Märkte & Kurse

Übersicht
Suchanfrage
Produktinformation
 

Auf dieser Seite finden Sie alle Nachrichten zeitlich geordnet und zu unterschiedlichen Themen der letzten drei Tage aufgelistet. Wählen Sie aus der untenstehenden Tabelle die für Sie interessante Nachricht aus. Zusätzlich können Sie auch unsere Nachrichtensuche nutzen, um damit noch detaillierter nach bestimmten und weiter zurückliegenden Nachrichten zu suchen.

 

Ausgewählte Nachricht
20.01.2026 17:27

ROUNDUP 2/Trumps 'Friedensrat': Blaupause für Alternativ-UN?

(Neu: Charta liegt vor, mehr Reaktionen aus einzelnen Ländern)

BERLIN/WASHINGTON (dpa-AFX) - Präambel, 13 Kapitel, zahlreiche Unterpunkte und eine entscheidende Frage: Will Donald Trump mit seinem "Friedensrat" die diplomatische Welt auf den Kopf stellen? Ein offenkundig vom US-Präsidenten an diverse Regierungen weltweit verschicktes Papier sorgt nicht nur in Deutschland für Aufregung, Verwirrung und Sorge um die internationale Nachkriegs-Ordnung.

Diplomaten lesen aus der "Charta für den Friedensrat", die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, bereits eine unverhohlene Kampfansage an die Vereinten Nationen. Zumal der US-Präsident aus seiner Verachtung für internationale Organisationen keinen Hehl macht. Und dass er statt auf teils langwierige Abstimmung und Kompromissfindung eher auf die Macht des Stärkeren setzt, wird spätestens im Konflikt um Grönland klar.

Die Skepsis unter den Europäern ist groß, offen aussprechen will seine Ablehnung aber kaum jemand. Und wer es tut - wie der französische Präsident Emmanuel Macron - bekommt prompt den Zorn Trumps zu spüren. Frankreich kassierte dafür sofort eine neue Zolldrohung von 200 Prozent auf Wein und Champagner.

Am Donnerstag könnte in Davos die Stunde der Wahrheit für den Friedensrat schlagen. Für 10.30 Uhr hat Trump eine Unterzeichnungszeremonie angesetzt. Mal sehen, wer so alles kommt.

Was über Trumps Pläne bekannt ist

Die Satzung war den Einladungen an Dutzende Staats- und Regierungschefs zur Teilnahme am "Friedensrat" (Board of Peace) beigefügt. Dieser Rat sollte laut Trumps Friedensplan eigentlich für die Überwachung einer Nachkriegs-Ordnung im Gazastreifen zuständig sein. Doch in den 13 Kapiteln der "Charta" kommt das Wort Gaza gar nicht vor.

Vielmehr heißt es dort ganz allgemein in der Präambel, man bedauere, "dass zu viele Ansätze der Friedensförderung dauerhafte Abhängigkeiten begünstigen und Krisen institutionalisieren, anstatt die Menschen aus ihnen herauszuführen". Die Vertragsparteien würden die "Charta" in dem Entschluss verabschieden, "eine Koalition williger Staaten zu bilden, die sich zu praktischer Zusammenarbeit und wirksamem Handeln verpflichten".

Wer will, kann die Formulierungen als Alternative zur gültigen UN-Charta lesen. Gleich im ersten Kapitel ist unter der Überschrift "Auftrag" festgehalten: "Der Friedensrat ist eine internationale Organisation, die sich für Stabilität, die Wiederherstellung verlässlicher und rechtmäßiger Regierungsführung sowie die Sicherung dauerhaften Friedens in von Konflikten betroffenen oder bedrohten Gebieten einsetzt." Staaten können sich laut "Charta" allerdings unbefristet einen Sitz im Friedensrat sichern, wenn sie innerhalb eines Jahres eine Milliarde US-Dollar zum Etat beisteuern.

Welche Befürchtungen gibt es?

Hauptpunkt der Kritik an den Plänen Trumps ist, dass der "Friedensrat" vollständig auf seine Person zugeschnitten ist. Mitglied kann nur werden, wer vom Vorsitzenden - Trump - eingeladen wird. Festgeschrieben wird außerdem, dass Trump die Befugnis hat, einen Nachfolger zu benennen. Ein Ersatz des Vorsitzenden könne nur "durch freiwilligen Rücktritt oder aufgrund von Geschäftsunfähigkeit erfolgen", wenn dies vom Vorstand einstimmig beschlossen werde. Eine zeitliche Bindung an die Amtszeit Trumps als US-Präsident ist demnach nicht vorgesehen. Trump wolle sich, sagen kritische Stimmen, offenbar zum Vorsitzenden des Friedensrats auf Lebenszeit machen.

Auch die Zusammensetzung des Vorstands des "Friedensrats" liegt laut der "Charta" ausschließlich in Trumps Händen. "Der Vorstand wird vom Vorsitzenden ausgewählt und setzt sich aus international anerkannten Persönlichkeiten zusammen", heißt es in Kapitel vier. Die Vorstandsmitglieder sollen für jeweils zwei Jahre ernannt werden. Der Vorsitzende - also Trump - "kann sie abberufen, eine Verlängerung ist ihm jedoch möglich".

