Märkte & Kurse

Konjunktur
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Konjunkturnachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten vierzehn Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Konjunkturnachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
20.03.2026 12:43

ROUNDUP: Hausärzte fordern Krankenkassen zum Sparen auf

BERLIN (dpa-AFX) - In der Debatte um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen stellen Hausärzte und Sozialverbände die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen infrage. Der GKV-Spitzenverband weist die Forderung zurück. Die Zahl der Kassen sei bereits stark gesunken, die Verwaltung schlank und obendrein seien die Kosten geringe als in der privaten Krankenversicherung, kontert der Verband.

"Die Krankenkassen können ja mal ihre Mitglieder fragen, wofür sie ihre Beiträge lieber zahlen: Dafür, dass sie auch in Zukunft noch eine Hausarztpraxis finden oder dafür, 90 Kassen zu finanzieren", sagte der Bundesvorsitzende des Der Chef des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Markus Blumenthal-Beier, der "Rheinischen Post". "Es wird Zeit, dass die Kassen endlich den Rotstift bei sich selbst ansetzen, statt immer nur bei der Versorgung ihrer Versicherten", argumentierte Blumenthal-Beier. Mittelfristig müssten die Kassen ihre Verwaltungskosten "dringend halbieren".

Auch Sozialverbände zweifeln an hoher Zahl der Kassen

Ähnlich sehen es große Sozialverbände. Die Präsidentin des Verbandes VdK, Verena Bentele sagte der "Rheinischen Post": "Es ist nicht mehr vermittelbar, dass wir uns in Deutschland ein System aus über 90 gesetzlichen Krankenkassen leisten." Diese Kleinteiligkeit schaffe unnötige Doppelstrukturen und binde erhebliche Beitragsmittel in der Verwaltung. Hier gehe es um Milliardenbeträge, die direkt in die Versorgung der Patientinnen und Patienten fließen sollten.

Der Sozialverband Deutschland (SoVD) mahnte ebenfalls, die Verwaltungsstruktur der gesetzlichen Krankenversicherung sei kritisch zu hinterfragen. Dazu gehöre die Frage, ob eine Vielzahl von Krankenkassen mit eigenen Verwaltungen noch zeitgemäß ist, erklärte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier. Sie sieht aber auch die Politik gefragt und forderte einen dynamisierten Bundeszuschuss, eine gerechtere Beteiligung hoher Einkommen und einem fairen Finanzausgleich zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung sowie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel auf sieben Prozent.

CSU-Politiker fordert Zusammenschlüsse

Der CSU-Fraktionsvorsitzende im Bayerischen Landtag, Klaus Holetschek, riet den Kassen in der "Rheinischen Post", "von sich aus verstärkt Synergien zu suchen, Kooperationen auszubauen und Zusammenschlüsse einzuleiten - bevor der Gesetzgeber handeln muss".

Zahl der Krankenkassen sinkt seit Jahrzehnten

Nach Angaben des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) gibt es derzeit 93 gesetzliche Krankenkassen in Deutschland. Das sind deutlich weniger als noch vor einigen Jahrzehnten: Im Jahr 1970 etwa lag die Zahl noch bei 1.815. Zur Jahrtausendwende waren es noch 420 gesetzliche Krankenversicherungen.

Der Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, betonte: "Selbstverständlich müssen auch wir immer wieder hinterfragen, wo wir besser und effizienter arbeiten können. Weil wir das machen, sind die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen insgesamt wirklich günstig." Während bei den gesetzlichen Krankenkassen von einem Euro vier Cent für Verwaltung ausgegeben werden, seien es bei der privaten Krankenversicherung rund zehn Cent.

GKV hält mit Zahlen dagegen

Während überall im Gesundheitssystem die Kosten gestiegen seien, sei der Anteil der Verwaltungskosten der GKV rückläufig, betont der Spitzenverband. "Stand heute sind die gesetzlichen Krankenkassen das gute Beispiel dafür, wie Versorgung und Verwaltung schlank organisiert werden", erklärte Blatt. Er verwies zudem darauf, dass für das Jahr 2026 mit dem Sparpaket aus dem Herbst 2025 bereits ein Verwaltungskostendeckel für die gesetzlichen Krankenkassen eingeführt, der 100 Millionen Euro einspart.

