28.07.2026-
Polen: Erheben keine Gebietsansprüche gegen die Ukraine
WARSCHAU (dpa-AFX) - Polen hat die Behauptung von Kremlchef Wladimir Putin dementiert, wonach es Teile der Westukraine für sich beansprucht. "Polen hat keine territorialen Ansprüche gegenüber der Ukraine erhoben, erhebt derzeit keine und beabsichtigt auch in Zukunft nicht, solche geltend zu machen", erklärte das Außenministerium in Warschau.
Vielmehr erkenne Polen die territoriale Integrität und Souveränität der Ukraine in ihren gesetzlich festgelegten, international anerkannten Grenzen uneingeschränkt an, heißt es in der Mitteilung weiter. "Die Andeutungen Moskaus über angebliche Pläne zur Annexion westlicher Gebiete der Ukraine, unter anderem durch Polen, stellen einen primitiven Versuch der Desinformation dar."
Bei einem Treffen mit Marinesoldaten zum russischen Tag der Flotte hatte Putin einmal mehr seine Sichtweise auf die Ukraine und ihre Geschichte geäußert. Das Land sei politisch durch den Strom Dnipro geteilt. "Die linksufrige (östliche) Ukraine galt immer nicht nur als nach Russland orientiert, sondern als Teil Russlands", sagte er nach Kremlangaben in St. Petersburg. Bei dieser Sichtweise gehen Putins Ansprüche auf die Ukraine weit über die Territorien im Osten und Süden hinaus, die Russland derzeit für annektiert erklärt hat.
Putin: Stalin schenkte polnische Gebiete der Ukraine
Dass die Ukraine nach dem Zweiten Weltkrieg im Westen früher polnische Gebiete erhalten habe, sei ein Geschenk von Sowjetdiktator Josef Stalin gewesen. "Stalin hat der Ukraine diese Gebiete geschenkt", sagte Putin. Der Kremlchef gab sich überzeugt, dass Polen, Rumänien und Ungarn sich ihre verlorenen Territorien in der heutigen Westukraine zurückholen würden - "vielleicht nicht morgen, nicht übermorgen, in ein, zwei, zehn, fünfzehn Jahren", sagte er. "Es gab nur einen Garanten der territorialen Unversehrtheit der Ukraine - das ist Russland."
Vor dem Zweiten Weltkrieg gehörten große Teile der heutigen Westukraine, darunter die Großstädte Lwiw und Iwano-Frankiwsk (Stanislawow), zum polnischen Staatsgebiet. Teile der Landschaft Bukowina um Tscherniwzi (Tschernowitz) und der Süden von Bessarabien, heute der südliche Teil des Gebietes Odessa, waren rumänisch. Das Gebiet Transkarpatien um die Städte Uschhorod und Mukatschewo hat eine starke ungarische Minderheit. Es gehörte ab 1918 erst zur damaligen Tschechoslowakei, ab 1938 zu Ungarn./dhe/DP/jha |