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18.12.2023 10:43

Börse Frankfurt-News: Enttäuschungspotenzial durch Zinserwartung (Wochenausblick)

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - Die Zins-Diskussionen sind nach den Notenbanksitzungen der vergangenen Woche neu entfacht. Analysten bremsen dabei die an den Märkten zeitweise entstandene Euphorie.

18. Dezember 2023. Die zu diesem Zeitpunkt überraschend taubenhaften Aussagen der amerikanischen Notenbank haben den DAX in der vergangenen Woche auf ein Allzeithoch steigen lassen. Nach der Sitzung am Mittwochabend verkündete Fed-Chef Powell, dass man bereits über anstehende Leitzinssenkungen diskutiert habe. Die Fed Funds Futures preisen den ersten Zinsschritt nun mit einer 80-prozentigen Wahrscheinlichkeit zum 20. März ein. Insgesamt werden bis Ende 2024 gleich sechs Zinssenkungen erwartet.

Wie stark werden die Leitzinsen reduziert?

Für Sven Streibel werden Aktien gegenüber anderen Anlageklassen damit wieder attraktiver. âÃbertriebene Zinssorgen sind spätestens seit der Fed-Sitzung Geschichteâ, erklärt der Chefanlagestratege der DZ Bank. Bei der Commerzbank hält sich die Euphorie trotzdem in Grenzen. Die Aussicht auf sechs Zinsschritte oder 150 Basispunkte sei übertrieben. âWir rechnen nur mit der Hälfteâ, sagt CEFA-Analyst Martin Roth.

Ebenfalls drei Zinssenkungen erwartet Roth für die Eurozone, wo es allerdings erst ab dem Sommer 2024 losgehen soll. Hier hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag erklärt, dass die Notenbank zunächst ihren Bilanzabbau fortsetzen wolle. Die vom Markt bereits zahlreich eingepreisten Zinssenkungen seien hingegen âüberhaupt nicht diskutiert wordenâ.

Am deutschen Aktienmarkt war es daraufhin zu Gewinnmitnahmen gekommen. Den groÃen Verfallstag an den Terminbörsen hatte der DAX am Freitag dann nahezu unverändert bei 16.751 Punkten beendet. Zuvor war der Index zum ersten Mal in seiner langjährigen Geschichte über die Marke von 17.000 Punkten geklettert. Das neue Rekordhoch liegt nun bei gut 17.003 Punkten. Seit Jahresbeginn hat der DAX mittlerweile über 20 Prozent zugelegt und damit besser abgeschnitten als MDAX (+8,0 Prozent), TecDAX (+14,0 Prozent) und SDAX (+14,2 Prozent).

Heute Morgen liegt der DAX im frühen Handel bei rund 16.700 Punkten und damit leicht im Minus. In den USA hatte der Dow-Jones-Index am Freitag auf einem neuen Allzeithoch bei 37.305 Punkten geschlossen. S&P 500 und Nasdaq 100 fehlen zu neuen Rekorden noch wenige Punkte. In Asien schloss der Nikkei-Index mit einem Minus von 0,7 Prozent.

Favoritenwechsel in Aussicht gestellt

Uwe Streich von der LBBW geht davon aus, dass ânach der fulminanten Rally nun wieder kleinere Brötchen gebacken werdenâ. Demnach dürfte der Start in das neue Jahr âweniger rauschend als der Schlussspurt 2023 verlaufenâ. Zudem sieht der Experte gewisse Anzeichen dafür, âdass dann wieder vermehrt die Midcaps anstatt der Blue Chips im Fokus stehen könntenâ. Historisch betrachtet habe sich der MDAX in den ersten neun Monaten eines Jahres besser als der DAX entwickelt, der sich meist zum Jahresende hin besser schlagen würde.

