Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
09.06.2026 09:21



FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Fondsmanager Christoph Frank teilt seine Perspektive auf die geplanten Rekord-IPOs von SpaceX, Anthropic und OpenAI, insbesondere was für eine platzende Spekulationsblase spricht und was nicht.

9. Juni 2026. FRANKFURT (pfp Advisory). Sind die anstehenden Mega-Börsengänge von SpaceX, Anthropic und OpenAI ein Menetekel? Befinden wir uns bereits in einer riesengroßen Spekulationsblase? Sind die Billionen-IPOs der Kulminationspunkt einer gigantischen Übertreibung? Vielleicht sogar schon ein oberer Wendepunkt für einen heillos überhitzten Gesamtmarkt?

+++

Live-Session am 15. Juni, 12 Uhr: Steigende Börsen im Dauerstrom schlechter Nachrichten - eine Bestandsaufnahme von Dr. Andreas Beck #307

Anmelden: live.deutsche-boerse.com/live

???????+++

Spekulationsblasen faszinieren mich, seit ich an der Börse aktiv bin. Aus persönlichen Gründen, weil ich eine der größten Blasen der Börsengeschichte, die New-Economy-Bubble zur Jahrtausendwende, live und mit eigenem Geldeinsatz miterlebt habe. Aber auch als "Forschungsfeld" für Zukunftsvisionen, kollektive Illusion, Massenpsychologie, Irrationalität, Euphorie (und Ernüchterung nach dem Platzen). Blasen sind zwar für viele Anleger letztlich verlustreich, aber nicht komplett sinnlos: Sie sind eben auch Experimentierphasen und leiten Kapital in neue Technologien wie Eisenbahnen, Internet und Künstliche Intelligenz (KI).

Das Problem mit Spekulationsblasen ist, wie der ehemalige US-Notenbankchef Ben Bernanke meines Erachtens zutreffend analysierte, dass sie meist nur in der Rückschau zweifelsfrei bewiesen werden können, im Vorfeld von Zeitgenossen indes praktisch nicht zu erkennen sind. (Vorausgesetzt, man erliegt nicht der Hybris des Rückschaufehlers.) Daher sollten, so Bernanke, Notenbanken erst gar nicht versuchen, Blasen vorherzusagen oder aktiv zu bekämpfen, da dies die Wirtschaft zu stark abwürgen könnte, sondern stattdessen die Folgen einer geplatzten Blase abfedern.

Ich persönlich erkenne im aktuellen Börsengeschehen allerdings schon einige Parallelen zur Internetblase um das Jahr 2000. Damals wie heute werden die Dimensionen immer gigantischer: SpaceX strebt bei seinem IPO am Freitag einen Börsenwert von etwa 1.750 Milliarden US-Dollar an - nur etwas weniger, als alle Aktiengesellschaften aus dem DAX zurzeit zusammengenommen auf die Waage bringen. Galaktisch! Für die IPOs von Anthropic und OpenAI im Herbst liegen die Schätzungen ebenfalls jenseits der 1.000-Milliarden-US-Dollar-Marke. In Relation zu den geschätzten Jahresumsätzen von grob 20 Milliarden bis maximal 50 Milliarden US-Dollar wären diese Aktiengesellschaften mit Umsatzmultiples von 20 bis 90 somit äußerst üppig bewertet.

Wann diese Unternehmen dauerhaft die Gewinnschwelle erreichen, ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. (Aus diesem Grund wollen einige Indexanbieter im Vorfeld des SpaceX-Börsengangs ihre Regeln ändern und künftig auch nicht profitablen Firmen die Indexaufnahme ermöglichen.) Dass die Börsenkandidaten rote Zahlen schreiben, sehe ich deshalb kritisch, weil es eine wichtige Argumentationslinie aufweicht: dass die Hausse-Leader (wie bisher Microsoft, Alphabet, Meta oder Nvidia) im Unterschied zu einigen ihrer gehypten Pendants 1999/2000 kein Geld verbrennen, sondern starke und nachhaltige Cashflows erwirtschaften.

