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11.04.2025 07:05

ROUNDUP: Ukraine-Treffen in Brüssel - Brisantes Video belastet Russen

KIEW/BRÜSSEL (dpa-AFX) - Trotz der vor mehr als einem Monat von den USA angeschobenen Verhandlungen über eine Waffenruhe setzt Russland seinen Krieg gegen die Ukraine mit aller Härte fort. Die Verteidigungsminister aus Deutschland und zahlreichen anderen Staaten wollen heute im Brüsseler Nato-Hauptquartier weitere Militärhilfen für die Ukraine koordinieren. Die Führung in Kiew wirft den russischen Besatzern derweil eine ganze Reihe weiterer Kriegsverbrechen vor - von der Erschießung Kriegsgefangener bis hin zum anhaltenden Beschuss von Städten mit vielen zivilen Opfern.

Zu dem Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe in Brüssel werden Vertreter aus 50 Ländern erwartet, darunter der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow. Er soll über die Lage an der Front informieren und erklären, welche Verteidigungsgüter seine Streitkräfte derzeit am dringendsten benötigen. In Militärkreisen heißt es, dass die Ukraine spätestens Ende des Sommers in große Schwierigkeiten geraten dürfte, wenn ihre Partner nicht weitere Militärhilfen bereitstellen. Geleitet wird das Treffen im Nato-Hauptquartier vom geschäftsführenden Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und dessen britischem Kollegen John Healey.

Großbritanniens Regierung gab bereits im Vorfeld bekannt, dass sie der Ukraine ein weiteres Militärpaket im Wert von mehr als 500 Millionen Euro zur Abwehr des russischen Angriffs zur Verfügung stellt. Die von Norwegen mitfinanzierte Hilfe soll demnach die Versorgung mit Radarsystemen, Panzerabwehrminen und "Hunderttausenden Drohnen" sicherstellen. Einem Bericht des britischen "Telegraph" zufolge wird zudem im Kreise der Ukraine-Unterstützer erwogen, britische Soldaten im Falle eines Waffenstillstands für fünf Jahre in die Ukraine zu entsenden, um die ukrainischen Truppen auszubilden und so schlagkräftig zu machen, dass sie einem neuen Angriff der Russen standhalten könnten.

Ukraine prangert systematische Kriegsverbrechen an

Unterdessen wurde ein neuer Fall publik, in dem russische Soldaten gefangene Ukrainer erschossen haben sollen. Ein von einer Drohne aufgenommenes Video dokumentiere dieses Kriegsverbrechen, schrieb der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez bei Telegram. Darin ist zu sehen, wie vier Soldaten mit erhobenen Händen aus einem zerstörten Haus kommen und sich auf Befehl ihrer Gegner ins Gras legen. Anschließend schießen diese den am Boden liegenden Männern erst in den Rücken und dann in den Kopf.

"Nach vorläufigen Informationen geschah dies am 13. März in der Nähe des Dorfes Pjatychatky", schrieb Lubinez. Er werde die Straftat dem Internationalen Roten Kreuz und den Vereinten Nationen melden. Solche Hinrichtungen seien kein Einzelfall, sondern systematische Politik der Russischen Föderation, die auf höchster Ebene gefördert werde, so Lubinez. Mehrere unabhängige Experten haben das Video als authentisch eingestuft.

Immer wieder wirft die Ukraine Russland Kriegsverbrechen vor. Insbesondere die Tötung von Kriegsgefangenen wurde bereits mehrfach auch auf Videos oder Fotos festgehalten. Moskau weist alle derartigen Vorwürfe als haltlos zurück. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte dazu, Russland behandle die gefangenen Ukrainer entsprechend den internationalen Gesetzen.

Kiew fordert Druck auf Moskau nach Raketenangriff auf Dnipro

Derweil warf der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland nach einem Raketenangriff auf die Millionenstadt Dnipro einmal mehr fehlenden Friedenswillen vor und forderte, den internationalen Druck auf Moskau zu erhöhen. "Es ist eine Taktik des Drucks nötig - Druck auf Russland, damit Terror und Krieg enden", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache.

Bei dem Raketenangriff am Abend auf die Industriestadt im Osten der Ukraine gab es nach seinen Angaben mindestens einen Toten. Der Gebietsadministration zufolge wurden acht weitere Menschen verletzt.

Selenskyj berichtete zudem von weiteren Angriffen im Tagesverlauf, unter anderem auf die Hauptstadt Kiew. Allein bei der Attacke auf die nahe der Front gelegene Stadt Nikopol seien zwölf Menschen verletzt worden, darunter ein Kind. "Russland ignoriert offensichtlich die Diplomatie und nutzt seine Kontakte mit der Welt nur dazu, um für sich Vorteile herauszuholen, nicht für eine Beendigung des Kriegs", sagte Selenskyj./bal/DP/zb



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