Märkte & Kurse

Unternehmen
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Unternehmensnachrichten zeitlich geordnet der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Unternehmensnachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Unternehmensnachricht
02.06.2026 10:26

Leopoldina: EU-Vorschläge für Pestizide gefährden Gesundheit

HALLE (dpa-AFX) - Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina wendet sich gegen die von der EU-Kommission geplanten Lockerungen für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Die Neuregelung schwäche den Schutz von Mensch und Umwelt, schreibt die Leopoldina in einer Stellungnahme. Die Bundesregierung wird darin aufgefordert, sich auf EU-Ebene für die derzeit bestehende Regelung einzusetzen.

Die von der Kommission geplanten Änderungen sehen unter anderem vor, bei Pflanzenschutzmitteln - dazu zählen Insektizide, Fungizide und Herbizide wie Glyphosat - die bisher geltenden Zulassungsfristen zu lockern. Wirkstoffe würden künftig unbegrenzt genehmigt. Derzeit gelten Genehmigungen nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) für 7 bis 15 Jahre und müssen danach erneuert werden - unter Berücksichtigung neuer Erkenntnisse. Mit der Neuregelung will die Kommission nach eigenen Angaben Behörden entlasten, die Verfahren vereinfachen und beschleunigen und die europäische Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Gruppen wie Kinder, Schwangere und chronisch Kranke vernachlässigt

"Es ist fraglich, ob das bisherige Schutzniveau durch die geplante unbefristete Wirkstoffgenehmigung tatsächlich gewahrt werden kann", kritisiert die Leopoldina. Seit 2009 hätten mindestens 165 vormals zugelassene Wirkstoffe ihre Zulassung verloren - zum Teil wegen neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und strengerer Bewertungsmaßstäbe.

"Dies verdeutlicht, dass befristete Zulassungen und regelmäßige Neubewertungen ein wesentliches Element eines lernfähigen Regulierungssystems sind, das neue Daten, veränderte Belastungssituationen mit Pflanzenschutzmitteln im Vergleich zu Modellvorhersagen sowie fortentwickelte Bewertungsmethoden berücksichtigt", erläutert die Leopoldina. Das alles würde künftig entfallen.

Damit würden neue Erkenntnisse zu Auswirkungen auf den Menschen vernachlässigt, bemängelt die Leopoldina und verweist insbesondere auf besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen wie Kinder, Schwangere oder chronisch Erkrankte. "Auch würden neue Befunde zu Umweltverhalten und -effekten nicht mehr systematisch in die Bewertung einfließen", schreibt die Akademie und bilanziert: "Insgesamt vernachlässigt der Vorschlag, dass wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse zur Nichtzielwirkung häufig erst nach der Zulassung entstehen."

"Bereits heute Defizite beim Schutz von Mensch und Umwelt"

Zudem kritisiert die Leopoldina den Plan, dass Pestizid-Produkte, deren Zulassung endet, künftig für 3 Jahre verkauft und aufgebraucht werden dürfen - bisher waren es 1,5 Jahre. Diese Idee sei problematisch mit Blick auf Gesundheits- und Umweltrisiken. "Sie verlängert vermeidbare Expositionen gegenüber Stoffen, deren Risiken bereits als inakzeptabel eingestuft wurden", begründet die Leopoldina ihre Einschätzung.

"Die aktuelle Pflanzenschutzmittelzulassung weist bereits heute Defizite beim Schutz von Mensch und Umwelt auf", heißt es weiter. Dazu gehörten unter anderem die unzureichende Berücksichtigung von Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Pflanzenschutzmitteln, die nach der Ausbringung entstehen, sowie zusätzlicher Stressoren, etwa durch klimatische Bedingungen.

Beispiel Glyphosat

Bekannt ist etwa das umstrittene Pestizid Glyphosat, das die EU-Kommission nicht als gefährlich einschätzt. Glyphosat ist ein sogenanntes Totalherbizid, das nahezu alle grünen Pflanzen schädigt. Es wird seit Mitte der 1970er-Jahre vor allem unter dem Handelsnamen "Roundup" genutzt und ist heute in zahlreichen Pflanzenschutzmitteln verschiedener Hersteller enthalten.

Die EU hat die Genehmigung für Glyphosat zuletzt bis Ende 2033 verlängert. In einem Teil der Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, sind zumindest Anwendungen in Haus- und Kleingärten sowie auf Flächen, die für die Allgemeinheit bestimmt sind, verboten oder stark eingeschränkt.

