Märkte & Kurse

Konjunktur
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Konjunkturnachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten vierzehn Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Konjunkturnachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
20.02.2026 13:59

WDH/ROUNDUP: Handel mit China größer als mit USA - Defizit wächst

(Im 7. Absatz wurde die Abkürzung des Außenhandelsverbands berichtigt: BGA. Im letzten Satz des 9. Absatzes wurde ein Grammatikfehler korrigiert: ... um amerikanischen Exporteuren auf den Weltmärkten zu helfen.)

WIESBADEN (dpa-AFX) - In der deutschen Außenhandelsbilanz haben die Verschiebungen in der Weltwirtschaft deutliche Spuren hinterlassen. Die Exportwirtschaft ächzt unter Trumps Zöllen und kritisiert unfairen Wettbewerb auf den Weltmärkten durch Chinas subventionierte Hersteller. Wenn Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in der kommenden Woche auf China-Reise geht, hat er zahlreiche Wünsche der Wirtschaft im Gepäck.

Mehr Importe aus China

Im vergangenen Jahr war China wieder der wichtigste Handelspartner für Deutschland und ist an den USA vorbeigezogen. 2025 summierte sich das Volumen aus Importen und Exporten im Geschäft mit der Volksrepublik auf 251,8 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

Der Trend war dabei aber kein Freund der deutschen Handelsbilanz: Die Importe aus China wuchsen zum Vorjahr um 8,8 Prozent und waren mit 170,6 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie die Exporte dorthin, die gleichzeitig um 9,7 Prozent auf 81,3 Milliarden Euro schrumpften. Das Handelsdefizit zur Volksrepublik stieg um mehr als 20 Milliarden Euro auf 89,3 Milliarden Euro. Chinas Exporthits waren unter anderem Elektronik, Optik und Maschinen.

Der US-Markt schrumpft für die Deutschen

Auch in Richtung des nun wieder zweitwichtigsten Handelspartners, der USA, schrumpfte der Export um 9,4 Prozent. Mit 146,2 Milliarden Euro blieben die Staaten aber der größte Absatzmarkt für Produkte "Made in Germany". Erhebliche Einbußen (minus 17,8 Prozent) gab es bei Autos und dazugehörigen Teilen.

In die andere Richtung profitierten US-Erzeuger vom leichteren Zugang zum EU-Markt und steigerten ihre Ausfuhren nach Deutschland um 2,7 Prozent. In der Summe blieben die USA mit einem Außenhandelsvolumen von 240,5 Milliarden Euro zweitwichtigster Handelspartner vor den Niederlanden (209,1 Mrd/+3,3 Prozent).

Volkswirt Sebastian Dullien von der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung sieht einen weiteren Trend: "Höhere Handelsschranken für chinesische Lieferungen in die USA bedeuten, dass diese Waren auch nach Europa umgeleitet werden." Das schlage sich in den gestiegenen deutschen Importen aus China nieder und erhöhe den Konkurrenzdruck für deutsche Unternehmen auf sämtlichen Märkten. China versuche, in zentralen Schlüsselbranchen Weltmarktführer zu werden.

Verband sieht Warnsignal

"Protektionismus dort, strukturelle Schieflage hier - das ist kein komfortables Umfeld für eine Exportnation", sagte der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Dirk Jandura. "Unsere Exporte nach China gehen deutlich zurück. Das ist kein konjunktureller Ausrutscher, das ist ein Warnsignal." Man müsse die eigenen Hausaufgaben machen, aber auch Risiken ernst nehmen. "Wir müssen Lieferketten breiter aufstellen, neue Märkte erschließen und endlich unsere Wettbewerbsfähigkeit stärken."

Wunschliste für Merz

Der Maschinenbauverband VDMA hat Kanzler Merz eine lange Wunschliste mit auf die China-Reise in der kommenden Woche gegeben. Merz müsse deutlich machen, dass faire Wettbewerbsbedingungen Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit seien, sagt Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. China müsse dauerhaft defizitäre Unternehmen vom Markt nehmen, die Subventionen herunterschrauben und öffentliche Aufträge gleichberechtigt vergeben. Der Verband verlangt zudem ein Ende der Exportkontrollen für seltene Erden und eine faire Bewertung der chinesischen Währung.

Teurer Euro hilft auch nicht

Denn auch der teure Euro macht den deutschen Exporteuren das Leben schwer, weil er ihre Waren auf den Weltmärkten verteuert. Jüngst übersprang der Euro zeitweise die Marke von 1,20 US-Dollar - erstmals seit 2021. Die unberechenbare Politik von Trump hat das Vertrauen in den Dollar an den Finanzmärkten geschwächt, was umgekehrt den Euro aufwerten lässt. Trump wiederum nimmt den schwachen Dollar gerne in Kauf, um amerikanischen Exporteuren auf den Weltmärkten zu helfen.

