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23.03.2026 04:49

Börsenkonzerne müssen 2025 mehr als 100 Gewinnziele stutzen

FRANKFURT (dpa-AFX) - In der Wirtschaftskrise haben börsennotierte Unternehmen 2025 mehr als 100 Mal ihre Geschäftsziele verfehlt. Im vergangenen Jahr gab es nach einer Studie der Strategieberatung EY-Parthenon 118 Gewinnwarnungen. Das ist allerdings weniger als zuvor: 2024 gab es noch 153 solcher Meldungen an die Börse, 2023 waren es sogar 160. Sie gelten als wichtiger Indikator für die wirtschaftliche Unsicherheit.

Grund für den Rückgang dürfte jedoch nicht allein die etwas bessere wirtschaftliche Lage sein, sondern vor allem konservativere Planungen. "Viele Unternehmen formulieren ihre Prognosen vor dem Hintergrund der Erfahrungen der vergangenen Jahre zurückhaltender und kalkulieren Unsicherheiten stärker ein", sagte Andreas Warner, Restrukturierungsexperte von EY-Parthenon.

Auto- und Chemiebranche stark unter Druck

Schlüsselbranchen wie die Chemie und der Autobau bekamen laut Studie die Konjunkturflaute und vielen Krisen zu spüren, darunter der Zollstreit mit den USA und Konkurrenz aus China. Allein in den großen Börsenindizes Dax , MDax und SDax mussten 2025 rund 60 Prozent der Automobilunternehmen und 50 Prozent der Chemieunternehmen ihre Prognosen senken, so die Studie.

Während sich damit die Lage in der Autoindustrie gegenüber 2024 besserte, verdoppelte sich die Zahl der Gewinnwarnungen in der Chemie. Ihr machen teure Energie und eine sinkende Nachfrage von Kunden aus der Auto- und Baubranche zu schaffen.

Medien und Schwerindustrie besonders betroffen

Insgesamt über alle börsennotierte Unternehmen stand aber laut EY-Parthenon der Medien- und Technologiesektor besonders unter Druck, mit allein 24 Gewinnwarnungen 2025. Hier belasteten sinkende Printauflagen und eine Flaute bei Werbebudgets die Umsätze, während zugleich hohe Investitionen in Digitalisierung und Künstliche Intelligenz nötig waren.

Gestiegene Zinsen und eine restriktive Kreditvergabe führten dazu, dass Unternehmen aus der Finanz-, Immobilien und Beteiligungsbranche 20-mal ihre Prognosen senken mussten. Der Schwerindustrie, etwa dem Maschinenbau, erging es mit 18 Gewinnwarnungen nur wenig besser.

Viele Ursachen - und vorsichtiger Optimismus

Begründet wurden die Gewinnwarnungen mit schwacher Nachfrage und Umsatzrückgängen (54 Prozent). Es folgten hohe Finanzierungskosten (17 Prozent), auch weil Banken hohe Anforderungen stellen. Probleme mit Lieferketten und steigenden Kosten (je 14 Prozent) gingen dagegen zurück.

Dieses Jahr könnte es mit der Erholung der deutschen Wirtschaft wieder weniger Gewinnwarnungen geben, glaubt EY-Parthenon. Dennoch sei Vorsicht geboten: Der Krieg im Iran und hohe Energiekosten, die Transformation zur klimaneutralen Wirtschaft und die Konsumschwäche seien zentrale Risiken./als/DP/zb



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