatz im Iran könnte "in wenigen Wochen, nicht in Monaten" abgeschlossen werden. Kategorisch ausschließen wollte Rubio den Einsatz von Bodentruppen aber nicht.

Die USA würden sich diese Flexibilität vorbehalten, um Präsident Donald Trump "maximale Handlungsfreiheit und maximale Möglichkeiten zu geben, sich auf Eventualitäten einzustellen". Der US-Präsident hat sich derweil bei einem Kongress in Miami erneut an den Nato-Verbündeten abgearbeitet und dabei auch Bundeskanzler Friedrich Merz kritisiert.

Trump wiederholt Kritik an Deutschland und Nato

Der deutsche Bundeskanzler habe gesagt: ""Das ist nicht unser Krieg"", sagte Trump. Er schob nach, dass dann der Ukraine-Krieg auch nicht der Krieg der USA sei. Der Satz "Das ist nicht unser Krieg" stammt ursprünglich von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Merz hatte sich unlängst bei einem Besuch in Norwegen so geäußert: "Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden."

Trump hatte Nato-Verbündete um Hilfe bei der militärischen Absicherung der durch den Iran-Krieg weitgehend blockierten Schifffahrt in der Straße von Hormus gebeten. Die Meerenge ist wichtig für den weltweiten Ölhandel. Weil die Nato-Partner der Aufforderung nicht nachkamen, kritisierte er sie wiederholt mit scharfen Worten. Am Freitag sagte er: "Wir wären immer für sie da gewesen, aber jetzt, angesichts ihres Verhaltens, müssen wir das wohl nicht mehr, oder?"

Merz dagegen attackierte Trump für dessen Agieren im Iran-Krieg. "Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang", sagte Merz auf dem "F.A.Z.-Kongress 2026". "Das sind Eskalationen, die schon bedrohlich sind. Nicht nur für die Betroffenen, sondern für uns alle."/mj/DP/stk



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