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30.04.2025 18:37

ROUNDUP 3: US-Wirtschaft schrumpft überraschend im ersten Quartal

(Neu: weitere Details)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Wirtschaft hat deutlich an Fahrt verloren und ist im ersten Quartal des Jahres überraschend geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) fiel in den ersten drei Monaten annualisiert um 0,3 Prozent, wie das Handelsministerium in Washington laut einer ersten Schätzung mitteilte. Fachleute hatten nicht mit einer solch deutlichen Entwicklung gerechnet, sondern waren lediglich von einer klaren Verlangsamung des Wachstums ausgegangen. US-Präsident Donald Trump wertete die Entwicklung als Nachwirkung der Wirtschaftspolitik seines Amtsvorgängers, Joe Biden.

US-Wachstumszahlen werden auf das Jahr hochgerechnet, also annualisiert. Sie sind daher nicht direkt mit Wachstumsdaten aus Europa vergleichbar, wo das nicht so gemacht wird. Um näherungsweise auf eine mit Europa vergleichbare Wachstumsrate zu kommen, müsste die US-Rate durch vier geteilt werden. Bereits Ende 2024 hatte die US-Wirtschaft an Tempo verloren. Fachleute hatten aber nicht erwartet, dass sie im ersten Quartal schrumpfen würde.

Trumps aggressive Zollpolitik

Die wirtschaftspolitischen Zahlen zu den ersten Monaten in Trumps Amtszeit waren mit Spannung erwartet worden, besonders angesichts der radikalen Zollpolitik, die Trump seit seinem Amtsantritt im Januar verfolgt. Der Republikaner hat in den vergangenen Monaten im großen Stil Sonderabgaben auf Einfuhren aus aller Welt verhängt. Besonders betroffen davon ist China.

Trump sorgt mit zahlreichen Zollankündigungen, -rücknahmen und einer insgesamt erratischen Handelspolitik seit Wochen für große Unsicherheit. An den Finanzmärkten hatte dies zeitweise heftige Marktturbulenzen zur Folge. Der 78-Jährige verspricht dabei durchgehend, seine Zollpolitik mache das Land reich und die US-Wirtschaft erfolgreicher denn je.

US-Regierung wischt Bedenken beiseite

Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro argumentierte, die aktuellen Zahlen zeigten für das erste Quartal, "dass wir einen ziemlich außergewöhnlichen Anstieg der Importe hatten, der ausschließlich darauf zurückzuführen ist, dass der Rest der Welt versucht hat, seine Produkte hierher zu bringen, bevor die Zölle ihre volle Wirkung entfalten". Dies sei ein einmaliger Effekt. Bei den nächsten Daten werde sich das umkehren und zum Wachstum beitragen. Bereinigt um diesen Effekt seien die Wirtschaftsdaten "sehr, sehr gut".

Das Weiße Haus schrieb das Schrumpfen der Wirtschaft allein der Wirtschaftspolitik des demokratischen Ex-Präsidenten Biden zu. "Es ist keine Überraschung, dass die Überbleibsel von Bidens Wirtschaftskatastrophe das Wirtschaftswachstum gebremst haben", meinte Karoline Leavitt, die Sprecherin der US-Regierungszentrale.

Auch Trump selbst argumentierte bei einer Kabinettssitzung mit Blick auf die neuen BIP-Daten: "Das ist Biden, das ist nicht Trump." Gleichzeitig sagte er, abgesehen von "Verzerrungen" wegen der Importe und anderer Faktoren, seien die Zahlen positiv. Und seine Zollpolitik bringe bereits jetzt neue Investitionen ins Land. Die positiven Effekte würden sich erst noch zeigen, versprach Trump. Die Zölle hätten ihre Wirkung noch nicht entfaltet.

"Es ist um die US-Wirtschaft schlecht bestellt"

Experten rechnen jedoch eher mit negativen Wirkungen von Trumps Zollpolitik in den kommenden Monaten. Der US-Experte von KfW Research, Stephan Bales, erklärte mit Blick auf die neuen Daten: "Damit haben sich die seit Februar bestehenden Rezessionssorgen an den Finanzmärkten als Realität erwiesen. Doch die aktuellen Zahlen geben nur einen begrenzten Einblick in die tatsächliche Lage der US-Wirtschaft." Einmaleffekte wie Lageraufbau hätten im ersten Quartal noch unterstützend gewirkt - doch das dürfte sich rasch ändern, mahnte er. "Noch spiegeln sich diese Faktoren sowie Trumps Rundumschlag bei den Zöllen im April nur begrenzt in den Daten wider", betonte Bales. "Die ungeschönte Bremswirkung von Trumps Wirtschaftspolitik dürfte sich ab Mitte des Jahres noch viel deutlicher zeigen."

Der Analyst Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg warnte: "Es ist um die US-Wirtschaft schlecht bestellt - wie schlecht, werden die nächsten Daten zeigen."/jac/DP/zb



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