Märkte & Kurse

Konjunktur
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Konjunkturnachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten vierzehn Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Konjunkturnachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
06.01.2026 06:28

Brorhilker fordert Bundesprüfer gegen Milliardensteuerbetrug

FRANKFURT (dpa-AFX) - Sie kosteten den deutschen Staat Milliarden, doch er hat nur einen Bruchteil davon zurückgeholt: Bei der Aufklärung von Steuerbetrug mit sogenannten Cum-Cum-Aktiendeals verlangt die frühere Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker mehr Einsatz der Politik. Nötig sei 2026 eine "gemeinsame Kraftanstrengung von Bund und Ländern", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

"Bei Cum-Cum sehen wir die gleichen Nebelkerzen, die es auch bei Cum-Ex gab und noch gibt", sagte die Vorständin des Vereins Finanzwende. "Das sei alles kein großes Problem, schwer zu ermitteln und angeblich gar nicht eindeutig illegal. Nichts davon stimmt."

"Die Länder müssten Cum-Cum bei den Betriebsprüfungen priorisieren", forderte Brorhilker. "Gleichzeitig ist klar, dass sie diese Fälle nicht allein stemmen können". Deshalb müsse der Bund endlich die Bundesbetriebsprüfer in die Länder schicken. "Das ist unkompliziert, braucht kein neues Gesetz und keine langen Verfahren. Es ist allein eine Frage des politischen Willens."

Steuerschaden von 28 Milliarden Euro

Brorhilker war bei der Staatsanwaltschaft Köln wichtigste Ermittlerin im Cum-Ex-Steuerskandal, bei dem Banken den deutschen Staat mit Hilfe illegaler Aktiendeals um geschätzt mindestens zehn Milliarden Euro prellten. 2024 wechselte sie zu Finanzwende.

Cum-Cum-Geschäfte gelten als großer Bruder der Cum-Ex-Deals. Dabei generierten Banken Steuervorteile für ausländische Inhaber deutscher Aktien. Aktien wurden kurz vor dem Dividendenstichtag vorübergehend an inländische Banken oder Fonds übertragen. Sie konnten sich die fällige Kapitalertragsteuer erstatten lassen - anders als ausländische Anleger. Das Geld teilten die Beteiligten auf.

Der Steuerschaden aus Cum-Cum-Deals liegt geschätzt bei 28,5 Milliarden Euro und damit mehr als doppelt so hoch wie bei Cum-Ex. Zurückgeholt wurden aber erst rund 227 Millionen Euro, hatte im vergangenen Juli eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen gezeigt.

"Politische Arbeitsverweigerung"

Tendenziell seien Cum-Cum-Deals leichter aufzudecken als Cum-Ex-Geschäfte, meint Brorhilker. "Und die Illegalität hat der Bundesfinanzhof schon vor zehn Jahren feststellt." Spätestens seit einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums 2021, das eine "klare Verwaltungsanweisung" gegeben habe, hätten die Länder aktiv werden müssen, kritisiert sie. "Dass das nicht passiert ist, ist politische Arbeitsverweigerung, die das Vertrauen in unseren Rechtsstaat erschüttern kann." Die Bekämpfung von Finanzkriminalität scheitere nicht an fehlenden Gesetzen, sondern an fehlender Kontrolle.

Doch daran hakt es: Die Zahl der Betriebsprüfer in den Finanzverwaltungen ist der "Süddeutschen Zeitung" zufolge seit 2015 um fast zehn Prozent geschrumpft. Die Betriebsprüfungen gingen demnach sogar um 60 Prozent zurück.

Aufarbeitung stockt

Auch sonst geht es nur schleppend voran bei der Aufarbeitung von Steuerbetrug: Während im Cum-Ex-Skandal einige Täter zu teils hohen Haftstrafen verurteilt wurden, darunter die Schlüsselfigur Hanno Berger, steht der erste Prozess wegen Cum-Cum-Deals noch aus.

Im März 2025 wurde eine erste Anklage gegen fünf Ex-Manager der Deutschen Pfandbriefbank zugelassen, doch einen Termin am zuständigen Landgericht Wiesbaden gibt es bisher nicht.

Nach einer früheren Umfrage der Finanzaufsicht Bafin haben 54 Banken eingeräumt, an Cum-Cum-Deals beteiligt gewesen zu sein. Die Belastungen durch Rückforderungen aus den Geschäften summierten sich auf gut 4,6 Milliarden Euro. Finanzwende zufolge liefen die Deals bis mindestens 2016./als/DP/zb



Weitere Konjunkturnachrichten
 
Weitere Konjunkturnachrichten der letzten 14 Tage 
Seiten:   7 8 9 10 11    Berechnete Anzahl Nachrichten: 340     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
07.01.2026 06:11 Venezuela: Kein fremder Akteur regiert uns
07.01.2026 06:10 Grönland: US-Regierung droht Dänen mit Militäreinsatz
07.01.2026 06:06 'WSJ': Rubio sieht Kauf Grönlands, nicht US-Militäreinsatz
07.01.2026 05:50 Deutschland, Frankreich und Polen beraten über Ukraine-Hilfe
07.01.2026 05:50 Steigende Arbeitslosigkeit zum Jahresende erwartet
06.01.2026 21:04 ROUNDUP 2: Merz will Ukraine-Waffenstillstand mit absichern
06.01.2026 20:52 Selenskyj: Trotz Fortschritten bleibt Territorialstreit
06.01.2026 20:41 Merz: Für Militäreinsatz müssen Bedingungen erfüllt sein
06.01.2026 20:29 Britischer Premier stellt Truppeneinsätze in der Ukraine in...
06.01.2026 20:11 ROUNDUP: Merz will Ukraine-Waffenstillstand mit absichern
06.01.2026 19:52 'Koalition der Willigen' will Ukraine Sicherheit garantieren
06.01.2026 18:08 Neuer Haushalt: EU-Kommission will Bauern entgegenkommen
06.01.2026 18:03 Venezuelas Generalstaatsanwalt wirft USA Terrorismus vor
06.01.2026 17:20 ROUNDUP: Priorität Wirtschaft - wie die Union die Krise bee...
06.01.2026 17:06 dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 06.01.2026 - 17.00 Uhr
06.01.2026 16:34 KORREKTUR/Nach Brandanschlag in Berlin: Ermittlungen vor Aus...
06.01.2026 16:07 ROUNDUP: Koalition der Willigen berät über Sicherheit für...
06.01.2026 15:14 Nach Brandanschlag in Berlin: Ermittlungen vor Ausweitung
06.01.2026 15:12 ROUNDUP 2: Inflation 2025 bei 2,2 Prozent - Preisdruck läss...
06.01.2026 15:08 ROUNDUP 2: Brandenburgs SPD zieht Reißleine - Aus für Koal...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.



 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
09.01.2026

PREMIUM INCM
Geschäftsbericht

TRIDENT RESOURCES PLC
Geschäftsbericht

SALA
Geschäftsbericht

ONDECK CO. LTD.
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services