Märkte & Kurse

PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE VZ
Suchanfrage Börsenlexikon
ISIN: DE000PAH0038 WKN: PAH003 Typ: Aktie DIVe: 5,56% KGVe: 3,52
 
29,890 EUR
+0,43
+1,46%
Echtzeitkurs: heute, 16:22:15
Aktuell gehandelt: 13.554 Stk.
Intraday-Spanne
29,400
30,340
Handelsplatz wählen:
Perf. 1 Jahr -13,07%
Perf. 5 Jahre -69,52%
52-Wochen-Spanne
29,320
41,520
TARGOBANK Depot:
 
kaufen   verkaufen
Sparplan eröffnen:   Auszahlplan eröffnen:
Investment Tools:
Analysieren Sie Ihr Wertpapier im Detail mit unseren Tools.
RisikohinweiseProduktinformation
  Übersicht     Kennzahlen     Portrait     Analyse     Chart     Nachrichten     Hebelprodukte     Zertifikate     Fonds  
Ausgewählte Nachricht zu dieser Aktie
11.05.2026-

Die offene Milliarden-Frage zur VW-Dieselaffäre

BRAUNSCHWEIG (dpa-AFX) - Investorenprozess - Für Volkswagen vielleicht das letzte Stichwort, das in der Wolfsburger Konzernzentrale nach der Dieselaffäre noch Unruhe auslöst. Denn mehr als zehn Jahre nach Auffliegen der Abgasmanipulation könnte der Ausgang dieses Verfahrens noch richtig viel Geld kosten. Anleger wollen für Verluste entschädigt werden und verlangen Milliarden. Nach einer langen Pause wird nun am Dienstag und Mittwoch weiter verhandelt.

Worum geht es in dem Prozess?

Aktionäre fordern in dem Musterverfahren Schadenersatz in Milliardenhöhe. Es geht in diesem Prozess aber nicht um den Betrug selbst. Die entscheidende Frage ist eher: Hat VW die Märkte rechtzeitig über die Affäre rund um die millionenfach manipulierten Dieselmotoren informiert?

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Skandals Ende September 2015 war der Kurs der VW-Aktie eingebrochen - zeitweise verloren die Vorzugspapiere des Konzerns fast die Hälfte ihres Werts. Für die Verluste wollen Anleger bis heute entschädigt werden.

Musterverfahren - Was bedeutet das?

Mit dem Prozess wird kein strafrechtliches Handeln einzelner Personen überprüft. Es handelt sich um ein Zivilverfahren, bei dem um viel Geld in Form von Schadenersatz gestritten wird. Während sich im Normalfall dabei zwei Parteien gegenüberstehen, erlaubt das Kapitalanleger-Musterverfahrensgesetz (KapMuG) eine Ausnahme.

In dem Musterprozess können viele Parallelverfahren für eine einheitliche Entscheidung gebündelt werden. Derzeit warten rund 2.000 ausgesetzte Ausgangsverfahren mit rund 3.400 Klageparteien.

Am Ende des Verfahrens am Oberlandesgericht Braunschweig soll es einen Musterentscheid geben. Wenn dieser rechtskräftig ist, sind die Feststellungen für die Gerichte aller ausgesetzten Verfahren bindend.

Wer streitet eigentlich vor Gericht?

Der Braunschweiger Zivilsenat hat die Deka Investment GmbH als Musterkläger bestimmt. Musterbeklagte sind die Volkswagen AG und der VW-Hauptaktionär Porsche SE . Während sich Volkswagen mit Blick auf die vielen Strafprozesse und Hafturteile gegen frühere Konzern-Manager betont unbeteiligt gibt, ist das für dieses Verfahren nicht möglich. Die Schadenersatzansprüche richten sich gegen den Autobauer und die Porsche SE.

Ist das nach so langer Zeit überhaupt noch wichtig?

Von Bedeutung ist der Prozess vor allem, weil es um sehr viel Geld geht. Den Streitwert beziffert das OLG Braunschweig derzeit mit rund 4,3 Milliarden Euro. Nach Einschätzung von Branchenexpertin Helena Wisbert, Professorin für Automobilwirtschaft an der Ostfalia Hochschule Wolfsburg, ist der Ausgang relevant für VW, weil damit Zahlungen und Vergleiche im Raum stehen, deren finanzielle Rückstellungen die Bilanz belasten.

Die Aufarbeitung der Affäre hat den VW-Konzern nach eigenen Angaben bereits mehr als 32 Milliarden Euro gekostet. Im schlimmsten Fall würden dem Unternehmen also weitere Milliarden für Investitionen fehlen.

Wie argumentieren die Kläger?

Die Klägerseite meint, dass dem VW-Vorstand spätestens seit 2007 klar war: Die strengen US-Vorgaben zum Stickoxidausstoß können nicht eingehalten werden. Danach habe VW betrogen - und weil die Anleger das nicht wussten, hätten sie Aktien viel zu teuer gekauft.

Das Musterverfahren in Braunschweig hat demnach gezeigt, dass der Vorstand mit dem damaligen Chef Martin Winterkorn ab einem sogenannten High-Level-Meeting im November 2007 wusste, dass VW nicht in der Lage war, regelkonforme Dieselfahrzeuge herzustellen.

"Die einschlägigen Unterlagen zu diesem Termin, insbesondere die dort gehaltene Präsentation, enthalten nach unserer Überzeugung unzweideutige Hinweise auf die geplante Verwendung unzulässiger Abschalteinrichtungen", sagt Klägeranwalt Axel Wegner.