Trotz Bernankes Warnung, Spekulationsblasen seien im Vorfeld nicht halbwegs sicher zu identifizieren, können Anleger dennoch ein paar Argumente pro und contra sammeln. Für das Vorliegen einer Blase sprechen neben den schon genannten extremen Bewertungen u. a.: Die dominierenden Narrative konzentrieren sich lediglich auf KI und Raumfahrt (wie 2000 nur auf "TMT", also Technologie, Medien, Telekommunikation). Dabei wird durchaus dick aufgetragen ("neues Zeitalter"). Beim SpaceX-Börsengang werden gezielt ungewöhnlich viele Privatanleger angesprochen (verstärkt "fear of missing out"). Die IPOs sollen deutlich über 100 Milliarden US-Dollar an neuem Kapital absorbieren (ggf. auch via Umschichtungen aus bestehenden Aktiengesellschaften, was das Verhältnis von Aktienangebot zu Aktiennachfrage verschlechtert). Gegen eine Blase spricht, dass die Börsenneulinge reale Produkte bzw. Dienstleistungen verkaufen und über überzeugende Positionen in mutmaßlich stark wachsenden Märkten (KI und Raumfahrt) verfügen.

Folglich könnte als "Blaupause" statt der Internetbubble um 2000 alternativ auch die Entwicklung nach dem Google-Börsengang 2004 dienen, dem statt der seinerzeit befürchteten Spekulationsblase einige sehr starke Aktienjahre bis zur Finanzkrise 2008 folgten.

Das wahrscheinlichste Szenario ist für mich derzeit, dass der Gesamtmarkt ein sehr hohes Bewertungsniveau erreicht hat, wir uns aber in der Breite noch nicht im finalen Stadium einer Spekulationsblase befinden, erste Anzeichen für eine solche in Teilmärkten wie dem Technologiesektor aber bereits erkennbar sind. Die künstlichen Verknappungen beim SpaceX-IPO könnten durch den Flaschenhalseffekt zwar kurzfristig eine starke Nachfrage erzeugen, doch dürfte dieses Vorgehen langfristig das Chance-Risiko-Verhältnis weiter verschlechtern, zumal Lock-up-Fristen für die Alteigentümer recht schnell ablaufen sollen. Inwiefern diese Konstellation (noch) reizvoll ist, muss jeder Investor (vor allem in Abhängigkeit von seinem Anlagehorizont) selbst entscheiden.

Von Christoph Frank, 9. Juni 2026, © pfp Advisory

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   44 45 46 47 48    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.025     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
09.06.2026 10:24 Barclays belässt GSK auf 'Underweight' - Ziel 1800 Pence
09.06.2026 10:16 Deutsche Anleihen: Leichte Kursgewinne - Gefallene Ölpreise...
09.06.2026 10:13 ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Uneinheitlich und wenig...
09.06.2026 10:06 Deutschland ist erstmals seit 2023 Netto-Exporteur von Strom
09.06.2026 10:06 ROUNDUP: Chinas Außenhandel gewinnt trotz Iran-Unsicherheit...
09.06.2026 10:04 Wirtschaftsverbände: Treffen im Kanzleramt als Chance nutzen
09.06.2026 10:04 IRW-News: Agorana Media Group Inc.: Myriad Uranium Corp. im ...
09.06.2026 10:00
09.06.2026 09:51 Chinas Außenhandel gewinnt trotz Iran-Unsicherheit an Fahrt
09.06.2026 09:50 ANALYSE-FLASH: Deutsche Bank Research hebt Givaudan auf 'Buy...
09.06.2026 09:47 OTS: DEVK Versicherungen / DEVK auf Wachstumskurs: Bestes Ne...
09.06.2026 09:45 IRW-News: First Hydrogen Corp. : First Hydrogen informiert ?...
09.06.2026 09:42 Deutsche Bank Research belässt Astrazeneca auf 'Sell'
09.06.2026 09:35 ILA 2026: Was die Besucher dieses Jahr erwartet
09.06.2026 09:33 EQS-DD: Mountain Alliance AG (deutsch)
09.06.2026 09:33 EQS-DD: Mountain Alliance AG (deutsch)
09.06.2026 09:31 Deutsche Bank Research belässt GSK auf 'Hold' - Ziel 1900 P...
09.06.2026 09:30 EQS-News: HMS Bergbau AG plant eine Anleiheemission über bi...
09.06.2026 09:28 EQS-Stimmrechte: Allianz SE (deutsch)
09.06.2026 09:28 Weniger Deutsche wandern in WM-Gastgeberländer Kanada und U...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
11.06.2026

OENEO SA
Geschäftsbericht

NORCROS PLC
Geschäftsbericht

DP POLAND
Geschäftsbericht

LEGION CAPITAL CORPORATION
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services