Die GKV machte zugleich deutlich, dass der Personalbestand der gesetzlichen Krankenkassen sich innerhalb von zehn Jahren um 3,1 Prozent auf 132.250 im Jahr 2024 gesunken sei. Im gleichen Zeitraum sei die Anzahl der Versicherten um 5,4 Prozent oder rund 3,8 Millionen auf rund 74,6 Millionen gestiegen. "Die Beratung unserer 75 Millionen Versicherten bleibt die Kernaufgabe der Verwaltung, ob am Telefon, vor Ort in der Geschäftsstelle oder Online. Wir sind für unsere Versicherten da und wollen das auch bleiben", unterstrich Blatt.

Ausgaben steigen stärker als Einnahmen

Die gesetzlichen Krankenkassen hatten im vergangenen Jahr nach einer Welle von Beitragserhöhungen zwar einen Überschuss verbucht. Allerdings waren auch ihre Ausgaben stark gestiegen, wie das Bundesgesundheitsministerium kürzlich mitteilte. Nach Angaben von Ministerin Nina Warken (CDU) steigen die Ausgaben seit 2024 wesentlich stärker als die Einnahmen. Kostentreiber sind demnach Klinikbehandlungen, Ausgaben für Arzneimittel und Praxisbehandlungen.

Ein von Warken eingesetztes Experten-Gremium soll bis Ende März Vorschläge zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen vorlegen. Bis zum Jahresende sollen weitergehende Reformvorschläge folgen. Hintergrund ist eine für 2027 erwartete Finanzlücke im zweistelligen Milliardenbereich./tay/DP/jha



Weitere Konjunkturnachrichten
 
Weitere Konjunkturnachrichten der letzten 14 Tage 
Seiten:  1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 814     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
20.03.2026 13:35 Kreml stellt Bedingungen an Kiew für Teilwaffenruhe
20.03.2026 13:29 Frankreich stoppt erneut Öltanker aus Russland im Mittelmeer
20.03.2026 12:43 ROUNDUP: Hausärzte fordern Krankenkassen zum Sparen auf
20.03.2026 12:00 Israels Armee beginnt neue Luftangriffe im Iran
20.03.2026 11:13 Berlin vereinfacht bestimmte Rüstungsexporte in Golfregion
20.03.2026 10:47 Schröder begrüßt Linie von Merz in Iran-Krieg
20.03.2026 10:01 Teile von Ölraffinerie in Kuwait nach Drohnenangriff abgesc...
20.03.2026 09:25 Orban verteidigt Veto bei EU-Gipfel: 'Ist unser Recht'
20.03.2026 08:29 Deutschland: Erzeugerpreise sinken vor dem Iran-Krieg überr...
20.03.2026 08:13 EZB-Räte deuten Zinserhöhung im April an
20.03.2026 07:16 Energieagentur: Tempolimit und Homeoffice gegen Ölkrise
20.03.2026 06:35 ROUNDUP: Warnstreiks im bayrischen Nahverkehr gehen vieleror...
20.03.2026 06:35 ROUNDUP/'Akt grober Illoyalität': Merz kündigt Orban Konse...
20.03.2026 06:35 ROUNDUP/Rheinland-Pfalz-Wahl: Es wird einen Verlierer in der...
20.03.2026 06:35 ROUNDUP/Umfrage: CDU in Rheinland-Pfalz weiter knapp vor SPD
20.03.2026 06:11 Merz wirft Orban 'Akt grober Illoyalität' vor
20.03.2026 06:10 Mehr als 10 Millionen Euro für Berlin-Bonn-Aufteilung
20.03.2026 06:07 Umfrage: Wirtschaftskurs wichtig für Wahlentscheidung in Rh...
20.03.2026 06:06 Beirat verteidigt Einsatz von Infrastruktur-Milliarden
20.03.2026 06:06 Warnstreiks im bayrischen Nahverkehr gehen weiter
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.



 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
20.03.2026

XIWANG SUGAR HLDGS
Geschäftsbericht

KARL THOMSON
Geschäftsbericht

STARWOOD EUROPEAN REAL ESTATE FINANCE LTD.
Geschäftsbericht

ANTE5 INC
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services