Märkte & Kurse

16. Dezember 2020

Aktien

Ausblick 2021: Was Anleger wissen müssen

Sollten Anleger 2021 auf Aktien setzen, wie sieht das Chance-Risikoprofil anderer Anlageklassen aus?

  • US-Aktienmarkt Bewertung wie im Jahr 2000
  • Notenbanken stützen Geldpolitik bleibt vorerst expansiv
  • Silber 2020 gefragt Silber profitiert von "grüner Energie"

Während die Realwirtschaft weiter unter den Corona-Maßnahmen leidet, sind die Aktienmärkte teilweise auf Rekord gestiegen oder kurz vor dem Sprung. Aktien, Rohstoffe, Devisen oder Zinsen - für Anleger wird es nicht einfach, im kommenden Jahr einen kühlen Kopf zu bewahren. Wie eng die vier Asset-Klassen zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen, wird oft unterschätzt.

Die Corona-Pandemie hat die Börsen in diesem Jahr in Atem gehalten und wird zumindest in den nächsten Monaten auch noch die Richtung mit bestimmen. Lockdowns in zahlreichen Staaten prägen die Gegenwart und sorgen für Verunsicherung. An der Börse wird aber die Zukunft gehandelt. Und hier dominiert eindeutig Optimismus: Der Markt schaut durch die Corona-bedingte Wachstumsdelle in den Wintermonaten hindurch und spielt eine synchrone Konjunkturerholung im kommenden Jahr. Optimismus entfacht ein Mix aus bereitstehenden Notenbanken, weiteren Konjunkturhilfen durch die Regierungen, positiven Nachrichten zu möglichen Impfstoffen und einem marktfreundlichen US-Wahlausgang. Aber der Reihe nach.

Aktien: Alternativlos und hoch bewertet

Kaum ein US-Präsident erhielt von den Märkten so viele Vorschusslorbeeren wie Joe Biden. Im November verzeichneten einige vielbeachtete US-Indizes den höchsten Zuwachs auf Monatsbasis. Deeskalation und eine Belebung des internationalen Handels mit Fokus auf regenerativer Energie sorgen zusammen mit der Aussicht auf weitere billionenschwere Konjunkturprogramme für reichlich Fantasie. Gleichzeitig ist aber auch die Bewertung kräftig gestiegen. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) wird der bereite S&P 500 mit einem Faktor von rund 23 im Bereich der Spitzenniveaus aus dem Frühjahr 2000 gehandelt. Der Zehnjahres-Schnitt liegt hingegen nur bei 15. Dabei unterstellen die Analysten ein Gewinnwachstum im kommenden Jahr von 22 Prozent. Stellt man das KGV in Relation zum Gewinnwachstum, liegt eine ebenfalls viel beachtete Kennzahl, die sogenannte Price-Earnings-Growth-Ratio, bei rund 1 und somit auf einem fairen Niveau. Europäische und deutsche Aktien sind hingegen wesentlich günstiger bewertet und bieten Nachholpotenzial. Da zugleich die wesentlichen Rahmenbedingungen wie eine expansive Geld- und Fiskalpolitik unverändert bleiben, sind Aktien weiter aussichtsreich.

Zinsen: Notenbanken halten den Deckel drauf

Eng damit verbunden ist die Lage an den Zinsmärkten. Vor 20 Jahren rentierten zehnjährige US-Anleihen bei mehr als fünf Prozent. Inzwischen sind es weniger als ein Prozent, in Deutschland leuchten sogar rote Vorzeichen auf. Der Anleihemarkt stellt somit für Investoren kaum noch eine Alternative dar. Zudem sind künftige Unternehmensgewinne bei einem tiefen Diskontierungsfaktor in der Gegenwert "mehr wert", was auch eine höhere Bewertung rechtfertigt. Grundsätzlich werden die Notenbanken einen stärkeren Zinsanstieg verhindern, damit die hoch verschuldeten Staaten nicht kollabieren. Langsam steigende Renditen sollten vor dem Hintergrund der wachsenden Verschuldung und einer Konjunkturbelebung aber eingeplant werden.

Euro: Warten auf die EZB

Gerade die Währungshüter bei der EZB werden auch den Euro im Blick behalten. US-Anleihen verzinsen sich inzwischen nur noch wenig mehr als ihre Pendants in Euro, womit ein bisheriger Vorteil des Dollar gegen den Euro an Wirkung verliert. Zudem steigt die US-Verschuldung wesentlich schneller, die strukturellen Probleme Amerikas belasten den Greenback, der nur als Fluchtwährung in Krisenzeiten gefragt ist. Der Euro könnte hingegen bei einer anhaltend hohen Risikobereitschaft profitieren - vor allem wenn internationale Investoren am europäischen Aktienmarkt stärker zugreifen. Eine kräftige Euro-Aufwertung wäre allerdings Gift für die schwächelnde Konjunktur auf dem alten Kontinent. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die EZB verbal eingreifen wird.

Die Dollar-Abwertung spielt hingegen Gold in die Karten. Allerdings müssen Fans des Edelmetalls auch die Zinsen beachten. Zuletzt sind die Renditen bereits leicht gestiegen, damit nehmen auch die Opportunitätskosten für Gold-Anleger zu, die nur an steigenden Kursen des Edelmetalls verdienen. Erst wenn die Inflation anspringen sollte und die Realzinsen tiefer in den negativen Bereich drehen, dürfte Gold heller erstrahlen. Silber bleibt eine interessante Alternative: Ein Großteil der Nachfrage kommt aus der Photovoltaik-Industrie. Da grüne Energien in zahlreichen Industrieländern ganz oben auf der Agenda stehen, könnte Silber kräftig profitieren. Dies gilt auch für andere Rohstoffe wie Kupfer und Platin.

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