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29.01.2026 12:15

ROUNDUP 2: US-Notenbank fasst Zins nicht an - Euro an kritischer Marke

(Neu: Mehr Hintergrund zum starken Euro und den Folgen für Wirtschaft, Verbraucher und EZB im zweiten, dritten und vierten Absatz.)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Eine Stabilisierung des Arbeitsmarktes und eine anhaltend hohe Inflation haben die US-Notenbank zur Beibehaltung des Leitzinses bewogen. Das Zinsniveau bleibt damit bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Es gebe derzeit anhand vorliegender Daten keinen Grund für eine Zinssenkung, sagte Fed-Chef Jerome Powell bei einer Pressekonferenz.

Auf den Euro-Dollar-Kurs hatte die Zinsentscheidung keine großen Auswirkungen. Der Euro hatte am Tag zuvor bereits aufgrund irritierender Aussagen von US-Präsident Donald Trump deutlich gegenüber dem Dollar zugelegt. Er übersprang zeitweise erstmals seit 2021 die Marke von 1,20 Euro zum Dollar. Dass der Euro nach Bekanntgabe des Leitzinses auf diesem Niveau blieb, dürfte auch damit zusammenhängen, dass eine Mehrheit der Volkswirte mit einem stabilen Zins gerechnet hatte und die Entscheidung bereits eingepreist war.

Starker Euro gut für Verbraucher - aber schlecht für Exporteure

Der schwache Dollar ist für Verbraucher in Europa eine gute Nachricht, denn US-Importe und Waren wie Erdöl, die in Dollar gehandelt werden, werden damit billiger. Deutsche und Bürger anderer Euroländer, die eine Reise in die USA planen oder beim Online-Shopping in Dollar bezahlen, bekommen derzeit mit rund 1,19 Dollar pro Euro etwas mehr umgetauscht als noch vor wenigen Tagen.

Dagegen belastet der starke Euro gerade deutsche Exporteure, weil ihre Produkte so in den USA teurer werden. Auch die EZB, die am kommenden Donnerstag wieder über die Leitzinsen entscheidet, beobachtet den starken Euro genau. Denn er dämpft über billigere Importe die Inflation, die 2026 das EZB-Ziel von 2,0 Prozent im Euroraum ohnehin leicht unterschreiten könnte. Manche Notenbanker wie das österreichische EZB-Ratsmitglied Martin Kocher sehen bei einem weiteren Aufwerten des Euros Handlungsdruck für eine Zinssenkung. EZB-Vize Luis de Guindos hatte einen Euro-Kurs von 1,20 zum Dollar früher als kritische Marke dargestellt.

Dollar-Schwäche für Trump kein Problem

US-Präsident Trump hatte sich unbeirrt von der jüngsten Schwäche der Landeswährung gezeigt. Stattdessen behauptete er, dass sich der Dollar "hervorragend" entwickelt habe. Auf die Frage eines Journalisten, ob er sich Sorgen über den Kursverlust mache, antwortete Trump: "Nein, ich glaube, es ist großartig." Er verwies auf die Geschäfte, die die USA machten, ohne Details zu nennen.

Kurz nach Bekanntwerden der Kommentare stieg der Euro gegenüber dem Dollar, in der Folge bekam man für einen Euro gut 1,20 Dollar. Auch Gold legte zum US-Dollar kräftig zu und erreichte ein Rekordhoch.

Das Nachsehen haben indes die US-Amerikaner, für die Reisen ins Ausland tendenziell teurer werden. Für Importe, die nicht in Dollar beglichen werden, zahlen US-Unternehmen nun etwas mehr als noch vor ein paar Tagen.

Volkswirte rechnen damit, dass Fed Leitzins weiter unberührt lässt

Für das laufende Jahr rechnen Volkswirte damit, dass die Fed den Leitzins in zwei Schritten senken dürfte - also bis auf 3,0 bis 3,25 Prozent. Bis zum Sommer dürfte sich allerdings kaum etwas am derzeitigen Leitzins ändern, vermutet LBBW-Research-Analyst Elmar Völker: "Wir rechnen derzeit nicht vor der Fed-Sitzung im Juni, der ersten unter Leitung des Nachfolgers von Jerome Powell, mit einer erneuten Leitzinssenkung."/ngu/als/DP/jsl



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