Glyphosat ist auch deshalb ein bezeichnendes Beispiel, weil eine Studie aus dem Jahr 2000, die eine zentrale Rolle in der Debatte um die Sicherheit des Pestizids spielt, Ende 2025 von der Fachzeitschrift "Regulatory Toxicology and Pharmacology" formell zurückgezogen wurde. Das Papier galt als wichtiges Argument für Angaben des damaligen Herstellers Monsanto, das Herbizid Roundup und sein Wirkstoff Glyphosat hätten keine krebserregenden Wirkungen. Der Fachverlag Elsevier, in dem das Fachblatt erscheint, schrieb dazu, es sei unklar, ob die gezogene Schlussfolgerung - dass Glyphosat und das Präparat Roundup nicht krebserregend sind - tatsächlich korrekt ist.

Es wurden Bedenken hinsichtlich der Urheberschaft der Studie, der Gültigkeit der Ergebnisse im Zusammenhang mit einer falschen Darstellung der Beiträge der Autoren und des Studiensponsors sowie potenzieller Interessenkonflikte der Autoren geäußert, erläuterte der zuständige Chefredakteur Martin van den Berg./waw/DP/zb



Weitere Unternehmensnachrichten
Name Kurs Währung Datum Zeit Handelsplatz
BASF SE 50,780 EUR 03.06.26 17:35 Xetra
BAYER AG 34,700 EUR 03.06.26 17:35 Xetra
 
Weitere Unternehmensnachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 81     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
02.06.2026 10:48 AKTIEN IM FOKUS: Alzchem stark nach CSG-Aufstockung - CSG mi...
02.06.2026 10:26 Leopoldina: EU-Vorschläge für Pestizide gefährden Gesundheit
02.06.2026 10:10 Kreise: Unicredit überschreitet Commerzbank-Anteil von 30...
02.06.2026 10:01 KI-Boom treibt HP Enterprise an - Umsatzziele deutlich angeh...
02.06.2026 09:57 STMicro verdoppelt seine Umsatzprognosen für Rechenzentre...
02.06.2026 09:43 AKTIEN IM FOKUS: Halbleiterwerte setzen KI-Rally fort - STMi...
02.06.2026 09:40 Tschechischer Rüstungskonzern CSG baut Anteil an Alzchem ...
02.06.2026 09:18 Aktien Asien: Durchwachsene Tendenz angesichts unklarer Situ...
02.06.2026 09:02 Google-Mutter Alphabet mit Mega-Kapitalerhöhung für KI...
02.06.2026 08:37 AKTIE IM FOKUS: DHL nach Kaufempfehlung auf Hoch seit 2022
02.06.2026 08:29 Präsident: Welt braucht stabiles Taiwan für KI-Boom
02.06.2026 06:27 Noch 7,6 Millionen Dosen Corona-Impfstoff auf Lager
02.06.2026 06:26 GoPro sieht Fortbestand durch Speicherpreis-Schock gefähr...
02.06.2026 05:50 Merz trifft Unternehmenschefs bei Konferenz in Bad Saarow
01.06.2026 22:44 AKTIE IM FOKUS: HP Enterprise dank KI mit Kursfeuerwerk nach...
01.06.2026 19:13 AKTIEN IM FOKUS: PC-Markteinstieg treibt Nvidia an - Intel u...
01.06.2026 18:31 Aktien Wien Schluss: ATX fällt deutlich
01.06.2026 17:42 AKTIEN IM FOKUS: US-Softwarewerte nach Nvidia-Chef-Aussagen ...
01.06.2026 16:46 AKTIEN IM FOKUS 2: Softwarewerte erholen sich - SAP überw...
01.06.2026 15:20 dpa-AFX-Überblick: UNTERNEHMEN vom 01.06.2026 - 15.15 Uhr
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.



 

Mitteilungen

 

03.06.2026 20:00
EQS-News: Commerzbank empfiehlt kritische Prüfung der potenziell irreführenden Informationen der UniCredit zur Unterstützung ihres Übernahmeangebots (deutsch)

03.06.2026 18:00
EQS-News: SUSS-Hauptversammlung stimmt allen Tagesordnungspunkten mit großer Mehrheit zu und bestätigt Aufsichtsratsmandate (deutsch)

03.06.2026 17:59
EQS-Stimmrechte: Delivery Hero SE (deutsch)

Übersicht

 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
03.06.2026

SHIVA GRANITO EXPORT LIMITED
Geschäftsbericht

PCB LTD.
Geschäftsbericht

PERSHING SQUARE HOLDINGS LTD.
Geschäftsbericht

NAVODAY ENTERPRISES LTD
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services