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05.03.2026 06:28

Studie: Mehr Arbeitszeit für viele Frauen nicht lukrativ

GÜTERSLOH (dpa-AFX) - Für viele Frauen im Alter ab 45 lohnt es sich einer Befragung zufolge finanziell nicht, nach einer Erwerbspause zurück auf den Arbeitsmarkt zu kommen oder aber ihre Teilzeit auszuweiten. Das zeigt eine repräsentative Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung unter 3.788 Frauen zwischen 45 und 66 Jahren. Oft erweise sich das Ehegattensplitting als Bremsklotz.

Im vergangenen Sommer waren 3.877 Frauen zwischen 45 und 66 Jahren befragt worden, darunter 1.567 nicht erwerbstätige Personen. Von den 2.221 erwerbstätigen Frauen arbeiteten 792 Befragte in Teilzeit mit weniger als 30 Stunden pro Woche.

Was könnten finanzielle Anreize laut Stiftung bewirken?

Etwa die Hälfte der befragten Teilzeitbeschäftigten sagte, eine Ausweitung der Arbeitszeit lohne sich für sie finanziell nicht. Unter den Nichterwerbstätigen gab rund ein Drittel an, Erwerbstätigkeit zahle sich für sie nicht aus. Bessere finanzielle Anreize seien also nötig, mahnte die Stiftung.

Teilzeitbeschäftigte verheiratete Frauen würden durch das Ehegattensplitting ausgebremst. Dabei wird das Einkommen beider Ehepartner gemeinsam versteuert, was sich lohnt, wenn einer - meistens ist das die Frau - deutlich weniger verdient. Erweitere aber die Frau ihre Arbeitszeit, schrumpfe der Splittingvorteil und von ihrem Mehrverdienst bleibe netto wenig übrig.

Im Falle einer Reform des Splittings könnten allein in dieser Altersgruppe 45 bis 66 Jahre unter dem Strich rund 175.000 zusätzliche Vollzeitstellen besetzt werden. "Zudem ginge der Anteil schlecht abgesicherter Minijobs zugunsten sozialversicherungspflichtiger Voll- oder Teilzeitbeschäftigung zurück", hieß es in Gütersloh.

Anteil der erwerbstätigen Frauen wächst seit Jahrzehnten

Die Erwerbsbeteiligung von Frauen sei zwar auf inzwischen gut 75 Prozent gestiegen, allerdings sei der Anteil von Teilzeitbeschäftigten sehr hoch. Viele Frauen reduzieren den Angaben zufolge ihre Arbeitszeit während der Kinderphase, um die Sorgearbeit zu übernehmen und verharren danach in Teilzeit, oft im Minijob.

Mehr Netto vom Brutto, eine gleichmäßige Aufteilung der Sorgearbeit und gute Arbeitsbedingungen seien "Treiber in Richtung Vollzeiterwerbstätigkeit", betonte Arbeitsmarktexpertin Michaela Hermann./wa/DP/stk



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