Wie Kanzler Merz reagiert

Kanzler Friedrich Merz hat dem Friedensrat zwar anders als Macron noch keine öffentliche Absage erteilt. Eine Zustimmung zu der Charta in ihrer jetzigen Form dürfte für ihn aber nicht infrage kommen. Man unterstütze prinzipiell jede Maßnahme, die zu Frieden und Stabilität im Gazastreifen beitrage, heißt es aus Regierungskreisen. Sie müsse sich aber "im Rahmen der völkerrechtlichen Ordnung" bewegen.

Noch vor dem von Trump angesetzten Unterzeichnungstermin wird Merz voraussichtlich am Mittwoch Gelegenheit haben, in Davos mit dem Präsidenten direkt über den "Friedensrat" zu reden.

Wie andere Länder auf die Einladung Trumps reagieren

Trumps Vorstoß hat jedenfalls wieder das Potenzial, die Europäer zu spalten. Denn zu den ersten, die ihre Teilnahme zugesagt haben, zählt der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban. "Wenn es Trump ist, dann ist es Frieden", schrieb er bereits am Samstag auf Facebook. "Wir haben die ehrenvolle Einladung des Präsidenten selbstverständlich angenommen."

Für die Europäer kommt erschwerend hinzu, dass auch der russische Präsident Wladimir Putin eingeladen ist. Der zeigte sich interessiert. "Derzeit prüfen wir alle Details dieses Angebots, zudem hoffen wir auf Kontakte mit der amerikanischen Seite, um alle Nuancen zu klären", ließ er seinen Sprecher Dmitri Peskow erklären.

Insgesamt sollen rund 60 Länder eine Einladung bekommen haben, darunter auch die Türkei und China. Zusagen sind bisher aber nur wenige bekannt. Neben Ungarn erklärten Paraguay und Argentinien, dass sie der Einladung nachkommen wollen./bk/DP/mis



Weitere Nachrichten
 
Weitere Nachrichten der letzten drei Tage 
Seiten:   1 2 3 4 5    Berechnete Anzahl Nachrichten: 1.260     
Datum Zeit Nachrichtenüberschrift
04.03.2026 12:43 RBC belässt London Stock Exchange auf 'Outperform'
04.03.2026 12:39 ROUNDUP: Weiter Einschränkungen auf Bahnstrecke Leipzig-Erf...
04.03.2026 12:39 IAEA: Schäden nahe iranischem Atomzentrum in Isfahan
04.03.2026 12:38 Bitcoin steigt über 71.000 US-Dollar
04.03.2026 12:38 Keine Athleten als Fahnenträger bei Paralympics-Eröffnung
04.03.2026 12:35 Iran: Waffen und Devisen in Teheran sichergestellt
04.03.2026 12:34 ROUNDUP: Mehrere Flüge aus Konfliktregion erwartet - Lage '...
04.03.2026 12:29 AKTIEN IM FOKUS: Chipwerte erholt mit ASM International als ...
04.03.2026 12:29 Wadephul nennt Ungarn-Veto gegen Ukraine-Hilfe unannehmbar
04.03.2026 12:27 Spanien wirft Merz mangelnden Beistand nach Trump-Kritik vor
04.03.2026 12:27 ROUNDUP/Lufthansa: Evakuierungsflug landet am Donnerstagmorg...
04.03.2026 12:26 Regierung schlägt Felbermayr als 'Wirtschaftsweisen' vor
04.03.2026 12:24 Mammografie zur Brustkrebs-Erkennung nun auch für Jüngere
04.03.2026 12:24 ROUNDUP: Steigen die Lebensmittelpreise durch den Iran-Krieg...
04.03.2026 12:23 ROUNDUP: Aroundtown sieht operativen Gewinnrückgang - Aufst...
04.03.2026 12:21 ROUNDUP 2: Dieselpreis springt am Morgen über die 2-Euro-Ma...
04.03.2026 12:21 OTS: vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. / Pr...
04.03.2026 12:20 ROUNDUP 2: Conti strebt Margenverbesserung an - Aktie macht ...
04.03.2026 12:19 Flughafen Frankfurt saniert wichtigste Start- und Landebahn
04.03.2026 12:16 Aktien Europa: Erholungsversuch - Hoffnung auf Schiffsverkeh...
Suche
Durchsuchen Sie unser Nachrichtenangebot unter Angabe eines von Ihnen gesuchten Begriffs.




 
Weitere Nachrichten
Lesen Sie auch weitere interessante Nachrichten u.a. zu den Themen Aktien im Fokus, Hintergrundberichte, Börsentag auf einem Blick, Wochenausblick oder adhoc-Mitteilungen.
 
Börsenkalender
04.03.2026

MUSICMAGPIE PLC
Geschäftsbericht

WELLFULLY
Geschäftsbericht

WEBIS HOLDINGS PLC
Geschäftsbericht

WAM CAPITAL
Geschäftsbericht

Übersicht
 

FactSet
Implemented and powered by FactSet. Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch FactSet.
Bitte beachten Sie die Risikohinweise und Quellenangaben der TARGOBANK, die für diese Seite gelten.
 

 

Produkte und Services