Märkte & Kurse

27. April 2022

Aktien

Value-Aktien wieder wertvoll

Defensive Substanz-Aktien hatten in den zurückliegenden Jahren bei Anlegern meist einen schweren Stand. Vor allem US-Tech-Aktien wurden gefeiert. Doch die Marktbedingungen haben sich in kurzer Zeit deutlich verändert und erfordern viel Weitsicht.

  • Beginnender Trendwechsel? Wachstumsaktien verlieren ihre Dominanz
  • Steigendes Zinsumfeld Sachwerte und Value-Aktien gefragt
  • Bessere Performance Value zuletzt stärker als Wachstumswerte

Wachstumswerte waren die Gewinner der vergangenen Jahre an den Aktienmärkten. Die beeindruckende Kursrally der Nasdaq 100 zeigt dies deutlich. Anleger die Anfang 2017 in klassische US-Growth-Titel eingestiegen sind, erzielten bis Ende vergangenen Jahres ein Plus von rund 190 Prozent. Mit dem marktbreiten S&P 500 waren immerhin gut 100 Prozent möglich. Zum Vergleich: Substanztitel und damit die Favoriten von Value-Investoren schafften nur einen Zuwachs von gut 70 Prozent, wenig besser lief es für den Dow Jones.

Für das Gewesene zahlt der Kaufmann aber nichts. Nicht erst durch den Krieg in der Ukraine hat sich die Lage an den Finanzmärkten deutlich verändert. Aufgrund der hohen Inflation geraten die Notenbanken unter Druck. Die in den vergangenen Jahren sehr lockere Geldpolitik erweist sich nun als Bumerang, vor allem die Fed verfolgt eine ungewöhnlich schnelle Straffung ihrer Geldpolitik. Am Anleihemarkt sind die Renditen daher vor allem im mittelfristigen Bereich kräftig gestiegen. Für Investoren ist dies aber nur ein schwacher Trost. Aktuell liegt die US-Rendite für 10jährige Staatsanleihen bei etwa 2,4 Prozent, während die Inflationsrate im Februar auf rund acht Prozent zulegte. Anleihe-Investoren erleiden angesichts einer Realverzinsung von minus sechs Prozent somit Verluste.

Value-Aktien zeigen Robustheit

Sachwerte wie Gold oder Immobilien sowie Aktien sind daher gefragt. Auch im direkten Vergleich mit Anleihen bleiben Dividendenwerte gut vor einem Crash geschützt. Da die Gewinne von Unternehmen einer wesentlich größeren Unsicherheit unterliegen als die Zinsen von Anleihen, weisen Aktien eine höhere Risikoprämie auf. Aktuell liegt diese bei gut vier Prozent und bietet daher einen guten Schutz vor einem Ausverkauf.

Allerdings erweisen sich Aktien nicht gleichermaßen als robust, denn nur bestimmte Unternehmen können in einem inflationären Umfeld ihre Preise entsprechend anpassen und so die Gewinne real stabil halten. Im Vorteil sind besonders Firmen mit einer sehr bekannten Marke und hohen Präsenz sowie starker Position im Wettbewerb. Diese Kriterien werden überwiegend von Value-Titeln erfüllt.

Wachstumswerte aus dem Tech-Bereich profitieren vor allem von der Fantasie, in ferner Zukunft hohe Gewinne zu erzielen. Steigende Zinsen reduzieren hingegen den Barwert künftiger Profite, was sich negativ auf die Bewertung auswirken kann. Bei Substanzwerten ist der Effekt wesentlich geringer, weil hier die Gewinne in der Gegenwart hoch ausfallen. Zudem sind die künftigen Zuflüsse in vielen Jahren stärker von der Inflation betroffen, auch dies wirkt sich negativ auf die Gewinnmargen aus.

Q1: Value-Aktien besser als Wachstumstitel

Untersuchungen zeigen, dass das Gewinnwachstum der Firmen im S&P 500 bei einer Inflation von rund sieben Prozent nahezu zum Stillstand kommt. Aktien aus dem Tech-Segment bieten dann kaum noch Kursfantasie, höhere Inflationsraten bedingen tiefere KGVs. Hingegen sind Titel mit tieferen KGVs, wie sie häufig im Value-Bereich vorliegen, viel weniger in Gefahr. Unter dem Strich belastet daher ein Mix aus steigenden Zinsen und hoher Teuerung Wachstumstitel meist wesentlich stärker als Value-Papiere. Das erste Quartal untermauert dies: Der S&P 500 Growth-Index verlor mehr als neun Prozent, während das Value-Barometer leichte Gewinne verzeichnete.

Qualitätstitel aus dem Value-Segment weisen daher häufig ein weniger schwankungsintensives Geschäftsmodell auf. Aufgrund der besseren Planbarkeit der Mittelzuflüsse und soliden Bilanz bieten die Papiere meist auch eine überdurchschnittliche Dividendenrendite. Letztere wirkt ebenfalls als Puffer in stürmischen Zeiten und unterstreicht die Bedeutung von Value-Aktien in einem ausbalancierten Depot.

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