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26.03.2025 14:39

ROUNDUP: Fast 14 Millionen erhalten die umstrittene Pendlerpauschale

BERLIN/WIESBADEN (dpa-AFX) - Die bei den Koalitionsverhandlungen diskutierte Entfernungspauschale wird überwiegend von Beschäftigten mit mittlerem Einkommen genutzt. Im Jahr 2020 erhielten 13,8 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland die sogenannte Entfernungspauschale, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet.

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Pendler verdiente demnach jährlich zwischen 20.000 bis unter 50.000 Euro brutto, bei weiteren 30 Prozent lag der Verdienst zwischen 50.000 und 100.000 Euro. Unter 20.000 Euro verdienten 11 Prozent, mindestens 100.000 Euro fünf Prozent. Benutzt wird bei der Fahrt zum Arbeitsplatz vor allem das Auto.

Erhöhung Thema in Koalitionsverhandlungen

2020 betrug die Pendlerpauschale 30 Cent pro Kilometer des einfachen Arbeitswegs. Nach einer Reform im Mai 2022 liegt sie ab dem 21. Kilometer bei 38 Cent. In den aktuellen Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD steht eine erneute Erhöhung im Raum. Fachleute kritisieren die Subvention als teuer und klimaschädlich.

Für die Bilanz wurde die Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2020 ausgewertet. Diese ist wegen der langen Fristen zur Steuerveranlagung erst etwa dreieinhalb Jahre nach Ende des Veranlagungsjahres verfügbar.

Im Schnitt fast 30 Kilometer Arbeitsweg

84 Prozent der Pendlerinnen und Pendler nutzten der Statistik zufolge zumindest für einen Teil der Strecke das Auto. Auf ihrem Weg zur Arbeit legten die Pendler im Schnitt 28 Kilometer zurück. "Je ländlicher eine Person wohnte, desto häufiger fuhr sie zudem mit dem Auto", stellten die Statistiker fest.

Für die Statistik wurden nur Fälle erfasst, bei denen die Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von damals 1.000 Euro lagen. Diejenigen, die unterhalb dieses Betrags blieben, gaben ihre gependelten Kilometer häufig nicht in ihrer Steuererklärung an oder reichten gar keine Steuererklärung ein.

Die Pauschale kann unabhängig von der Höhe der tatsächlichen Aufwendungen in Anspruch genommen werden. Es ist egal, ob man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto zum Arbeitsort gelangt.

Auto ist häufigstes Verkehrsmittel für Arbeitsweg

Für ihren Arbeitsweg steigen Beschäftigte einer Umfrage zufolge in der Regel aber ins Auto. Selbst im Sommer kommen mehr als zwei Drittel der Befragten mit dem Pkw oder einem Motorrad zur Arbeit, wie aus der Studie des Instituts für Mobilität der Universität St. Gallen hervorgeht. Davon gaben wiederum 83 Prozent an, mit einem Verbrennerantrieb unterwegs zu sein.

Viele Unternehmen machen ihrer Belegschaft inzwischen zwar Mobilitätsangebote. Mehr als die Hälfte der befragten Arbeitgeber bietet Mitarbeitern demnach das Job-Deutschlandticket für den öffentlichen Regional- und Nahverkehr an. Dabei erhalten die Beschäftigten meist einen Zuschuss für das ÖPNV-Abo, das regulär inzwischen 58 Euro pro Monat kostet.

Allerdings zeigt die Studie, dass die Bereitschaft, auf andere Verkehrsmittel umzusteigen, bei Arbeitnehmern eher gering ausgeprägt ist. Lediglich ein gutes Drittel der Befragten könnte sich das grundsätzlich vorstellen. Diejenigen, die mit dem Auto unterwegs sind, vermissen vor allem einen dichteren Fahrplan im öffentlichen Personennahverkehr.

Für die Studie haben die Autoren rund 1.800 Beschäftigte in Deutschland befragt sowie rund 600 Arbeitgeber./als/DP/jha



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