Für die exportorientierte deutsche Industrie werde die Luft dünner, warnt auch Carsten Klude, Chefvolkswirt bei der Bank M.M.Warburg & CO. "Ein zu starker Euro in einem fragilen globalen Umfeld ist das Letzte, was die Konjunktur jetzt gebrauchen kann."

Hoffen auf den EU-Binnenmarkt

Trotz der Verluste auf wichtigen Märkten läuft der Export noch: Insgesamt gingen 2025 dem Statistischen Bundesamt zufolge deutsche Waren im Wert von 1.569,6 Milliarden Euro in alle Welt - vor allem Autos, Maschinen und chemische Erzeugnisse. Dank eines starken Dezembers legten die Exporte erstmals seit zwei Jahren wieder um 1,0 Prozent zu. Die Importe nach Deutschland wuchsen im Jahresvergleich kräftig um 4,4 Prozent auf 1.366,9 Milliarden Euro. Der Exportüberschuss schrumpfte damit um mehr als 40 Mrd. Euro auf gut 200 Milliarden Euro.

Was zunächst bleibt, sind Absatzchancen auf dem europäischen Binnenmarkt, die schon im vergangenen Jahr mit einem Zuwachs um 3,4 Prozent genutzt wurden. "Der Anstieg der Ausfuhren 2025 in die EU war bereits eine willkommene Stütze für die deutsche Wirtschaft", sagt Ökonom Dullien. Die steigenden öffentlichen Investitionen durch das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz stützten die Binnenwirtschaft, wie auch die Überlegungen der EU-Kommission zur Industriepolitik in die richtige Richtung gingen. Ein Aufschwung in Deutschland könne aber nur funktionieren, wenn auch der private Konsum anzieht.

## Berichtigung

- der Story ("Handel mit China größer als mit USA - Defizit wächst").

Im 7. Absatz wurde die Abkürzung des Außenhandelsverbands

berichtigt: BGA (nicht BDA). Im letzten Satz des 9. Absatzes wurde

ein Grammatikfehler korrigiert: ... um amerikanischen Exporteuren

auf den Weltmärkten zu helfen./ceb/ben/als/DP/jha



Weitere Konjunkturnachrichten
 
Weitere Konjunkturnachrichten der letzten 14 Tage 
Seiten:   28 29 30 31 32    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.256     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
20.02.2026 17:10 Nach Zoll-Urteil: EU sieht US-Regierung am Zug
20.02.2026 16:49 USA: Michigan-Konsumklima steigt weniger als erwartet
20.02.2026 16:39 ROUNDUP/Streit um Zölle: Niederlage für Trump vor Oberstem...
20.02.2026 16:21 Iran: Kein Ultimatum seitens der USA im Atomstreit
20.02.2026 16:17 Streit um Zölle: Niederlage für Trump vor Oberstem Gericht
20.02.2026 16:04 Bundeswehr und Israels Militär planen engeren Austausch
20.02.2026 15:55 Dänemark plant 'Gesamtbereitschaft'
20.02.2026 15:51 ROUNDUP/USA: Shutdown belastet Wirtschaftswachstum am Jahres...
20.02.2026 15:44 Klingbeil: Werden bei Lagarde-Nachfolge 'kraftvoll mitreden'
20.02.2026 15:43 JU-Chef fordert Eintreten der CDU für Sozialreformen
20.02.2026 15:09 ROUNDUP 2: Merz ruft CDU und Koalition zur Geschlossenheit a...
20.02.2026 15:08 USA: Private Konsumausgaben steigen etwas stärker als erwar...
20.02.2026 14:50 USA: Wirtschaftswachstum schwächt sich stärker als erwarte...
20.02.2026 14:46 Kampf gegen Schwarzarbeit: Fast 100.000 neue Strafverfahren
20.02.2026 14:08 Kanzler Merz reist kommende Woche nach China
20.02.2026 13:59 WDH/ROUNDUP: Handel mit China größer als mit USA - Defizit...
20.02.2026 13:57 ROUNDUP: Merz ruft CDU und Koalition zur Geschlossenheit auf
20.02.2026 13:52 Auswärtiges Amt: Deutsche sollen Iran verlassen
20.02.2026 13:51 Merz schließt AfD als Option kategorisch aus
20.02.2026 13:13 ROUNDUP: Mehrheit für faire Löhne bei öffentlichen Auftr?...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.



 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
03.03.2026

DORSAVI LTD
Geschäftsbericht

WAM MICROCAP LTD
Geschäftsbericht

GOLDEN STATE RSC
Geschäftsbericht

VIDENDUM PLC
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services