Positiv wird von den Banken bewertet, dass die Aktienhausse in den USA schon jetzt an Breite gewonnen hat. Nachdem bis Oktober vor allem die sogenannten Magnificent-7-Aktien (Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia, Tesla) für den Aufschwung verantwortlich waren, konnten zuletzt auch die anderen Titel zulegen. Als Beleg dafür dient die Aufholjagd des gleichgewichteten S&P 500-Index. Der lag bei der 2023er-Performance per Ende Oktober noch mit drei Prozent im Minus und mittlerweile mit 13 Prozent im Plus.

Für das kommende Jahr liegt laut der Commerzbank âeine für Aktienindizes durchaus günstige Konstellationâ vor. Allerdings dürfte es auch 2024 immer wieder Phasen der Konsolidierung sowie stärkere Korrekturen geben. Die Kollegen der Helaba sehen das ähnlich. Zwar sein das Kurspotenzial des DAX bei einem fairen Wert von 17.500 Punkten noch nicht ausgeschöpft, durch die âvermutlich etwas über das Ziel hinausgeschossen Zinssenkungserwartungenâ habe sich aber ein gewisses Enttäuschungspotenzial aufgebaut.

Ã"nderungen in den DAX-Indizes

Am heutigen Montag sind die vor zwei Wochen beschlossenen Indexanpassungen wirksam geworden. Neu im MDAX sind jetzt die Aktien von Aroundtown, Krones und Siltronic, die zuvor alle im SDAX gelistet waren. Vom MDAX in den SDAX gewechselt sind Befesa, Dürr und ProSiebenSat.1 Media. Neu im SDAX sind zudem die Aktien von KSB, Mutares und Schott Pharma. Diesen Index verlassen mussten Zeal Networks, New Work und secunet Security Networks. Beim DAX und TecDAX gab es keine Veränderungen. Die nächste reguläre Ãberprüfung der Indizes findet am 5. März 2024 statt.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Montag, 18. Dezember

10.00 Uhr. Deutschland: Ifo-Geschäftsklima Dezember. Volkswirte rechnen mehrheitlich mit einer Fortsetzung der Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Der Geschäftsklimaindex soll demnach knapp über den Novemberwert von 87,3 Punkten steigen.

16.00 Uhr. USA: NAHB Wohnungsmarktindex. Erwartet wird auch hier ein leichter Anstieg von 34 auf 36 bis 38 Punkte.

Dienstag, 19. Dezember

Zinsentscheid der Bank of Japan. Nach Ansicht der Deka laufen in Japan die Vorbereitungen für die erste Leitzinserhöhung seit Februar 2007. Am Dienstag dürfte das Ende des negativen Leitzinsniveaus aber vermutlich noch nicht eingeleitet werden.

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise November.

14.30 Uhr. USA: Baubeginne und Baugenehmigungen November. Erwartet wird jeweils ein leichter Rückgang gegenüber dem Vormonat

Mittwoch, 20. Dezember

08.00 Uhr. Deutschland: GfK-Konsumklimaindikator Januar. Das Verbrauchervertrauen in Deutschland bleibt schwach. Der Index der GfK soll sich nach Schätzung von Analysten auf einem ähnlich niedrigen Wert wie im vergangenen Monat (-27,8 Punkte) bewegen.

15.00 Uhr. Eurozone: Rede von EZB-Chefvolksw irt Lane

Donnerstag, 21. Dezember

14.30Uhr. USA: Philadelphia-Fed-Index Dezember. Positives Ãberraschungspotenzial für die Konjunktur? Während der Konsens einen Indexstand von minus 3 Punkten avisiert, sind die Analysten der Helaba (0 Punkte) und der Deka (plus 1,0 Punkte) deutlich zuversichtlicher.

Freitag, 22. Dezember

08.00 Uhr. Deutschland: Import- und Exportpreise November

14.30 Uhr. USA: Deflator des privaten Konsums. Die Volkswirte der Deka gehen davon aus, dass sich die Jahresteuerungsrate ex Lebensmittel und Energie von 3,5 Prozent auf 3,3 Prozent verlangsamt und damit die allgemeine Einschätzung einer Verbesserung des Inflationsumfelds bestätigt wird.

Von: Thomas Koch, 18. Dezember 2023, © Deutsche Börse AG

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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