Was entgegnen die Beklagten?

Sie streiten die Vorwürfe ab. In einer Klageerwiderung vor Verfahrensbeginn betonte VW, dass es aus Sicht des Konzerns keine konkreten Anhaltspunkte für eine Kursrelevanz der Affäre gab, bis die US-Umweltbehörden am 18. September 2015 unerwartet mit ihren Anschuldigungen an die Öffentlichkeit gingen.

"Die Volkswagen AG ist überzeugt, zu jeder Zeit die kapitalmarktrechtlichen Informationspflichten erfüllt zu haben", sagt ein Konzernsprecher. Fast wortgleich lautet die Einschätzung aus Stuttgart: "Die Porsche SE ist überzeugt, jederzeit ihren kapitalmarktrechtlichen Publizitätspflichten entsprochen zu haben", teilt ein Sprecher von dort mit.

Nach fast acht Jahren Verhandlungszeit sieht sich bei VW niemand genötigt, von dieser Sichtweise abzurücken. "Vor dem Hintergrund der laufenden Beweisaufnahme und den bisherigen Zeugenbefragungen sehen wir uns in unserer Überzeugung bestätigt", sagt der Konzernsprecher.

Warum dauert das Verfahren so unendlich lang?

Schon 2020 - nach zwei Jahren Verhandlung - erklärte eine OLG-Sprecherin, dass in dem komplexen und umfangreichen Verfahren kein Ende absehbar sei. Damals sprach sie von rund 5.500 Blatt Akten, zahlreichen Anlagen und 21 Privatgutachten.

2023 verkündete das Gericht, dass es eine Beweisaufnahme durchführen und dafür rund 80 Zeugen hören sowie eine Vielzahl an Dokumenten sichten will. Auf der Zeugenliste fanden sich unter anderem die Namen der früheren VW-Konzernchefs Martin Winterkorn, Matthias Müller und Herbert Diess.

Von September 2023 bis September 2025 wurden nach einer Auflistung des Gerichts 63 Zeugen und drei Parteien vernommen. Zu der schwierigen Bewertung der Aussagen kommt, dass einige der eingeplanten Zeugen sich auf ein aus ihrer Sicht umfassendes Zeugnisverweigerungsrecht beriefen.

Kommt bald die Entscheidung?

Für die beiden Termine in dieser Woche werden weitere Zeugenbefragungen erwartet. Spannend könnte dabei werden, was der mittlerweile rechtskräftig verurteilte ehemalige Audi-Motorenchef Wolfgang Hatz aussagt.

Alle Beteiligen erhoffen sich zudem eine Einschätzung der Richter, was die Beweisaufnahme bisher erbracht hat und wie es im Prozess weitergehen soll. Der Musterentscheid ist und bleibt aber nicht absehbar./bch/DP/zb

Name Kurs Währung Datum Zeit HP*
PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE V... 29,960 EUR 25.06.26 16:06 Societe ...
VOLKSWAGEN AG VZ 77,660 EUR 25.06.26 16:07 Societe ...
 
Weitere Nachrichten zu dieser Aktie
Seiten:  1 2 3 4 5    Anzahl: 245 Treffer     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
22.06.2026 18:14 ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax legt zu - Ge...
22.06.2026 15:20 dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 22.06.2026 - 1...
22.06.2026 14:45 Aktien Frankfurt: Dax schwankt weiter um 25.000 Pu...
22.06.2026 12:15 ROUNDUP: Hochtief-Aktien immer wertvoller: Baukonz...
22.06.2026 12:09 Aktien Frankfurt: Dax ohne klaren Trend - Anleger ...
22.06.2026 10:24 ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax ringt wei...
22.06.2026 08:22 Aktien Frankfurt Ausblick: Dax leicht im Plus - We...
22.06.2026 06:05 WOCHENAUSBLICK: Dax braucht über 25.000 Punkten n...
22.06.2026 05:50 INDEX-MONITOR: Hochtief im Dax - Porsche SE im MDa...
22.06.2026 05:22 Hochtief-Aktien immer wertvoller: Baukonzern jetzt...
19.06.2026 14:55 WOCHENAUSBLICK: Dax braucht über 25.000 Punkten n...
19.06.2026 08:19 Aktien Frankfurt Ausblick: Leichte Verluste erwart...
18.06.2026 19:09 ROUNDUP 2: VW-Aktionäre machen Druck - Transforma...
18.06.2026 14:10 ROUNDUP: VW-Aktionäre machen Druck - Transformati...
18.06.2026 05:50 Volkswagen lädt zur digitalen Hauptversammlung
04.06.2026 18:03 ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax etwas berapp...
04.06.2026 15:20 dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 04.06.2026 - 1...
04.06.2026 14:21 Aktien Frankfurt: Dax etwas berappelt - Chip-Aktie...
04.06.2026 13:21 So reagiert die Porsche SE auf den Abstieg aus dem...
04.06.2026 12:22 WDH/Aktien Frankfurt: Dax etwas erholt - KI-Rally ...

Börsenkalender 1M

25.06.26
Analysten-, Investoren- & Aktionärskonferenzen

Übersicht

 
Tagesroutine
Die Tagesroutine umfasst alle täglich wiederkehrenden Nachrichten, die vor, während und nach dem Börsentag veröffentlicht werden.
 

 
* Information zu Abkürzungen: HP = Handelsplatz
FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services